"Inklusion ja – aber nicht mit der Brechstange" - Linke & Piraten stimmen gegen die Schließung von vier Förderschulen

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"Wir sind der Meinung, dass es für die Schülerinnen und Schüler dieser vier Schulen im Moment noch nicht ausreichend Alternativen in den Regelschulen gibt. Inklusion funktioniert in Dortmund noch nicht so, wie wir uns das wünschen. Auf der anderen Seite befürchten wir, dass die sechs verbleibenden Förderschulen für die betroffenen Kinder zu wenig sein könnten.", so Ratsmitglied Nursen Konak (DIE LINKE), schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.
Dortmund: Rathaus | "Wir sind durchaus für Inklusion und für die Unterrichtung von so genannten Förderschülerinnen und Förderschülern in Regelschulen. Dennoch werden wir der Schließung von gleich vier der insgesamt zehn Dortmunder Förderschulen im Schulausschuss am Mittwoch nicht zustimmen." Das kündigt Nursen Konak, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN an.

Wahrscheinlich wird der Schulausschuss am Mittwoch dem Rat empfehlen, im Sommer folgende Förderschulen zu schließen:

- die Alfred-Adler Schule in Huckarde,
- die Frenzelschule in Hörde und
- die Minister-Stein-Schule in Eving.
- Die Langermannschule in der Innenstadt-West soll im Jahr 2017 folgen.

- Weiterhin steht zur Debatte, die Fröbelschule in Wambel umzuwidmen.
Dort soll es zwar künftig einen „Förderschwerpunkt Sprache“, aber keinen "Förderschwerpunkt Lernen" mehr geben.
- In der Lütgendortmunder Dellwigschule sowie
- in der Kielhornschule in der Nordstadt sollen künftig nur noch Kinder
ab dem 5. Jahrgang unterrichtet werden.

Vorteil für die Stadt: finanzielle Einsparungen – etwa durch den Wegfall der Schulhausmeister und durch eine deutliche Senkung der Betriebskosten wie Strom.

Inklusion funktioniert in Dortmund noch nicht

Nursen Konak: "Wir sind der Meinung, dass es für die Schülerinnen und Schüler dieser vier Schulen im Moment noch nicht ausreichend Alternativen in den Regelschulen gibt. Inklusion funktioniert in Dortmund noch nicht so, wie wir uns das wünschen. Auf der anderen Seite befürchten wir, dass die sechs verbleibenden Förderschulen für die betroffenen Kinder zu wenig sein könnten."

"Natürlich gebe es bereits Schulen, in denen Inklusion – also die gemeinsame Beschulung von Kinder ohne und mit Handicap – großartig funktioniere, sagt Nursen Konak. Doch dieser hohe Standard könne noch nicht überall gewährleistet werden. So stehe beispielsweise an vielen Regelschulen für die Betreuung der ehemaligen Förderschüler nur einige Stunden in der Woche überhaupt eine pädagogische Fachkraft zur Verfügung.

Hinzu kommen die finanziellen Aufwendungen. "Wenn in Realschulen, Gesamtschulen oder Gymnasium auch Förderschüler unterrichtet werden sollen, kostet das Geld, von dem bislang nirgendwo die Rede war ist“, kritisiert Detlef Strack, sachkundiger Bürger für die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN im Schulausschuss. Nicht nur die zusätzlichen Fachkräfte müssten bezahlt werden, bei körperlich behinderten Kindern seien auch bauliche Maßnahmen notwendig.

Natürlich kenne man das aktuelle Schulrechtsänderungsgesetz, das prinzipiell "Gemeinsames Lernen" empfehle. Und man kenne auch die Schülerzahlen, die für den Fortbestand von Förderschulen zuständig seien. "Wir verschließen uns diesen Argumenten nicht. Aber wir möchten einen Schritt nach dem anderen gehen. Wenn wir jetzt vier Schulen auf einen Schlag schließen, sind über 300 Kinder betroffen, die nicht immer perfekte Alternativen finden werden", befürchtet Nursen Konak.

Vor allem im Norden der Stadt Dortmund könne es schwierig werden. Dort sind gleich drei Förderschulen von einer Schließung betroffen. "Wenn sich die Eltern der betroffenen Kinder nicht für eine Regelschule, sondern für eine Anmeldung an der Wilhelm-Rein-Förderschule in Mengede entscheiden, droht dieser möglicherweise eine Überfüllung", sagt Nursen Konak von den Linken & Piraten.
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1 Kommentar
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 04.03.2015 | 20:34  
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