Geld und Papiere weg: Wenn ein Taschendieb beim Einkauf große Beute macht

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Im Gedränge besonders gern oder wenn Menschen abgelenkt sind, greifen Taschendiebe nach Wertsachen. Foto: Archiv (Foto: Archiv)
"Ich bin ausgeraubt worden", sagt Monika Duschar aus dem Dortmunder Süden. Ihr Portemonnaie wurde ihr aus der geschlossenen und am Einkaufswagen festgebundenen Tasche gestohlen. Nur einen Augenblick war sie beim Discounter bei der Obstauswahl abgelenkt. Und bemerkt hat sie es erst, als sie an der Kasse bezahlen wollte.

Im Süden. Taschendiebe schlagen gern da zu, wo viele Menschen sich drängen oder das Opfer abgelenkt ist, beschreibt Polizeisprecherin Cornelia Weigang. "Gelegenheit macht Diebe", sagt sie und warnt vor Wertsachen in offenen Rucksäcken oder in deren Außentaschen, vor der offenen Einkaufstasche mit Geldbörse drinnen oder Handtaschen, die zwar am Körper aber nicht vorn getragen würden.

Für Monika Duschar war nicht der Verlust des Geldes der schlimmste Schaden. "Alle Papiere, Kreditkarten und selbst die Bonuskarte vom Zahnarzt war verschwunden.

Manchmal werfen die Diebe die Geldbörsen weg. Ihnen kommt es nur aufs Geld an, weiß Cornelia Weigang. Dann gebe es auch gelegentlich Hinweise auf die Täter.
Auf Videoüberwachung setzt die Polizei bei den Ermittlungen. Oder auf Erkenntnisse vom Sicherheitspersonal im Geschäft. Zeugenhinweise könnten hilfreich sein. Wenn auch die nicht vorliegen, wird es schwierig. Monika Duschar hat nach dem Diebstahl vor drei Wochen Anzeige erstattet und seither gehofft, die Papiere würden wieder auftauchen. Vergeblich. "Die Wiederbeschaffung von Ausweispapieren ist total nervig", bestätigt Cornelia Weigang. Ohne Hinweise wird die Täterermittlung schwierig, beschreibt sie die Ermittlungen. Manchmal helfe ein Glücksfall.

Taschendiebstähle, die zum Teil in bandenmäßigen Strukturen begangen werden, haben 2015 von 4.795 Fällen auf 4.642 Fälle um 3,2 Prozent abgenommen. Gleichzeitig wurde die Aufklärungsquote von 7,1 auf 10,7 Prozent gesteigert; bei diesem sehr schwer aufzuklärenden Delikt eine auch im Quervergleich beachtliche Entwicklung, berechnete die Dortmunder Polizei gerade. Im Kampf gegen Taschendiebe setzt sie auf zwei Ermittlungskommissionen, neben der EK „Tasche“ seit September 2015 auch auf die EK „Maghreb“, die sich mit Taschendiebstählen und Raubstraftaten, auch durch sog. „Antänzer“ beschäftigt.

Monika Duschar rät jedenfalls aus bitterer Erfahrung zur besonderen Vorsicht.
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