Dortmunder Polizei zieht "erschreckende Unfallbilanz"

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Die tödlichen Unfälle auf Dorrtmunder Straßen haben zugenommen. Die Polizei zählt zu hohe Geschwindigkeit aufgrund von Ablenkung und Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluß zu den häufigsten Unfallursachen (Archivfoto). (Foto: Archiv)
 
Die Dortmunder Polizei sieht ihr Ziel weniger Todesopfer durch Verkehrsunfälle auf den Straßen der Ruhrmetropole registrieren zu können für 2014 als nicht erreicht an.
Dortmund: Polizeipräsidium |

Polizeichef Lange hat es diese Tag nicht leicht in seiner City. Nach mehreren rechtsextremen Provokationen gegenüber Flüchtlingen und Journalisten gibt es nun die Unfallzahlen des Vorjahres zu verkündigen. Lange spricht von einer „erschreckenden Bilanz“.

Dabei hegt der Polizeipräsident einen hohen Selbstanspruch an sich und sein Verkehrsteam, ist der Verkehr in Dortmund - lauter aktueller Zahlen - für Kinder, Jugendliche und Senioren der sicherste in NRW.
„Das strategische Ziel der Polizei „weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr“ konnte jedoch nicht erreicht werden“, relativiert Lange. 285 Unfälle waren es 2014 mehr auf unseren Straßen als im Jahr zuvor. Insgesamt mussten Freund und Helfer 20 870 Mal zu einem Unfallort ausrücken, davon in über neunzig Prozent der Fälle wegen eines Sachschadens.

Mehr Unfalltode

Aber es gibt auch circa neun Prozent Unfälle mit Personenschäden zu melden, davon zwölf mit tödlichem Ausgang. Die hohe Steigerung auf zwölf Todesopfer im Dortmunder Straßenverkehr beinhaltet dabei auch über die Hälfte Unfälle ohne Fremdverschulden - altersbedingte Erscheinungen und Verhaltensweisen sowie unvorhersehbare Ereignisketten waren die Ursache dieser Tragödien im Verkehr.
Senioren sind im Verkehr besonders gefährdet. Sie verunglücken immer häufiger. Das gilt im verstärkten Maß für rüstige Fahrradfahrer. Die Polizei rät zu realistischen Einschätzung der körperlichen Fähigkeiten und zum Tragen von Fahrradhelmen. Das Gesprächsprogramm der Verkehrsicherheitsbeamten in Senioren-Einrichtungen und -Treffpunkten soll 2015 ausgebaut werden.
Auf Fußgänger als „ungeschützte“ Verkehrsteilnehmer sollte ebenfalls Obacht gegeben werden, denn sie werden in Dortmund immer häufiger Opfer von Unfällen.
Dass weniger Kinder verunglücken, führt die Polizei auf gute Präventivarbeit hin, wie durch ihren Blitzmarathon unter Mithilfe von Kindern, ihrer Verkehrsaufklärung in Schulen und der Polizei-Verkehrspuppenbühne.

Häufige Unfallursachen

Generell ist in Dortmund immer noch zu hohe Geschwindigkeit die häufigste Ursache von Unfällen. Es gibt aber auch viele weitere Möglichkeiten eines der 300 000 gemeldeten Kraftfahrzeuge unsachgemäß zu führen.
Zu den Hauptunfallursachen gehören Alkohol und Drogen, wobei sich der Trend deutlich in Richtung Drogen hinter dem Steuer verschiebt.
„Die Gefährlichkeit von Handys im Auto wird immer noch unterschätzt“, warnt Ulrich Wloch, der stellvertretende Direktionsleiter Verkehr. 30 Prozent der Unfälle passieren durch die Benutzung der mobilen Geräte während der Fahrt.
Auch wenn bereits über 11 000 Dortmunder bei der Handybenutzung im Auto 2014 erwischt worden sind, so lassen sich immer noch genug Fahrer darauf ein während der Fahrt zu Telefonieren, SMS zu schreiben, den MP3-Player zu bedienen oder ihre Social Media Accounts und What‘s App-Nachrichten zu checken.
Laut neuester Studien blickt ein Mensch durchschnittlich 25 Mal zwischen Display und Fahrbahn hin und her, wenn er einen Song während der Fahrt auf dem MP3-Player auswählt. Das heißt auch, dass 900 Meter bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h im Blindflug absolviert werden. Beim Schreiben von Handynachrichten erhöht sich die Zahl.
Ablenkung soll in der Verkehrsüberwachung weiter in den Mittelpunkt rücken und Aktionen mit den sogenannten „Brückenfotos“ (Polizeifotos von Brücken ins Fahrzeuginnere zur Überführung von Handysündern am Steuer)weiter intensiviert werden.

Problem Fahrflucht

In der Diskussion um Unfälle auf unseren Straßen ist die steigende Anzahl an Unfallfluchten. Jeder Fünfte sucht das Weite nach einem Zusammenstoß, meist auf großen Parkplätzen. Fast 47 Prozent aller Fahrerfluchten bei Sachschäden werden aufgeklärt. Bei Personenschäden, und entsprechend höherem Personal- und Zeiteinsatz, werden sogar 63 Prozent der Fälle aufgeklärt. Auf die geflüchteten Unfallverursacher warten hohe Geldstrafen, MPU, ein Fahrverbot bis zum Führerscheinentzug.
Abhauen lohnt sich also nicht. „Zudem sind die „Parkplatzrempler“ mit 30 Euro Strafe die vergleichsweise „günstigsten“ Unfälle“, weiß die Verkehrsdirektion.
Die Nachbarstadt Lünen tut sich mit einer besonders hohen Unfallfluchtquote hervor. Hier hat die Polizei mit den örtlichen Einzelhändlern die Kampagne „Parkplatzrempler und weg?“ gestartet.
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