„Immer dort, wo ein Samenkörnchen Mut in den Boden fällt......“

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  Mit Verspätung meine Rezension des Buches von Christian Nürnberger "Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte - Mutige Menschen"; erschienen im Gabriel Verlag in der Neuauflage von 2014 (ISBN 978-3-522-30367-5).
Christian Nürnberger ist ein bekannter Autor und Journalist, der für renommierte Zeitungen wie die Süddeutsche oder auch die Zeit schreibt und als freier Autor seit über zwanzig Jahren im Buchhandel bekannt ist. Viele seiner Bücher sind für Jugendliche geschrieben; er erhielt 2010 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Dieses mir vorliegende Buch war in der Erstausgabe (im Schulbuchformat) für jugendliche Leser vorgesehen, doch diese Neuausgabe ist für alle interessierten Leser gleich welchen Alters geeignet.

Im Vorwort von Christian Nürnberger zum Thema Mut - aufgehängt an einer eigenen Erlebniserfahrung mit seinem Hund und den sich daraus stellenden Gedanken - steht ein wunderbarer Satz: „Immer dort, wo ein Samenkörnchen Mut in den Boden fällt und ausnahmsweise mal aufgeht, verändert sich die Welt.“

Die 12 Menschen, deren mutiges Entscheiden und Verhalten es in dieses Buch geschafft haben, sind grundverschieden, doch eines haben sie gemeinsam: sie machten sich auf, mutig ihren eigenen Weg zu gehen um die Welt zu verändern - diese Menschen hinterließen und hinterlassen ihre Spuren in der Welt. Christian Nürnberger fasst diese Geschichten in klare, strukturierte Sätze und Abschnitte, so dass das Lesen der manchmal stark philosophischen, politischen oder gesellschaftspolitischen Erlebnisse und Handlungen leicht von der Hand geht – zusätzlich unterstützt durch die Schriftgröße. Der Erzählstil wirkt tatsächlich wie eine persönliche Erzählung: beim Lesen entsteht das Gefühl des Zuhörens, als würde Nürnberger die Passagen selbst erzählen.

Von wem erfahren wir etwas in diesem Buch? Es sind: Ayaan Hirsi Ali, Alice Schwarzer, Anna Politkowskaja, Bartolome de Las Casas, Berta von Suttner, Bärbel Bohley, Martin Luther, Nelson Mandela, Peter Benenson und Wangari Maathai.

Sicherlich sind nicht alle diese Namen/Personen und ihre Geschichten jedem geläufig – doch Nürnberger macht auf die dazugehörigen Kapitel, die immer mit einer Aufzählung der wichtigsten Details zur Person beginnen, mit seinen Untertiteln wirklich neugierig. Er betitelt z.B. Alice Schwarzers Kampf für die Frauenrechte mit „Die Hälfte der Welt für die Frau“ oder setzt Peter Benensons Gründung von Amnesty International den Satz voran: „ Ein Hund, der das Ufer erblickt, ertrinkt nicht“ - dies ist im übrigen ein kenianisches Sprichwort, das ein von Amnesty International befreiter, zu Unrecht inhaftierter Kenianer zur Arbeit dieser Organisation sagte.
Christian Nürnberger hat in diesem Buch auf den biografischen Lebensweg der Protagonisten verzichtet. Er beschreibt ausschließlich die Entwicklung zum mutigen Menschen, deren Handlungen und die Konsequenzen ihres Tuns und schafft damit einen Einblick in das Leben von Menschen, die für etwas Großes kämpfen oder gekämpft haben.

Also 306 Seiten Lesevergnügen für interessierte Leser, auch das ausführliche Quellen – und Literaturverzeichnis am Ende des Buches regt zur weiteren Beschäftigung mit dem Leben der einzelnen Persönlichkeiten ein.

Einfach lesenswert! Daumen hoch!
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2 Kommentare
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 07.01.2015 | 10:14  
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Corina Höhn aus Dortmund-City | 09.01.2015 | 12:30  
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