Kirchenkreis für Schutz von Flüchtlingen

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Die Synode der Evangelischen Kirche diskutierte über die aktuelle Flüchtlingspolitik. Auch über die finanzielle Lage des Kirchenkreises wurde gesprochen. (Foto: Schütze)
Für einen uneingeschränkten Schutz von Flüchtlingen tritt der Evangelische Kirchenkreis Dortmund ein. Seine Synode unterstützt die Forderung nach einem Einwanderungsgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Das „Parlament“ der evangelischen Kirche in Dortmund, Lünen und Selm wendet sich dagegen, das Grundrecht auf Asyl als Individualrecht einzuschränken. „Mit großer Sorge“ betrachten die Synodalen die vom Bundestag im Oktober beschlossenen Asylrechtsänderungen.

Außerdem befürchten sie, dass in Folge der Gesetzesänderung die Zahl der Kirchenasylfälle deutlich steigen wird. Das Engagement der ehrenamtlich Aktiven findet die Synode „überwältigend“.

Sie weist auch darauf hin, dass die Begleitung der Ehrenamtlichen in Dortmund noch nicht ausreichend ist. Außerdem sollten die Kapazitäten der Rechts- und Sozialberatung für Flüchtlinge aufgestockt werden.

Der Dialog der Religionen sei gerade nach den Anschlägen in Paris nötiger denn je. „Eine neuerliche Polarisierung zwischen Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft und womöglich auch den Flüchtlingen“, so Pfarrer Friedrich Stiller, „wäre doch genau das, was die Attentäter und ihre Hintermänner bezwecken.“ Hier zeige sich die Aufgabe der Evangelischen Kirche vor Ort: „Daran festhalten, dass des zum Dialog der Religionen keine sinnvolle Alternative gibt.“

Wichtiges Schwerpunktthema auf der Synode war die Haushalts- und Finanzplanung des Kirchenkreises. Positiv: die Finanzen des Kirchenkreises sind im grünen Bereich, sogar deutlicher als erwartet. Verwaltungsleiter Henning Weihsbach-Wohlfahrt konnte berichten, dass die Kirchensteuerzuweisung im letzten Jahr beinahe 26 Millionen Euro betrug.

Das sind 1,6 Millionen mehr als erwartet. „Nach dem sehr positiven 2014er Ergebnis können wir Vergleichbares auch für das Haushaltsjahr 2015 erwarten“, so Verwaltungsleiter Weihsbach-Wohlfahrt. Auf jeden Fall wird das prognostizierte Kirchensteueraufkommen in Höhe von 24.34 Millionen Euro übertroffen werden. Für das kommende Jahr geht Weihsbach-Wohlfahrt von einer Kirchensteuerzuweisung in Höhe von 25.34 Millionen Euro aus.

Allerdings sei abzusehen, „dass sich der Anteil der evangelischen Bevölkerung, der Lohn- und Einkommensteuer zahlt, in Relation zur Gesamtbevölkerung verringert.“ Deshalb geht der Kirchenkreis planerisch schon auf die Zeit zu, in der es einen Rückgang der Kirchensteuern geben wird. „Den Finanzkraftverlust unserer Einnahmen spüren wir ohnehin schon seit langer Zeit.“

Schwierig gestaltet sich die Finanzierung der Kindertagesstätten. Pfarrer Jochen Schade-Homann, zuständig für die 52 Kitas mit 654 Mitarbeitenden, deren Träger der Kirchenkreis ist, spricht von einer „strukturellen Unterfinanzierung“. Der Gesetzgeber, so Schade-Homann, habe signalisiert, dass er reagieren werde. „Wie und zu welchem Zeitpunkt ist noch offen“.

Pfarrer Michael Küstermann, verantwortlich für den Bereich Fundraising des Kirchenkreises konnte von zwei erfolgreichen Projekten berichten. Spendobel, das Dortmunder Spendenparlament, hat im Laufe der letzten 14 Jahre mehr als eine Million Euro für unterstützenswerte soziale Projekte eingeworben. Die „Stiftung Denkmalswerte Kirchen“ hat ihr Stiftungskapital von 320 000 Euro auf beinahe eine Million gesteigert.
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