Planerladen: Integrationsprojekt für Roma

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Der SPD-Europaabgeordnete Dietmar Köster (2.v.l.) informierte sich über Situation der Bulgaren in der Nordstadt. Im Planerladen trafen sich (v.l.): Florian Meyer, SPD Nordstadt und Gömze Caliskan, Leiterin des IRON Projektes. (Foto: Schmitz)
Bei einem Besuch im Ableger des Planerladens an der Schützenstraße informierte sich der Europaabgeordnete Dietmar Köster anderem das über Projekt Integration von Roma in der Dortmunder Nordstadt (IRON).

Dietmar Köster (SPD) über die Intagrationspolitik der EU: „Die Europäische Union ist seit ihrer Gründung immer als Wirtschaftsunion ausgelegt worden. Es muss darüber nachgedacht werden, wie soziale Standards in und zwischen allen Mitgliedsstaaten vereinbart werden, um den Binnenmarkt und Niederlassungsfreiheit nicht auf Kosten der Menschen zu verwirklichen.“

Und Florian Meyer, Vorsitzender der SPD in der Nordstadt, meint dazu: „Die Niederlassungsfreiheit ist eine der größten Errungenschaften der EU. Allerdings hat man vergessen, Integrationskonzepte finanziell so auszustatten, dass sie starke Wanderungsbewegungen aushalten müssen. Projekte wie IRON zeigen, wie wichtig es ist, den ankommenden Menschen aktiv bei der Integration in der Gesellschaft zu helfen. Dem Projekt IRON gelingt, was viele nur in Worte fassen: Unmittelbare Unterstützung in einem völlig neuen Land schafft die Grundlage Arbeit zu finden, die Sprache zu erlernen und den Kindern eine Zukunft zu bieten. Ohne ein derartiges Engagement ist es für viele, die hier in Dortmund ankommen, kaum möglich sich zu integrieren.“

Seit Oktober 2012 unterstützt der Planerladen im Rahmen des vom Bundesministerium des Innern (BMI) und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Projektes IRON Neuzuwanderer aus Bulgarien und Rumänien. Dabei geht es um die Hilfestellung und Begleitung von EU-Neuzuwanderern im Alltag: So werden Bedarfe ermittelt oder Übersetzungsunterstützung bei Behördenangelegenheiten (Kindergeldbezug, Krankenversicherung) angeboten.

Darüber hinaus steht der Aufbau von Respekt zwischen der Zielgruppe und der Aufnahmegesellschaft im Mittelpunkt. Es gilt, ein konstruktives Klima gegenseitiger Anerkennung und des friedlichen Miteinanders in der Stadt und im Stadtteil herzustellen und der gesellschaftlichen Kluft zwischen Aufnahmegesellschaft und Neuzuwanderern entgegenzuwirken.

Dazu werden öffentliche Diskurse sowie Diskussionen z.B. im Rahmen von Film-, Lese- und Musikabenden geführt und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Versachlichung und Lobbyarbeit für die Gruppe betrieben. Hierbei geht es darum, Vertrauen aufzubauen und Berührungsängste abzubauen.

Über die reine Akzeptanz hinaus soll eine unaufgeregte Gesprächskultur im Stadtteil etabliert werden, die sich auf regelmäßigen und alltäglichen Informationsaustausch stützt. Nicht zuletzt zielt das Projekt darauf ab, die Neuzuwanderer zu stärken und sie zu selbstbestimmtem Handeln zu befähigen (Empowerment).

Dafür ist die Verankerung in den Stadtteil ebenso wichtig, wie ihnen eine eigene Stimme zu geben, mit der sie ihre Anliegen an- und aussprechen können. Hilfreich dafür ist der Aufbau einer lokalen Selbstorganisation und Etablierung von Strukturen zur Interessensvertretung.

Dietmar Kösters Fazit nach seinem Besuch in der Nordstadt: „Die Freizügigkeit muss auch mit einer sozialen Union einhergehen. Wir brauchen Lösungen für Fragen wie Sozial- und Krankenversicherung, und wir müssen auf die existenziellen Ängste der Menschen eingehen.“
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