Dortmunder Mitternachtsmission e.V. - zum 41. Internationalen Hurentag

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41. Internationalen Hurentag am 2. Juni 2016.
Der Internationale Hurentag ist ein Gedenktag für die 150 Prostituierten, die in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 1975 in Lyon die Kirche Saint-Nezier besetzten. Sie protestierten gegen unerträgliche Arbeitsbedingungen, forderten freie Berufsausübung und lösten einen Generalstreik aus. Prostituierte mussten im Verborgenen arbeiten, es kam zu vielen gewalttätigen Übergriffen, auch zu Morden. Dieser erste öffentliche Aufstand von Sexarbeiterinnen wurde mit Polizeiknüppeln nieder geschlagen. Weltweit wurde Solidarität bekundet. Der Tag gilt international als Ausgangspunkt der Hurenbewegung.

In Deutschland ist Prostitution schon seit 1927 legal und seit 1964 steuerpflichtig. 2002 ist das Prostitutionsgesetz in Kraft getreten. Das Ziel war die sozialrechtliche Gleichstellung von Prostituierten mit anderen ArbeitnehmerInnen und Selbständigen, mit den gleichen Rechten und Pflichten.
Durch das Prostitutionsgesetz wird ihnen rechtliche Sicherheit und Zugang zu den Sozialversicherungssystemen ermöglicht. Es ist die Grundlage für die Schaffung legaler und menschenwürdiger Arbeitsplätze in der Prostitution.

Für eine weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen und den Schutz der Prostituierten, dazu gehört Rechtssicherheit und Stärkung der Rechte der in der Prostitution Tätigen, sind gesetzliche Änderungen und Ergänzungen notwendig.

Das geplante und viel diskutierte Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) setzt aber hauptsächlich auf Kontrolle und Sanktionierung und soll so Frauen vor Menschenhandel und Ausbeutung bewahren. Wir denken, dass die Hürden der Anmeldung für die Frauen und Männer in der Prostitution zu hoch werden und dass insbesondere die vorgesehene Anmeldepflicht mit den geforderten Pflichtberatungen dazu führen wird, dass Betroffenen entscheiden, entweder im Verborgenen, ohne Anmeldung zu arbeiten und so eher Opfer von Gewalt und Ausbeutung werden, oder die Hilfe von ausbeuterischen Personen bei der Bewältigung der bürokratischen Anforderungen in Anspruch nehmen.

Wir haben auf die aus unserer Sicht problematischen Maßnahmen im Rahmen des ProstSchG mehrfach hingewiesen und hoffen, dass noch eine Veränderung des Entwurfes möglich ist, die die Stärkung der Rechte der Prostituierten im Fokus hat, die zur Entstigmatisierung beiträgt und eine Kriminalisierung der Prostituierten verhindert.

Andrea Hitzke, Leiterin der Dortmunder Mitternachtsmission
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