Schlechtes erstes Halbjahr am Arbeitsmarkt: Aktive Arbeitsmarktpolitik gefordert

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Carsten Klink, DIE LINKE
Dortmund: Arbeitsagentur |

Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN teilt nicht die Einschätzung der Arbeitsagentur Dortmund, dass die ersten sechs Monate des Jahres 2017 ein gutes Halbjahr am Dortmunder Arbeitsmarkt waren.

Die Arbeitslosenquote liegt in Dortmund derzeit bei 11 Prozent. Genau 34.012 Dortmunder waren arbeitssuchend gemeldet. Als „Unterbeschäftigte", also Menschen die über 58 Jahre alt sind und in den letzten 12 Monaten kein Jobangebot bekommen haben oder krankgeschrieben waren, kurzfristig arbeitsunfähige Arbeitslose und Personen aus dem Bereich Aktivierung und Berufliche Eingliederung sowie Teilnehmer*innen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen waren sogar 48.080 Personen mit einer Quote von 15,1 Prozent registriert.

Dazu erklärt Ratsmitglied Carsten Klink (DIE LINKE), der finanzpolitische Sprecher der Fraktion:

„Natürlich hat die Arbeitsagentur ein Interesse daran, eine positive Bilanz zu ziehen. Tatsächlich aber waren im Dezember 2016 genau 33.773 Menschen arbeitssuchend und es gab 47.966 Unterbeschäftigte. Die Arbeitslosigkeit hat folglich im ersten Halbjahr 2017 zugenommen.

Die Arbeitslosenquote ist mit 11 Prozent in Dortmund exakt doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Das stete Beschönigen der Arbeitslosenzahlen verstellt den Blick darauf, dass weiterhin mehrere Tausend gute, also anständig entlohnte und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze fehlen. Von einem Job-Boom kann man bestenfalls mit Blick auf die stetig zunehmende prekäre Beschäftigung sprechen. Die Leiharbeitsbranche ist im vergangenen Jahr bundesweit noch einmal um 30 Prozent gewachsen. Eine positive Bilanz sieht anders aus. Scheinbar hat die Stadt Dortmund auch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit aufgegeben. Daher findet vermutlich auch dieses Jahr keine kommunale Arbeitsmarktkonferenz der Stadt Dortmund statt. Dortmund braucht aber eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Es muss endlich ein freiwilliger, öffentlich geförderter Beschäftigungssektor in Dortmund etabliert werden, in dem gesellschaftlich sinnvolle Arbeit geleistet und tariflich entlohnt wird."
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