Nach Gerichtsurteil: Linke & Piraten fordern Hilfe für Prostituierte

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Ratsmitglied Nadja Reigl
Dortmund: Rathaus | Das generelle Verbot der Straßenprostitution ist nun in Dortmund höchstrichterlich bestätigt worden. Doch in den Jubel, der überall herrscht, mag die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN nicht so recht einstimmen. „Möglicherweise ist die Ravensburger Straße jetzt ein bisschen sauberer. Aber das ist doch nur die eine Seite der Medaille. Die Situation der betroffenen Frauen hat sich durch das Gerichtsurteil doch kein bisschen geändert“, kritisiert Nadja Reigl, Ratsfrau und Mitglied des Sozialausschusses.

„Straßenprostitution ist IMMER aus der Not heraus geboren“, ist sich Nadja Reigl sicher. Das heißt: Die betroffenen Prostituierten werden nun an andere Orte ausweichen, um Geld zu verdienen. Damit treibe man sie möglicherweise direkt in die Hände des organisierten Verbrechens. Oder die Frauen bieten ihre Dienste weiterhin ¬– verbotswidrig – unter freiem Himmel an. Dann würden die Frauen durch das Verbot noch tiefer in die Illegalität getrieben. „Das halte ich für den absolut falschen Weg“, so Nadja Reigl.

Statistiken der Stadt Dortmund belegen. Nach wie vor gibt es ¬– so wörtlich – „beharrlich zuwider handelnde Prostituierte“. Die Folge: Strafverfahren und Freiheitsstrafe bis zu vier Jahren. Zum Vergleich: Die 348 Freier, die sich 2014 bei der „Kontaktaufnahme“ von der Polizei erwischen ließen, kamen mit einem blauen Auge und einem Ordnungswidrigkeitsverfahren davon.

Dazu Fatma Karacakurtoglu, ebenfalls Ratfrau und Mitglied im Sozialausschuss: „Die Prostitutionsbekämpfung durch ein Verbot durchsetzen zu wollen ist vollkommen veralteter Erziehungsstil. Vielmehr müssen Ursachen bekämpft werden. Existenzgrundlagen und Partizipationsmöglichkeiten werden unmöglich gemacht und Frauen aus der Not heraus somit zur Prostitution gezwungen und dann an den Pranger gestellt.“

„Ich teile diese Auffassung. Die Frauen schaffen aus größter finanzieller Not an. Oder um sich ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Ihnen muss unbedingt geholfen werden. Eine Inhaftierung ist keine Hilfe“, so Nadja Reigl.
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