Wohnraum für Flüchtlinge gesucht

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(Foto: Geiss)

Tausende von Flüchtlingen sind in den letzten Tagen in Dortmund angekommen.

Erzbischof Hans-Josef Becker hat in einem Brief an die Kirchengemeinden im Erzbistum Paderborn darum gebeten, zu überprüfen, wo gemeindeeigener Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitgestellt werden könne. Eine Bitte, die Propst Andreas Coersmeier nachdrücklich unterstützt.

In Kurl und in Aplerbeck haben katholische Gemeinden schon länger Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Über die Jugendhilfe St. Elisabeth und die Jugend- und Familienhilfe St. Bonifatius werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht und betreut. 24 dieser jungen Flüchtlinge leben zurzeit in einer Etage des DJH Jugendgästehauses Adolph Kolping.

Viele Dortmunder wollen helfen


Die große Hilfsbereitschaft der Dortmunder gegenüber den ankommenden Flüchtlingen ist vermehrt auch in den Pfarrbüros der Kirchengemeinden zu spüren. „Viele melden sich und möchten helfen oder Sachspenden abgeben“, berichtet Propst Coersmeier.

Das sehr erfreuliche Engagement sei jedoch nicht immer hilfreich. Insbesondere Sachspenden könnten schon aufgrund fehlender Lagermöglichkeiten oft nicht angenommen werden.

Auch sei es für Gemeinden, in denen sich noch keine Unterstützerkreise für Flüchtlinge gebildet hätten, kaum möglich, Hilfsangebote zu koordinieren. Wer helfen möchte, kann sich auch auf der entsprechenden Internetseite der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege eintragen: www.dortmunderfluechtlinge.de.

Koordination über das Internet


Allerdings gibt es hier inzwischen ebenfalls die Schwierigkeit, die Hilfe zeitnah zu koordinieren, wie Manfred von Kölln von der Caritas Dortmund mitteilt. Wenn bekannt sei, an welchen weiteren Standorten Flüchtlinge untergebracht werden und wer sie dort betreut.

Für die von der Caritas betreute Flüchtlingsunterkunft in der früheren Hauptschule am Ostpark hat sich ein großer Unterstützer- und Helferkreis gebildet. Dieser organisiert Deutschkurse, Kinderbetreuung, Dolmetscherdienste, Umzugshilfen und anderes mehr. Diese Hilfen sollen dann demnächst auch in den weiteren Übergangseinrichtungen angeboten werden.

Auch die Evangelische Kirche in Dortmund bietet Unterstützung an, „diese Menschen in Not angemessen und freundlich zu empfangen“. So formulierte es jetzt Ulf Schlüter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, in einem Schreiben an Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Über die Lösung der Wohnraumfrage, so Schlüter, ist der Kirchenkreis mit Stadtdirektor Jörg Stüdemann im Gespräch. Verschiedene Gebäude, die im Besitz der Kirche sind, werden dafür angeboten. Das Diakonische Werk bereitet sich kurzfristig auf die Übernahme weiterer Flüchtlingsunterkünfte vor. Es beteiligt sich aktuell an der logistischen Verarbeitung der umfangreichen Sachspenden am Bahnhof und im Dietrich-Keuning-Haus.

Superintendent Schlüter versicherte darüber hinaus das kirchliche Engagement an einer weiteren Stelle. „Beim Einsatz gegenüber den Rechtsextremisten, die auf dem Rücken der flüchtenden Menschen ihre menschenverachtende Weltanschauung verbreiten wollen.“

Schlüter betont in dem Schreiben, dass die Evangelische Kirche beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Bürger ist. „Das breite und spontane Engagement ist ein großartiges Zeichen einer weltoffenen Humanität; gerade angesichts unserer deutschen Geschichte ist dies von hoher Bedeutung.“ Ebenfalls beeindruckend sei die logistische Leistung und die hohe organisatorische Kompetenz der Stadtverwaltung.


Schlüter verspricht: „Die Kirchengemeinden und Arbeitsbereiche der Evangelischen Kirche werden auch künftig daran mitwirken, dass in Dortmund Vernunft und Menschlichkeit die Atmosphäre und das Denken prägen.“
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