1000 Mädchen sind magersüchtig

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Albrecht-Dürer Realschüler sind die ersten, die sich Ausstellung „Klang meines Körpers“ im Henßler-Haus ansehen. (Foto: Schmitz)
 
Zum Einstieg ins Thema diskutieren am ersten Tag 200 Jugendliche über Bilder in der neuen Ausstellung „Klang meines Körpers“ zu Essstörungen im Fritz-Henßler-Haus. (Foto: Schmitz)
Ab sofort bis zum 1. März wird die Ausstellung „Klang meines Körpers“ im Fritz-Henßler-Haus an der Geschwister-Scholl-Straße 33-37, präsentiert.
Es geht um das Thema Essstörungen – also Magersucht, Bulimie und Esssucht. Dortmunder Schulen haben hier die Gelegenheit, sich intensiv mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Sie werden von fachlich geschulten Begleitern betreut.
Die Ausstellung zielt darauf ab, Essstörungen vorzubeugen und möchte Jugendlichen ab 14 Jahren und Pädagogen Information und Hilfestellung zum Thema geben. Sie wurde mit dem Bayerischen Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis ausgezeichnet und traf bereits in Bayern und im Rheinland auf große Resonanz.

7000 leiden an Esssucht

Essstörungen sind sehr ernst zu nehmende psychosomatische Erkrankungen. Immer mehr junge Frauen und auch Männer sind davon betroffen. In Dortmund leiden zirka 1000 Mädchen und junge Frauen an Magersucht, von Bulimie betroffen sind rund 3000 junge Frauen; etwa 7000 Frauen und Männer leiden an einer Esssucht.
Die Magersucht ist eine der häufigsten Todesursachen im Jugendalter. Bis zu 15 Prozent der chronisch magersüchtigen Patientinnen und Patienten versterben an der Erkrankung.
Die Ursachen der Erkrankungen liegen überwiegend in unbewältigten psychischen Problemen oder Traumatisierungen. Eine Rolle spielen sicherlich auch die medial vermittelten Schönheitsideale. In diesen Zusammenhang gehören magersüchtige Models, eine Vielzahl an Diätangeboten in Modezeitschriften, die alltägliche Diskriminierung von Übergewichtigen; diesem Druck hat nicht jeder selbstbewusst etwas entgegenzusetzen.

Mit dem eigenen Körper unzufrieden

Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ist vor allem bei weiblichen Jugendlichen stark verbreitet. So zeigt die bundesweite Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2005 des Robert-Koch-Instituts, dass zirka 90 Prozent der befragten 15- bis 17jährigen Mädchen gern dünner wären. Bei ungefähr einem Fünftel der befragten Kinder und Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren gibt es Hinweise auf eine Essstörung.
Umso wichtiger ist gute Präventionsarbeit. Die Ausstellung soll Schüler- und Lehrerschaft sensibilisieren und deutlich machen, was mögliche Ursachen sind und wie man sich präventiv stärken kann. Außerdem soll aufgezeigt werden, welche Hilfen es für Betroffene und Angehörige in Dortmund gibt.
Bei der Eröffnung am Montag sahen 200 Schüler das Theaterstück „Durch dick und dünn – wenn Essen zum Problem wird“. Es thematisiert die Geschichte eines magersüchtigen Mädchens. Dann diskutierten die jungen Besucher bei einem Frage-Antwort-Forum mit Schauspielern und Mitgliedern des Netzwerkes Essstörungen. Auf einem kleinen Info-Markt konnten die Schüler noch Nähreres über Essstörungen erfahren.
Organisiert und finanziert wird die Schau vom Gesundheitsamt, der Fachstelle für Suchtvorbeugung, dem Fachbereich Schule und dem Jugendamt. Auch die Wirtschaftsförderung leistet finanzielle Unterstützung. Das Vorhaben, die Ausstellung nach Dortmund zu holen, ist im Dortmunder Netzwerk Essstörungen entstanden, das vom Gesundheitsamt koordiniert wird.
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Heiko Müller aus Dortmund-City | 20.02.2013 | 12:13  
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