Neuer Anlauf für Radschnellweg

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Aufsitzen zum Testradeln: Vertreter der Grünen und der SPD sind eine mögliche Trasse für den Radschnellweg durch die Innenstadt Probe gefahren. (Foto: Schmitz)

Er soll einmal quer durch das Ruhrgebiet führen und den Weg auf dem Rad deutlich schneller und sicherer machen: Der Radschnellweg Ruhr RS1. Doch ausgerechnet Dortmund stellte sich bislang quer: zu teuer, zu schwierige Trassenführung.

Dabei könnte gerade Dortmund vom Schnellweg profitieren: In der City könnten dann bis zu 5000 Radfahrer auf dem Schnellweg unterwegs sein. Sie würden nicht nur den innnerstädtischen Verkehr entlasten, der Ausbau der Trasse in der Innenstadt hätte ein deutlich verbessertes Radwegenetz zur Folge und würde die Lücke in der Ost-West-Verbindung der Stadt schließen.

Nun soll sich der Stadtrat im November mit dem Radschnellweg befassen. Eine Machbarkeitsstudie hat bereits gezeigt, dass die geplante Trasse zwischen Duisburg und Hamm realisierbar ist. In Dortmund muss noch der genaue Streckenverlauf geplant werden.

Bei einer verkehrspolitischen Radtour auf Einladung des Verkehrsclubs Deutschland und des ADFC haben Vertreter der Grünen und der SPD eine mögliche Rote abgeradelt.

Denkbar wäre eine Streckenführung vom Heiligen Weg über die Alte Eisenbahntrasse zur Märkischen Straße, dort gäbe es eine Verbindung in Richtung Hörde, zum Phoenixsee und zum Westfalenpark. An der S-Bahn am Stadthaus könnte ein Umsteigepunkt mit Rast- oder Servicestation eingerichtet werden, Über die Ruhrallee ginge es weiter in Richtung Sonnenstraße mit einem Abzweig in Richtung Rombergpark. An der Hohen Straße ergäbe sich eine Verbindung zur Thier-Galerie, dem Klinikum und der Fahrtrichtung Brünninghausen.

Weiter führen könnte der Radschnellweg über die Sonnenstraße, Weisbachstraße, Neuer Graben, Lindemannstraße, Große Heimstraße, Kreuzstraße, über den Südwestfriedhof, den Radweg an der B1 sowie die Schnettkerbrücke bis hin zum Vogelpothsweg an der Uni.

Hier ergeben sich auch schon die ersten Konflikte, insbesondere durch die fahrradunfreundlichen Rechtsabbiegespuren und die Auf- und Abfahrten an der B1. Für die Streckenführung müssten zum Teil Brücken umgebaut oder neu gebaut werden, mehrere Teilstücke in der Stadt sollen auf Stegen verlaufen.

Die Kosten für den mindestens vier Meter breiten Schnellweg betragen für Dortmund etwa 23 Millionen Euro, die zum großen Teil vom Bund bzw. vom Land getragen werden.

Lorenz Redicker, Vorsitzender des Kreisverbands Verkehrsclub Deutschland, appelliert an den Rat der Stadt: „Dortmund stünde mit einem Nein zum RS1 im Ruhrgebiet isoliert da - alle anderen RS1-Kommunen haben sich bereits für den Radschnellweg ausgesprochen. Die Stadt bewegte sich mit einem Nein an der Grenze zur Lächerlichkeit.“

Das sieht wohl auch der Oberbürgermeister von Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann, so. Für den Fall, dass Dortmund nicht zustimme, kündigte er an, dann wolle man den Radschnellweg um Dortmund herum bauen.
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