Klassenfahrten droht Spardiktat

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Fordert schnell eine Lösung: Werner Vollmer, Vorsitzender der Stadteltern.
Die 10-er der Gertrud Bäumer Realschule freuen sich schon auf ihre Englandfahrt, doch für die zukünftigen 10-er wird sie wohl nicht mehr drin sein. Ein Gerichtsurteil sorgt dafür, dass manche Klassenfahrten und vor allem der Schüleraustausch auf der Kippe stehen.
Sicher können alle geplanten und bereits genehmigten Klassenfahrten durchgeführt werden. Doch ein Gerichtsurteil, das besagt, das Lehrer nicht für die Kosten, die ihnen bei Klassenfahrten entstehen, aufkommen müssen, macht die Planung von Ausflügen, Fahrten und Austauschprogrammen für die Schulen schwierig.
Das Land soll laut Gericht den Lehrern die Kosten für Klassenfahrten erstatten.
„Vier Millionen Euro sind im Topf, die will das Land wohl noch um 2 Mio. Euro aufstocken, doch es werden wohl 8 Mio. Euro gebraucht“, befürchtet Werner Vollmer, Vorsitzender der Stadteltern. Er fordert Rechtssicherheit, dass Klassenfahrten stattfinden können.
Die 10-er der Gertrud Bäumer Realschule freuen sich schon auf ihre Englandfahrt, doch für die zukünftigen 10-er wird sie wohl nicht mehr drin sein. Ein Gerichtsurteil sorgt dafür, dass manche Klassenfahrten und vor allem der Schüleraustausch auf der Kippe stehen.
Sicher können alle geplanten und bereits genehmigten Klassenfahrten durchgeführt werden. Doch ein Gerichtsurteil, das besagt, das Lehrer nicht für die Kosten, die ihnen bei Klassenfahrten entstehen, aufkommen müssen, macht die Planung von Ausflügen, Fahrten und Austauschprogrammen für die Schulen schwierig.

Es fehlen Millionen

Das Land soll laut Gericht den Lehrern die Kosten für Klassenfahrten erstatten.
„Vier Millionen Euro sind im Topf, die will das Land wohl noch um 2 Mio. Euro aufstocken, doch es werden wohl 8 Mio. Euro gebraucht“, befürchtet Werner Vollmer, Vorsitzender der Stadteltern. Er fordert Rechtssicherheit, dass Klassenfahrten stattfinden können.
Viele Schulen machten Fahrten mit pädagogischem Anspruch und die Fahrten ließen Klassen enger zusammenrücken, was für den Klassenverband wichtig sei.
„Das Schüler zahlen und der Lehrer eine Freifahrt bekommt, geht nicht, weil Lehrer nichts annehmen dürfen“, weiß Vollmer. Da bewege man sich in einer rechtlichen Grauzone. Daher fordert der Stadteltern-Vorsitzende eine schnelle Regelung, um für Schulen und Familien Planungssicherheit zu schaffen.

Das sagen die Schulen

„Alle Schulen sind von dem Urteil betroffen, wir nur milde“, berichtet Dr. Bernd Hamann vom Leibniz-Gymnasium. Die 5-er fahren nach zwei Tage nach Xanten, das sei nicht so teuer. „Wir prüfen, dass wir ein Minimalprogramm planen, unser Fahrtenprogramm war sowieso schmal gestrickt,“ berichtet er von den begrenzten Mitteln. Beim geplanten Irlandaustausch müsse man sehen, wie man damit umgehe und dann stehe ja noch der Austausch mit China im nächsten Jahr an. Beim Austausch , der von Lehrern regelmäßig nach Großbritannien, in die Niederlande und nach Frankreich begeleitet wird, käme es zu schmerzlichen Einschnitten. Pädagogisch fragwürdig sei es, wenn der Schüleraustausch nicht mehr stattfinden könne.
„Wir können alle genehmigten Fahrten durchführen, doch 2014 müssen wir mit reduzierten Mitteln auskommen“, sagt Bernhard Koolen, stellvertretender Schulleiter im Stadtgymnasium. Auf extravagante Fahrten werde man verzichten müssen, doch könne man auch im Inland pädagogisch gute Fahrten machen. „Es sind zunehmend Eltern da, die nicht ganz so üppig betucht sind“, weiß der Pädagoge. Und stimmt da mit dem Vorsitzenden der Stadteltern überein. „Wenn da eine Klassenfahrt 800 Euro kostet, ist das für viele Eltern ein großes Problem“, weiß Werner Vollmer. Und dies berücksichtigt nicht nur das Leibniz-Gymnasium. „Wir sind uns da mit den anderen Gymnasien einig“, fügt Bernhard Koolen hinzu.

Der Förderverein hilft

Auch am Mallinckrodt-Gymnasium ist dies Thema: „Grundsätzlich wollen wir die Kosten bei Fahrten reduzieren“ berichtet Dr. Rolf Giese als stellv. Schulleiter von der Schulkonferenz. So werde das Gymnasium Studienfahren nach Malta oder Griechenland entgegenwirken, um die Eltern zu entlasten. Nicht zu weit fahren, sei die Tendenz. Seit der verkürzten Schulzeit haben wir die Zahl der Unternehmungen leicht reduziert“, berichtet er weiter. Zuschüsse zu den Fahrten der Q2, der früheren 13-er, zahle als Schulträger das Erzbistum, außerdem zahle Förderverein Zuschüsse.

Lehrer haben draufgezahlt

Betroffen vom Gerichtsurteil und einen neuen Erlass vom Land zu Klassenfahrten auf den sie warten müssen, sind auch die Realschulen: „Wir haben Fahrten durchgeführt, bei denen Lehrer immer aus eigener Tasche draufgezahlt haben, daher begrüßen wir das Urteil für die Lehrer“, bezieht Michaela Lange von der Ricarda-Huch-Realschule Stellung. Das Geld reiche jedoch nur für die bereits geplante Abschlussfahrt der 10-er, jedoch nicht mehr für Fahrten der jüngeren Schüler. „Die Planungen stocken erstmal“, berichtet sie,“wir sind sonst mit dem 6. und 7. Klassen mit einer kleinen Fahrt nach Borkum gereist, doch da müssen wir jetzt abwarten.“

Vielleicht nur noch in der 7 fahren können

In der Gertrud-Bäumer Realschule ist die Englandfahrt für die 10. Klassen in trockenen Tüchern. „Wenn die Lage so bleibt werden wir jedoch deutlich weniger Fahrten machen können“, ist Schulleiter Henry Godglück sicher, „vielleicht werden wir dann nur noch in der 7 fahren können, weil das Geld nicht reicht.“
Kein Problem bei den Klassenfahrten hat die Hauptschule am Ostpark. „Wir können die Übergangsregelung in Anspruch nehmen, wonach wir soviel Geld ausgeben können, wie im letzten Jahr“, so Werner Schüpphaus, „und da liegen wir im Rahmen.“
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1 Kommentar
Antje Geiß aus Dortmund-City | 15.02.2013 | 18:00  
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