Rocker effizient und flexibel bekämpfen

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Zur Forderung des Chefs des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, Rockergruppierungen allgemein zu verbieten, äußert sich der Innenpolitiker, Dortmunder Bundestagsabgeordnete und langjährige Fahnder Thorsten Hoffmann:

„Die Rockerkriminalität - ob im Rotlicht-Milieu, im Bereich der Türsteher-Szene oder auch wenn es um die Revierkämpfe zwischen den verfeindeten Gruppierungen der Hells Angels und der Bandidos geht - ist eines der schwierigsten Ermittlungsfelder der Polizeiarbeit. Jahrelang habe ich als Dortmunder Fahnder in ganz Deutschland in diesem Bereich ermittelt. Ich kenne den Bereich genau und weiß um die Schwierigkeiten und die Gefahren, die sich bei den polizeilichen Ermittlungen ergeben. In ihrer eigenen, oft zwar selbst kriminellen Umgebung, lassen die Gruppierungen zumeist keine externen Straftaten zu. Sie wirken dabei durchaus regulierend. Das hört sich zunächst akzeptabel an, allerdings kann und darf der Rechtsstaat dies nicht zulassen. Gerade hier sind die Strafverfolgungsorgane gefordert. Die Bürger haben einen Anspruch auf Sicherheit und die Rockergruppen müssen anerkennen, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt. Das kann nur geschehen, wenn die Bundesländer koordiniert handeln. Wenn diese personell und technisch nicht mehr in der Lage sind, die Rockergruppierungen zu kontrollieren und zu sanktionieren, müssen wir darüber nachdenken, ob die personelle und technische Ausstattung der Länderpolizeien zeitgemäß ist. Wir müssen auch darüber nachdenken, ob unsere Polizeistruktur noch unserer Erfahrung mit dem kriminellen Handlungsraum entspricht. Um vor die Lage zu kommen, müssen wir flexibel sein und die kriminellen Strukturen berücksichtigen. Ob ein allgemeines Verbot sinnvoll ist, ist aus meiner Sicht fraglich. Wichtiger ist, dass wir tatsächliche Straftaten effizient erkennen, verfolgen und ahnden. Wir müssen auch über weitere Maßnahmen nachdenken. Beispielsweise muss es leichter werden, das Tragen von Kutten zu verbieten. Das wäre aus meiner Sicht sinnvoll und ein Schritt in die richtige Richtung.“

Pressekontakt: Irene Beyer, Tel.: 030/227-73190, Mobil: 0176/30473099, thorsten.hoffmann.ma03@bundestag.de
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