Ran an die Schüppe: Spatenstich für Amazon-Logistikzentrum in Dortmund

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Andere tragen den schicken Anzug nur zur Hochzeitsfeier, diese Herren "malochen" sogar im feinen Zwirn und schaufelten Sand beim Spatenstich des Amazon-Logistikstandorts (v.l.): Lars Krause (Amazon), Jan Dietrich Hempel (Garbe) und Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie Thomas Westphal (Wirtschaftsförderung). (Foto: Schmitz)
Die ersten Pfeiler stehen zwar schon, jetzt folgte der feierliche erste Spatenstich für das Amazon-Logistikzentrum in Dortmund auf dem Gelände der Westfalenhütte. Der Online-Händler Amazon investiert in den Bau rund 27 Millionen. Das neue Gebäude wird auf 45.000 Quadratmetern mit der neuesten Fördertechnik und Klimaanlage ausgestattet sein.

Der Standort soll schon im Herbst/Winter 2017 eröffnen. Mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze will das Unternehmen bereits im ersten Betriebsjahr schaffen.
Seit dem Start der deutschen Webseite im Oktober 1998 hat Amazon in der Bundesrepublik umfangreiche Investitionen getätigt, um der steigenden Kundennachfrage gerecht zu werden. Im vergangenen Oktober hatte der Online-Riese die Pläne für den Neubau eines weiteren Logistikzentrums auf dem Gelände der Westfalenhütte bekannt gegeben.

"Die Vorfreude auf das neue Amazon Logistikzentrum in Dortmund ist groß. Amazon wird dort mehr als 1.000 feste Arbeitsplätze schaffen - mit wettbewerbsfähigen Löhnen und umfangreichen Zusatzleistungen ab dem ersten Tag", betont Roy Perticucci, Chef des europäischen Logistiknetzwerks. "Amazon schafft attraktive Arbeitsplätze und neue Chancen für mittelständische Händler, die über Amazon Market Place einfach Millionen von Kunden in Europa erreichen können."

Freude bei Sierau und Westphal

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau: "Der Neubau von Amazon verstetigt Dortmunds Rolle als bedeutender Logistikstandort in Deutschland und Europa." Er freue sich "auf eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit." Positiv sieht er besonders die Schaffung der Arbeitsplätze: "Die Entscheidung für die Investition in Dortmund bedeutet Jobchancen für viele Menschen in der Region. Faire Löhne für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen spielen eine wichtige Rolle. Wir freuen uns über die Ansiedlung."

Thomas Westphal, Geschäftsführer der Dortmunder Wirtschaftsförderung, sagte: "Für Dortmund und die Region ist es eine sehr gute Nachricht, dass 1000 Arbeitsplätze und mehr durch das Logistik-Zentrum von Amazon entstehen. Vor allem bedeutet es Arbeit für alle, denn durch Amazon ergeben sich Jobs für hochqualifizierte, aber auch für geringqualifizierte Menschen. Das neue Logistik-Zentrum kann einen spürbaren Beitrag liefern, die Arbeitslosigkeit in Dortmund und der Region weiter zu senken."

Amazon selbst teilt mit, dass im Logistik-Zentrum Löhne angeboten würden, die "am oberen Ende der branchenüblichen Bezahlung liegen." Mindestens 10,30 brutto in der Stunde zahlt der Online-Riese nach eigenen Angaben.

Und so soll der Verkehr besser rollen

Dazu teilte die Stadt Dortmund mit, dass in Abstimmung mit der Firma Garbe Industrial Real Estate, die derzeit den Logistikpark Westfalenhütte nördlich der Brackeler Straße entwickelt, Maßnahmen erfolgen werden, die zu einer verbesserten Abwicklung der Verkehre und zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens beitragen sollen.
Dort haben sich bereits mehrere Logistikbetriebe angesiedelt. Die heutige Erschließung erfolgt über die Kaltband-, Warmbreitbandstraße und Westfalenhüttenallee zum Knoten Rüschebrinkstraße/B236. Die Erschließung an den ÖPNV erfolgt seit 7. Januar 2017 über die neue Buslinie 417 vom U-Bahnhaltepunkt Kirchderne über den Bahnhof Kirchderne in den Logistikpark Westfalenhütte.

Die geplanten Änderungen:

- Der Schichtwechsel bei Amazon erfolgt um 15 Uhr, anstatt um 14 Uhr (und damit abweichend von den anderen Unternehmen im Logistikpark).

- Der Parkplatz für das Gebäude DTM 2 der Firma Amazon wird dauerhaft an die Brackeler Straße angeschlossen. Hierbei handelt es sich um eine Privatstraße, die aus einem Kreisverkehr hervorgeht und an die Brackeler Straße nach dem Prinzip „rechts rein – rechts raus“ – ausschließlich für Pkw und Linienbusse – angebunden wird. Nach Fertigstellung aller Straßenverkehrsflächen im Logistikpark Westfalenhütte sollen diese an die Stadt Dortmund als öffentliche Verkehrsflächen kosten- und lastenfrei übertragen werden.

- Auf der nördlichen Richtungsfahrbahn der Brackeler Straße wird vor dem Knotenpunkt Brackeler Straße/Spähenfelde eine Wendemöglichkeit über den Mittelstreifen mit vorgelagerter Linksabbiegespur geschaffen.
Diese Wendemöglichkeit wird erforderlich, um den Abfluss der Mitarbeiterverkehre in Richtung B236 zu ermöglichen. Sie hat unabhängig von der Ansiedlung von Amazon eine entlastende Wirkung für den Knoten Brackeler Straße/Im Spähenfelde. Durch diese Wendemöglichkeit werden die Wendefahrten, welche die Besucher des Hoeschparks und des Freibads Stockheide erzeugen, vor dem Knoten abgewickelt.

- Mittelfristig ist die Anbindung des Garbe Logistikparks nach Westen an die geplante Hoeschallee vorgesehen.

- Ausbau des ÖPNV-Angebotes auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte.
Bereits zur Inbetriebnahme von Amazon ist geplant, das Fahrtenangebot der bestehenden Linie 417 zu erhöhen und ein zusätzliches Linienangebot zu schaffen. Dieser Verkehr muss auf die jeweiligen Schichtanfangs- und -endzeiten aller ansässigen Betriebe ausgerichtet werden. Die genaue Linienführung wird derzeit noch abgestimmt. Mit ThyssenKrupp wurde sich bereits über eine Befahrung der Westfalenhütte mit Linienbussen geeinigt, so dass eine kurze Verknüpfung vom Logistikpark Westfalenhütte zur U44 eingerichtet werden kann. Da ein regulärer Linienbetrieb geplant ist, profitieren alle Mitarbeiter der ansässigen Unternehmen von der Erweiterung des ÖPNV-Angebotes.

- Einführung eines Job-Tickets bei der Firma Amazon

- Förderung von Fahrgemeinschaften und Schaffung von überdachten Abstellanlagen für Fahrräder, um die Pkw-Fahrten zu reduzieren.
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