Flöhe – urzeitliche Parasiten

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Floh (Foto: flickr.com/Kat Masback)
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen – Flohbefall sorgt noch heute oftmals für Erheiterung unter den Mitmenschen, obwohl es für den Betroffenen weniger lustig ist. Auch wenn heutzutage ein weiträumiger Befall mit Flöhen durch die hygienischen Bedingungen kaum noch vorkommt, kann es in Einzelfällen, zum Beispiel durch eine Übertragung von Flöhen durch das eigene Haustier, zu schmerzhaften und juckenden Erfahrungen führen. Der Menschenfloh, der in den vergangenen Jahrhunderten für große Epedemien wie Pest oder Fleckfieber verantwortlich war, gibt es glücklicherweise kaum noch. Die modernen Reinigungssysteme, Putzmittel sowie das Körperbewusstsein der Menschen haben ihn so gut wie ausgerottet. In Ländern, wo dies nicht der Fall ist, besteht jedoch weiterhin Gefahr durch den Menschenfloh.

Anatomie der Flöhe

Flöhe gibt es schon seit Urzeiten. Schon in der Kreidezeit lassen sich anhand von gefundenen Fossilien flohähnliche Insekten nachweisen. Der aus dieser Zeit stammende Palaeopsylla unterscheidet sich nicht von den heute bekannten Floharten. Flöhe leben als Blutsauger auf Wirtstieren. Sie werden zwischen einem und sechs Millimeter lang. Sie sind sehr anpassungsfähig, was ihre parasitäre Lebensweise angeht.
Ihr Körperbau ist seitlich stark abgeflacht, was ihnen das Durchdringen von Fell und Haaren erleichtert. Insgesamt ist darauf ihre gesamte Anatomie abgestimmt: Ihre Behaarung ist nach hinten gerichtet, die Körperoberfläche ziegelartig ineinander greifenden, so dass sie in engste Körperfalten kriechen können.

Der Saugapparat der Flöhe besteht aus einem nach unten gerichteten Stechrüssel. Dieser besitzt an seinem Ende zwei lanzettenartig geformte Saugrohre, mit dem der Parasit in die Haut des Wirtstieres eindringt. Beim Biss sorgen Enzyme dafür, dass das Blut während des Saugvorganges nicht gerinnt und dass der Wirt den Stich nicht bemerkt (schmerzstillender Effekt). Das ist auch der Grund dafür, warum man einen Flohbiss meistens nicht bemerkt. Rund um die Bissstelle kommt es zu einer Rötung, in der Mitte sitzt ein kleiner, rotgefärbter Punkt (der Bisskanal). Stört man den Floh bei seiner Mahlzeit, springt er schnell weg, hinterlässt dabei aber weitere Biss, so dass es zu den charakteristischen „Biss-Straßen“ kommt. Diese zeigen auch deutlich an, dass man sich einen Floh eingefangen hat, selbst wenn man den eigentlichen Biss oder den Juckreiz nicht bemerkt hat.

Einige Tage nach der Blutmahlzeit beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Bis zu 500 Eier kann ein Flohweibchen legen. Dies geschieht in „Eipacketen“ von sechs bis zehn Eiern. Danach muss das Weibchen eine erneute Blutmahlzeit zu sich nehmen, um neue Kraft zu tanken. Vom Erscheinungsbild sind Floheier etwa 0,5 mm groß, weiß, oval und mit einer glatten Oberfläche versehen. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 5 Tagen madenähnliche Larven. Die ernähren sich während ihres Larvenstadiums von organischen Stoffen, die sie in Form von Haaren, Hautschuppen und ähnlichem leicht finden. Zwei Mal häuten sich die Flohlarven, bevor sie sich in einem Kokon aus Speichelsekret und „Füllmaterial“ (Schmutz, umherliegender Sand, Haare) verspinnen. Die dritte Häutung wird innerhalb dieses Kokons vollzogen und nach acht bis vierzehn Tagen schlüpft dann der erwachsene Floh. Ein Floh kann bis zu einem Jahr alt werden und braucht nicht unbedingt ständig Nahrung. Dies ist auch der Grund dafür, dass bei einem massiven Flohbefall die Wohnung peinlichst gereinigt werden muss, am besten unter Zuhilfenahme eines entsprechenden Insektizides. Weitere Mittel gegen Flöhe

Gefahren bei Flohbissen

- Bakterien wie Strepholokokken und Staphylokokken können übertragen werden, Kratzen an den Bissstellen kann zu Entzündungen führen.
- Tropische Sandflöhe bohren sich in die Haut des Menschen, was meistens nicht bemerkt wird. Nach einer Weile kommt es zum Schmerzempfingen und eitrige Entzündungen treten auf. Zumeist muss der Floh operativ entfernt werden.
- Die Eier des Hunde-Gurkenkernbandwurms habitieren parasitär auf Hunde- und Katzenflöhen. Werden sie verschluckt (z. B. beim Spielen oder Schmusen mit dem Haustier), kann sich im Darm ein Bandwurm entwickeln.
- Der Rattenfloh lebt noch in tropischen und subtropischen Regionen. Er kann das gefährliche Fleckfieber übertragen.
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