Neues Projekt gegen Staus - Mit Landeskonzept und Milliarden Euro in der Tasche gegen das Verkehrschaos im Pott

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Wenn die A40 mal öfter so frei wäre! „Ruhrgebiet mobil“ soll dem Traum ein wenig näher kommen.
Dortmund: Rathaus |

"Wir verzichten gern auf die Platzierung unter den Top Ten in den jährlichen Staubilanzen“, meint Verkehrsminister Michael Groscheck und bringt ein Projekt an den Start, das nun für besseren Verkehrsfluss sorgen soll.

Das neue Projekt des Landes „Ruhrgebiet mobil“ setzt drei Schwerpunkte: Straße, Bahn und Rad. Dafür werden bis zum Jahr 2020 insgesamt 20 Millionen Eruo in die Verkehrsinfrastruktur, 186 Millionen Eruo für einen Radschnellweg und nochmals 2 Milliarden Euro in die Modernisierung der Zugfahrmöglichkeiten von Dortmund aus fließen.

Verkehrsmittel kombinieren

Autos, öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder sollen besser individuell kombinierbar sein können. Über das Smartphone sollen Menschen künftig ihre Wege von A nach B mit unterschiedlichen Verkehrsträgern planen, buchen und bezahlen können.
Für Autos soll zunehmend gelten: Benutzen und buchen statt besitzen.

High-Tech für die Verkehrssteuerung

Intelligente Verkehrssteuerungssysteme sollen den Fahrzeigfluss auf A 2, A 40 und A 42 lenken. Die Fahrer können vor Antritt der Fahrt in Echtzeit Auslastung und aktuelle Geschwindigkeiten auf den drei Strecken abrufen, um die schnellste Route zu wählen. Mit der Installation von 60 neuen dynamischen Wegweisern zur Verkehrslenkung wird noch in diesem Jahr begonnen.

Neue Baumaßnahmen an den Autobahnen

Die A1 wird weiter ausgebaut zwischen Wermelskirchen und der Tank- und Rastanlage Remscheid, die A 40 im Bereich Bochum-Stahlhausen und die A 43 vom Autobahnkreuz Herne bis zur Anschlussstelle Recklinghausen/Herten auf sechs Fahrstreifen ausgebaut sowie die Decken- und Bauwerke zwischen des Anschlussstelle Dortmund/Hafen und dem Autobahnkreuz Dortmund-West im Zuge der A 45-Sanierung erneuert.

Mehr und neue Züge zwischen Dortmund und Köln

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) wird die Kapazitäten des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen Köln und Dortmund erweitern. Außerdem sollen 2018 die ersten neuen und modernen Züge rollen. Bis zu 30 000 Menschen sollen so täglich von der Straße auf die Schiene umsteigen können.

Modernisierung des Dortmunder HBF

Außerdem soll im gleichen Atemzug der Dortmunder Bahnhof modernisiert werden. Erste Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn sind unterzeichnet. Es soll für Barrierefreiheit gesorgt werden, Bahnsteigdächer sollen erneuert werden und eine Wegeverbindung in Form einer großzügigen Verknüpfungshalle zur Stadtbahn soll kommen.

Erster Radschnellweg in Deutschland

Der Radschnellweg Ruhr (RS1) soll bundesweit der erste seiner Art werden und durchquert die Metropole Ruhr auf ganzer Ost-West-Länge zwischen Hamm und Duisburg. Geplante Trassenlänge: 100 Kilometer bei einer Fertigstellung im Jahr 2020. Der RS1 führt durch Innenstädte, an die Hochschulstandorte heran und zu den Verknüpfungspunkten im überörtlichen Verkehrsnetz.
Klare Beschilderung und moderne Beleuchtung bis zum Schneeräumdienst sollen den Radschnellweg noch attraktiver machen. Der Bau wird voraussichtlich 186 Millionen Euro kosten. Zum Vergleich verweist das Landesprojekt darauf, dass ein Kilometer Autobahn zwischen 15 und 50 Millionen Euro an Baukosten verschlingt.
Eine Kostenanalyse des Radschnellwegs soll belegen, dass jedem eingesetzten Euro nahezu fünf Euro gesamtwirtschaftlicher Nutzen gegenüberstehen.

Hoffnung Elektroräder

Mit Elektrorädern soll der Radschnellweg zu einer echten Alternative im Alltagsverkehr werden. Wenn die Nachfrage weiter konstant ansteigt, dann würden täglich bis zu 50 000 Autos weniger auf den Straßen der Region unterwegs sein. Der Straßenverkehr würde täglich um bis zu 400 000 Pkw-Kilometer entlastet. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich des RS1 würde um zwei Prozent sinken und damit auch das Stauaufkommen. Durch die gesundheitlichen Effekte würden pro Jahr bis zu elf Millionen ¤ an Krankheitskosten eingespart. Auch die Umwelt würde profitieren: Durch die gesparten Pkw-Kilometer würden jährlich 16 600 Tonnen CO2 eingespart. Das Projekt verspricht sich eine A40 für Radfahrer – aber ohne Stau!

Projekt-Hintergrund

Das neue Projekt ist in Zusammenarbeit mit der “Initiativkreis Ruhr GmbH“ entstanden, in der rund 70 führende Wirtschaftsunternehmen und Institutionen mit dem Ziel zusammengeschlossen sind, die Entwicklung des Ruhrgebiets voranzutreiben und seine Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mobilität wird dabei für die Wirtschaft als Standortfaktor Nummer 1 angesehen.
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