Verwaltungsvorstand beauftragt ein Konzept für „Open Data Dortmund“

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Symbolbild Dortmund (Foto: Gerber)
Dortmund: Rathaus Dortmund |

Wieviel Geld wendet meine Kommune für den Unterhalt von Straßen auf? Mit welchem Betrag schlagen die Sozialausgaben zu Buche und wieviel Steuern nimmt meine Stadt ein? Werden wir mehr Dortmunder? Und welcher ist der Stadtteil mit dem höchsten oder niedrigsten Durchschnittsalter? Wo in der Stadt stehen die meisten Kastanien und welcher Stadtteil ist der grünste der Stadt?

All diese Fragen beantwortet die Stadt Dortmund bereits jetzt mit ihren zahlreichen Publikationen wie dem Statistischen Jahrbuch oder dem Dortmunder Statistikatlas, zu finden unter www.statistik.dortmund.de. Darüber hinaus haben Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf Auskunft zu solchen Fragen, abgeleitet aus dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG NRW). Bisher müssen sie aber eben diese konkreten Anfragen im Einzelfall an die Verwaltung richten. Der Gesetzgeber zielte mit der Einführung des Gesetzes im Jahre 2001 darauf ab, die Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger transparenter zu machen. Deswegen sind die Auskünfte nach dem IFG in der Regel kostenfrei wie der Download der statistischen Publikationen. Ist die Zusammenstellung der Antwort aufwendig, fallen hierfür jedoch Gebühren an.

Transparenz und Bürgernähe sind in den letzten Jahren insgesamt immer wichtiger geworden. Bürgerinnen und Bürger erwarten diese von staatlichen Institutionen und Behörden und wollen an Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Sie wollen sich engagieren und nicht nur durch eine indirekte Demokratie lediglich regiert werden. Die Proteste gegen Stuttgart21, die belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel, aber auch das über Nacht entstandene und bis heute anhaltende Engagement aus dem Herbst 2015 zur Unterstützung der überwältigenden Anzahl an Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger sich engagieren und sich keineswegs darauf „ausruhen“, dass der Staat es schon richten werde.

Durch die Entwicklung zur Wissensgesellschaft mit neuen technischen Möglichkeiten sind wir alle zudem ein schnelles, kostengünstiges Sammeln von aktuellen Fakten aus verschiedensten Quellen gewohnt. Medien, die in Echtzeit Nachrichten in die Welt transportieren können, sorgen schließlich dafür, dass politischen Prozesse und Entscheidungen nicht undiskutiert bleiben.

Open Government ist dabei ein Instrument, um diesem Anspruch der Zivilgesellschaft Rechnung zu tragen. Ein zentraler Baustein von Open Government ist Open Data.
Open Data bedeutet, dass die Verwaltung Daten, die sie erhebt und verarbeitet, für jede Nutzerin, jeden Nutzer frei verfügbar in einem maschinenlesbaren Format auf einem Portal zur Verfügung stellt. Daten zu den öffentlichen Finanzen, zur Bevölkerungsentwicklung, aber auch Daten zur (Verkehrs-)Infrastruktur werden bereits von verschiedenen Städten in Deutschland und vielen weltweit bereitgestellt.

Seit dem 01.01.2017 sind im Land Nordrhein-Westfalen zudem die sogenannten Geodaten über ein Open Data-Portal kostenfrei abrufbar. Das Vermessungs- und Katasteramt speist dort die Dortmunder Geodaten ein und sieht das Angebot gut angenommen.
Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen werden bei allen Datensätzen selbstverständlich beachtet. Mit den zur Verfügung gestellten Daten können sich Bürgerinnen und Bürger informieren, Hochschulen Forschung betreiben und Unternehmerinnen und Unternehmer neue Geschäftsideen entwickeln.

Es werden also keine neuen Datensätze bei der Verwaltung erhoben. Vielmehr wird mit Open Data der Datenschatz, über den die Verwaltung bereits verfügt, in einem anwendungsorientierten Format zur Verfügung gestellt, um den Nutzerinnen und Nutzern einen Mehrwert zu ermöglichen.

Individuelle Auskünfte zum Beispiel aus dem Melderegister fallen natürlich nicht unter diese offenen Daten. Sie sind weiterhin im Einzelfall zu erfragen.

Der Verwaltungsvorstand hat nun die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für „Open Data Dortmund“ zu entwickeln. Unter der Federführung des Dortmunder Systemhauses und des Vermessungs- und Katasteramtes soll ein Fahrplan zur Einführung von Open Data Dortmund entstehen, der neben den Herausforderungen die Chancen in den Fokus nimmt. Im nächsten Sommer, also 2018, soll Open Data Dortmund an den Start gehen können.
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