"Rekordbeschäftigung ist kein Grund zum Jubeln"

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Wolf Stammnitz, Fraktion DIE LINKE & PIRATEN
Dortmund: Rathaus |

Mehr Jobs, weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote in Dortmund sank im Dezember um sage und schreibe 0,1 auf 11,1 Prozent. „Doch das ist kein Grund zum Jubeln“, sagt Wolf Stammnitz, sachkundiger Bürger der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.

Wolf Stammnitz: „Auf den ersten Blick könnte man sich freuen, dass die Statistik seit Monaten immer besser aussieht, aber

• die Statistik ist um diverse Warteschleifen geschönt,
• die Arbeitslosenquote in Dortmund ist unverändert fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt, obwohl der Dortmunder OB groß getönt hat, schon 2015 die Arbeitslosenquote unter 10 Prozent zu drücken zu wollen, und
• die Wirklichkeit der neuen Jobs sieht weniger erfreulich aus.“

Insgesamt waren im Dezember in Dortmund 33.773 Menschen arbeitslos gemeldet. Davon 6.127 Personen bei der Arbeitsagentur und 27.646 Menschen beim Jobcenter.

Im Gegenzug stehen derzeit 7.054 Stellen zur Besetzung offen. Das sind gut 1.300 Stellen mehr als im Dezember 2015. 140 Stellen wurden im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen neu gemeldet, 142 Stellen im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, und 156 Stellenmeldungen im Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.

„Doch diese Zahlen sagen leider nichts über die Art der Erwerbstätigkeit“, betont Wolf Stammnitz. „Teilzeitjobs, Leiharbeit, Werkverträge, Scheinselbstständigkeit, Minijobs: Die prekären Jobs sind weder mit dem Mindestlohn noch mit den Appellen des Jobcenters an Dortmunds Unternehmer verschwunden. Wer so arbeiten muss, kann sich kaum über seine Beschäftigung freuen. Wer auf Mindestlohnniveau unbefristet und in Vollzeit beschäftigt ist, hat dennoch kaum genug Geld für das menschenwürdige Überleben einer Familie.“

Wichtig wäre deshalb eine Qualitätsoffensive der Wirtschaftsförderung zusammen mit den Kammern und Verbänden, meint die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN. Angesichts der gedämpften Konjunkturprognosen bestehe hier reichlich Handlungsbedarf. Wolf Stammnitz: „Tausende Flüchtlinge müssen in den Arbeitsmarkt integriert werden, immer noch warten knapp 15.000 Langzeitarbeitslose auf eine Chance. Ihnen existenzsichernde Arbeit anzubieten, dazu wären eigene Anstrengungen auch der Lokalpolitik nötig – stattdessen starrt man in Dortmund auf Frau Nahles und die schwarze Null in Berlin.“
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