Kirchenasyl für Flüchtlingsfamilie

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Eine Gemeinde im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund gewährt einer Flüchtlingsfamilie Kirchenasyl. Es ist seit langem das erste Mal, dass im Bereich des Kirchenkreises Flüchtlinge durch ein Kirchenasyl vor der Abschiebung geschützt werden.

„Mit einem Kirchenasyl“, so Superintendent Ulf Schlüter, „treten Kirchengemeinden für Menschen ein, denen durch eine Abschiebung Gefahren für Leib, Leben oder Freiheit drohen, oder für die mit einer Abschiebung nicht hinnehmbare humanitäre Hürden verbunden sind. Darum kann Kirchenasyl nur in besonderen Härtefällen gewährt werden.“ Er verweist darauf, dass der Kirchenkreis bereits im Februar die evangelischen Gemeinden über die Bedingungen für ein Kirchenasyl informiert hatte. So müsse die Abschiebung unmittelbar bevorstehen und das Presbyterium einen Einzelfallbeschluss fassen.

Die Ausländerbehörde wurde vorab informiert. Ein Kirchenasyl sei kein Verstecken von Flüchtlingen und beanspruche keinen rechtsfreien Raum, so der Kirchenkreis. Gemeinden, die ein Asyl gewähren, treten nach Auffassung der evangelischen Kirche zwischen Behörde und Flüchtlinge. Ein zeitlich befristetes Moratorium soll Gelegenheit schaffen, den Einzelfall zu überprüfen. Um eine rechtliche Neubewertung zu erreichen, wird der jetzige Fall über die westfälische Landeskirche der zuständigen Bundesbehörde vorgetragen.

Der Kirchenkreis bittet um Verständnis, dass die aktuell asylgewährende Gemeinde zum jetzigen Zeitpunkt nicht genannt wird. Angesichts der Erfahrungen der letzten Monate wollen die betreffende Kirchengemeinde und der Kirchenkreis verlässlich verhindern, dass Rechtsextreme die Situation für politische Aktionen ausnutzen und Familie oder Helfer bedrohen könnten, wenn der Unterbringungsort veröffentlicht würde.

Dennoch will die Gemeinde öffentlich zu ihrem Eintreten für die Familie stehen. Deshalb wird sie nach Beendigung des Asyls ein Dankeschön-Fest für alle Unterstützer feiern und die Öffentlichkeit ausführlich informieren.
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