Mehrarbeit durch explodierende Flüchtlingszahlen - Linke & Piraten fordern mehr Azubis

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Dortmund: Rathaus | Insgesamt 199 Nachwuchskräfte in rund 30 unterschiedlichen Berufsbildern und Ausbildungsformen haben am 31. August ihren Dienst bei der Stadt Dortmund angetreten. Doch es sollen noch mehr werden. Die Fraktion die LINKE & PIRATEN unterstützt eine Bitte des städtischen Personalrats, der die Einstellung von weiteren Nachwuchskräften für das gerade begonnene Ausbildungsjahr fordert.

Hintergrund für die Forderung sind die explodierenden Flüchtlingszahlen. „Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass das vorhandene Personal den Arbeitsanfall nicht stemmen kann“, schreibt der Personalratsvorsitzende Pitt Meyer in einem Brief an den Oberbürgermeister und den Ausschuss für Personal und Organisation. Und weiter heißt es: „Auf die bis an die Grenze der Belastbarkeit arbeitenden Kollegen kommen unvorstellbare Arbeitsumfänge zu, ein Ende ist bislang leider nicht absehbar.“ Auf dem Arbeitsmarkt jedoch, so der Personalrat, stehe nicht ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung.

„Ein Brief ist ein wichtiger Hinweis. Wir haben nach Rücksprache mit dem Personalrat daraus einen offiziellen Antrag gemacht“, sagt Dr. Christian Tödt, ehemaliger OB-Kandidat der Linken und sachkundiger Bürger der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN im Ausschuss für Personal und Organisation. Das heißt: Der Ausschuss muss nun offiziell der Einstellung von weiteren Azubis zustimmen ¬– oder diese ablehnen.

Der Ausschuss einigte sich letztendlich auf einen Kompromiss: Die Entscheidung wurde vertagt. Eine Entscheidung soll in der nächsten Sitzung am 29. Oktober fallen – zwei Monate nach Beginn des Ausbildungsjahres. Aus diesem Grunde schlug Stadtdirektor Jörg Stüdemann vor, den Antrag doch auf das Einstellungsjahr 2016 hin zu verändern.

Den Linken & Piraten ist das jedoch zu spät. „Der enorme Arbeitsdruck ist jetzt vorhanden. Wir können nicht noch ein Jahr warten“, sagt Dr. Petra Tautorat, Mitglied im Ausschuss für Personal und Organisation (DIE LINKE & PIRATEN). Man stimme dem Personalrat in jeder Hinsicht zu: „Spezielle Arbeitsbedingungen bedürfen unkonventioneller Lösungen“. Und eine solche Lösung wäre als Sofortmaßnahme die Einstellung weiterer Nachwuchskräfte, die sofort in dem Aufgabenfeld „Flüchtlinge“ eingesetzt werden könnten. Der Personalrat würde nicht grundlos die Einstellung weiterer Schulabgänger „eindringlich empfehlen“, betont Dr. Petra Tautorat. „Wir hoffen deshalb, dass auch die Mitglieder der anderen Fraktionen dieses Ansinnen des Personalrates unterstützen.“

Ohnehin benötige die Dortmunder Stadtverwaltung wegen der zahlreichen Mitarbeiter, die kurz vor dem Ruhestand stehen würden, noch weitere Nachwuchskräfte. Sollte sich also die Flüchtlingssituation in einigen Jahren weniger dramatisch darstellen, würden sich für die neu eingestellten jungen Menschen problemlos andere Aufgaben finden lassen, so Dr. Tautorat.
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