IHK kritisiert die Verkehrsplanung

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Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind die Ergebnisse des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) für Verkehrsprojekte in Dortmund enttäuschend.

IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber kritisiert: „Wir sind verärgert, dass sich die Verkehrsprobleme in Dortmund noch verschärfen. Wenn im Osten und Westen die Autobahn A40 zwar sechsspurig ausgebaut, der B1-Tunnel aber nicht wie geplant gebaut wird, werden die Autofahrer auf dem Dortmunder Teilstück im Stadtgebiet ausgebremst. Ohne den B1-Tunnel führt der Bund seine eigenen Ziele, Engpässe vordringlich zu beseitigen, ad absurdum.“

Die IHK wird gemeinsam mit den Kommunen die Bewertungsergebnisse genau unter die Lupe nehmen und sich im folgenden Beteiligungsverfahren zu Wort melden. Das rät Stefan Schreiber auch jedem Lkw- und Autofahrer, der sich über den täglichen Stau ärgert. Das Bundesverkehrsministerium hat eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung angekündigt, die auch jedem Unternehmen und jedem Bürger offen steht.


Weitere IHK-Bewertungen für Dortmund:


Der sechs-streifige Ausbau der A40 von Bochum bis Dortmund-West (A45) mit der höchsten Prioritätsstufe (VB-E) für dieses Bauvorhaben findet die volle Zustimmung der IHK. Auch den sechs-streifigen Ausbau der A45 von Dortmund-Hafen bis Dortmund-Nordwest mit der höchste Prioritätsstufen findet die IHK grundsätzlich gut, unverständlich ist aber, warum der Teilabschnitt von der A40 bis zum Dortmunder Hafen nicht berücksichtigt worden ist. Auch hier drohen Engpässe und erhöhte Staugefahr.

Die Priorität des sechs-streifigen Ausbaus der A40 von B236 bis Autobahnkreuz Dortmund-Unna wird von der IHK uneingeschränkt befürwortet, zum sechs-streifigen Ausbau der A45 von Dortmund-Süd bis Dortmund-West (A40): meint die IHK, die dritthöchste Bewertungsstufe (WB*) gäbe diesem Abschnitt keine Realisierungschance in den kommenden 15 Jahren. Die IHK kann dies nicht nachvollziehen, zumal Bundessstaatssekretär Enak Ferlemann noch vor einigen Monaten den sechs-streifigen Ausbau der Gesamtstrecke zugesagt hat.


Rhein-Ruhr-Express (RRX):


Die Einordnung in die höchste Prioritätsstufe (VB-E) ist nach Ansicht der IHK für Berufspendler eine gute Nachricht. Dass aber auf der Strecke zwischen Werne und Münster kein kompletter zweigleisiger Ausbau, sondern nur Begegnungsabschnitte vorgesehen sind, sei enttäuschend. Berufspendler werden sich deshalb auch in Zukunft auf Verspätungen einstellen müssen.

Dortmund-Ems-Kanal:


Obwohl der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals im BVWP fest eingeplant ist, befürchtet die IHK, dass der Dortmunder Hafen davon nicht profitiert. Denn dafür wäre auch ein Ausbau der Schleuse Henrichenburg notwendig. Ein solcher ist allerdings nicht beabsichtigt. In der Vergangenheit haben die Komplettsperrungen des Dortmunder Hafens aufgrund der mangelhaften Leistungsfähigkeit der Schleuse Henrichenburg den Handlungsbedarf aufgezeigt.

Allgemeines zum BVWP:


Für die Unternehmen in der IHK-Region ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur der Standortfaktor Nr. 1. Für den Bundesverkehrswegeplan hatte die IHK im Vorfeld die dringendsten Ausbaubedarfe aufgearbeitet und für die Bundesbewertung angemeldet. Für Dortmund, Hamm und den Kreis Unna sieht die IHK einen Bedarf in Höhe von 2,3 Milliarden Euro bei der Straßeninfrastruktur, von 1,8 Milliarden Euro bei den Schienenwegen und von 385 Millionen Euro bei den Wasserstraßen.

Insgesamt wurden in der Region 14 Maßnahmen mit einem Finanzvolumen von 3,3 Milliarden Euro positiv bewertet und in die höchste Bewertungsstufe eingeordnet. Dem gegenüber stehen Projekte mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro, die nicht berücksichtigt bzw. ohne große Realisierungschance in zweitklassige Kategorien einsortiert wurden.
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