Nein zum „Platz von Trabzon“

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Utz Kowalewski
Dortmund: Rathaus |

Acht Partnerstädte hat Dortmund. Und jede soll in Dortmund ihren eigenen Platz bekommen. Einen Platz, der nach der Partnerstadt benannt ist. So wie seit 37 Jahren der Platz von Leeds hinter der Reinoldikirche.

Dass aber ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt ein Platz der türkischen Partnerstadt Trabzon gewidmet werden soll, hält die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN angesichts der aktuellen und ziemlich angespannten politischen Verhältnisse für ungeschickt.

Der Rat will heute den Platz vor dem U-Turm (Bereich Rheinische Straße) in „Platz von Trabzon“ umbenennen. Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN wird diese Umbenennung ablehnen. Zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt.
„Wir sollten den Ball flach halten in einer Zeit, in der der türkische Ministerpräsident seine eigenen türkischstämmigen Abgeordneten im deutschen Bundestag beschimpft und DITIB als Dachverband der Moscheegemeinden seine Mitglieder in Deutschland nicht mehr ausreichend durch die Politikerinnen und Politiker in Bundestag vertreten sieht. Vor allem aber kann man nicht ignorieren, dass der Gouverneur von Trabzon öffentlich äußert, dass er keinen Austausch mit Besuchergruppen aus Dortmund mehr wünscht“, sagt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN: „Doch gerade dieser Austausch von Jugendgruppen, Sportlern oder Vereinen ist der wesentliche Kern einer Städtepartnerschaft.“

„Wir möchten nicht falsch verstanden werden“, betont Kowalewski. „Gute Beziehungen zur Türkei sind uns sehr wichtig, ebenso die freundschaftlichen Kontakte zu unseren türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Dortmund. Aber für eine öffentliche Würdigung Trabzons ist der Zeitpunkt einfach schlecht gewählt. Da hätten wir uns mehr Fingerspitzengefühl gewünscht.“

Auch die Wahl des recht prominenten Platzes vor dem U-Turm scheint der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN unangemessen. „Nach der serbischen Stadt Novi Sad soll lediglich eine Wiese am Wall benannt werden. Das scheint uns doch ein wenig unausgewogen zu sein und sollte noch einmal überdacht werden“, kommentiert Utz Kowalewski.
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