Sprecher der muslimischen Gemeinden zum Terror in Paris: „Das Leid trifft uns alle!“

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Auf Dialog setzen Gläubige in der Abu Bakr Moschee an der Carl Holtschneider Straße. Dienstag wurden Senioren vom Hansmann-Haus empfangen und Saniye Özmen beantwortete als islamische Theologin Fragen der Besucher. (Foto: Schmitz)
Dortmund: Abu Bakr Moschee |

Auf die islamistisch motivierten Morden an Journalisten des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“, Polizisten und Menschen in einem jüdischen Geschäfts in Paris reagiert der Rat der muslimischen Gemeinden in Dortmund.

Der Sprecher der Dortmunder Moslems, Ahmad Aweimer, riet den Imams, die Ereignisse aus Paris zum Thema der Freitagsgebete in den hiesigen Moscheen zu machen.
Denn dieses Gebet ist der wichtigste Punkt der islamischen Woche und besteht sowohl aus einem im Koran verpflichtenden Gebet als auch aus einer Predigt.
Die Imans können in Deutschland selbst die Inhalte der Freitagsgebete bestimmen. „Ich bin positiv gestimmt, dass die meisten Gemeindevorsteher sowieso Stellung zu der Tragödie beziehen wollten. Bis auf eine haben bereits alle 40 Moscheen in Dortmund Stellung zum Terror in Paris genommen“, weiß Aweimer im Gespräch mit Steffen Korthals.

Viele Nachbarn zeigen sich aufgeklärt

Eine Verschärfung des Tons im Umgang mit den Bürgern islamischen Glaubens habe Aweimer nicht bemerkt. „Ich bin stolz darauf, dass viele Nachbarn und Dortmunder sich so aufgeklärt zeigen“, führt der Träger des Intergrationspreises weiter aus.
Die muslimischen Gemeinden möchten auch ein Signal an die Bürger anderen Glaubens schicken, „denn wir Moslems leben nicht außerhalb der Gesellschaft oder in einer anderen Gesellschaft, sondern mitten drin. Das Leid trifft uns alle“, betont Ahmad Aweimer.

Interreligiöser Dialog

Den interreligiösen Dialog zu intensivieren hält Aweimer dabei für das wichtigste Mittel im Kampf gegen Intoleranz und lädt regelmäßig zu Gesprächen und Besichtigungen in die Dortmunder Moscheen ein.
Der Beauftragte im Deutschen Zentralrat der Muslime warnt vor dem Ziehen von religiös-politschen Schranken: „Wir müssen die Gespräche noch offener führen und noch häufiger. Wir sind Nachbarn, Freunde - um Gottes Willen“.

Noch häufiger Gespräche führen

Auf die Straße zu gehen und für das Verständnis der Kulturen offensiv zu werben, das ist jedoch für den Imam bis jetzt kein Thema: „Wir möchten lieber unsere begrenzte Zeit und Manpower für den sachlichen und gastfreundlichen Dialog nutzen.“
Diskussionen am Runden Tisch sowie öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, auch in Zeiten von Pegida, werden aber weiterhin angestrebt und im muslimischen Rat besprochen.
Aweimer unterstreicht derweil entschlossen: „Deutschland, das ist unsere Identität. Und dafür werden wir weiter eintreten“.
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