Protestmarsch gegen sexuelle Gewalt - Nein heißt nein!

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"STOPP GEWALT GEGEN FRAUEN" (DIDF-Frauengruppe) (Foto: Carsten Klink, Dortmund)
Dortmund: Rathaus |

Heute fand in der Dortmunder Innenstadt ein beeindruckender Protestmarsch gegen sexuelle Gewalt statt. Zu der Kundgebung vor dem Rathaus mit anschließendem Demonstrationszug hatte ein Bündnis von rund 50 Dortmunder Organisationen, vom Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund über Organisationen von Migrantinnen bis hin zu Hochschulen, Gewerkschaften und Parteien unter dem Motto "Da hört der Spaß auf! Nein zu sexueller Gewalt!" aufgerufen.

Die Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Frauenverbände fordert eine Verschärfung des Sexualstrafrechtes. Sexuelle Belästigung soll endlich als Straftat gelten. Aber auch der Ausbau des Angebotes und der finanziellen Absicherung von Beratungsstellen und Frauenhäuser gehört mit zu den Forderungen. Ebenso die nach einer offenen, kritischen Debatte über sexualisierte Gewalt, auch zu soziokulturellen, weltanschaulichen und religiösen Hintergründen. Frauenrechte sollen auch Bestandteil von Integrationskursen sein.

Während der Demonstration, die vom Friedensplatz am Rathaus bis zur Katharienentreppe am Hauptbahnhof führte, distanzierte man sich auch mehrfach von Rassismus. Dies sicherlich auch vor dem Hintergrund, dass sich urplötzlich ja auch Rechtspopulisten für Frauenrechte interessieren, wobei diese Rechtspopulisten doch letztlich das rückwärtsgewandte Frauenbild der aktuellen Täter teilen.

"Das, was Frauen sich in Deutschland in den 200 Jahren der Aufklärung an Gleichberechtigung erkämpft haben, lassen wir uns weder durch hier geborene, noch durch zugereiste Vollidioten kaputt machen", erklärte Ratsmitglied Carsten Klink (DIE LINKE) am Rande der Demonstration. "Wobei diese Vollidioten deshalb Vollidioten sind, weil sie sich wie Vollidioten verhalten und nicht weil sie diese oder jene Nationalität oder Religion haben."

Der WDR meldet als erste Bilanz nach Weiberfastnacht, dass es mehr Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gegeben habe. Allerdings gehen Frauenrechtlerinnen davon aus, dass sich Frauen nach den Diskussionen der letzten Wochen eher trauen Übergriffe auch anzuzeigen. Auch die Polizei spricht von einer veränderten Anzeigenbereitschaft.
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