In der Kälte nach den Sternen greifen

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V.l.: Anne Rabenschlag, Thomas Bohne und Regina Adams stellen die Karte für Wohnungslose vor. (Foto: Schmitz)
Noch sind die Temperaturen in Dortmund nicht wirklich winterlich, so sie kann kommen, die Kälte, und zwar schnell. Dann bekommen alle die, die kein festes Dach über dem Kopf haben, ein Problem.

Das Diakonische Werk will für diesen Fall nicht nur frühzeitig vorsorgen, mit einer kleinen Stadtkarte und einem Handwärmer in Sternform will sie vor allem aufklären und informieren.

„Die Karte ist für wohnungslose Menschen gedacht und wird in der Zentralen Beratungsstelle der Diakonie in der Rolandstraße 10 und von der aufsuchenden medizinischen Hilfe verteilt“, erklärt Anne Rabenschlag, Geschäftsführerin der Diakonie.

Die Karte soll aber auch aufmerksamen Mitbürgern, denen Wohnungslose im Stadtbild auffallen, etwas an die Hand geben. „Die beiden Hauptprobleme für Wohnungslosigkeit sind der Mangel an günstigem Wohnraum und die Langzeitarbeitslosigkeit“, ist sich Thomas Bohne, der Leiter der Zentralen Beratungsstelle ZBS sicher.

Und Regina Adams von der Sucht- und Wohnungslosenhilfe, ergänzt: „Der Graubereich zwischen Wohnungslosigkeit und prekären Wohnverhältnissen ist groß. Oft müssen wir zunächst mal dafür sorgen, dass die Wohnungslosen ihre Existenz absichern und ihre Ansprüche zum Beispiel auf Transferleistungen geltend machen.“ Rund ein Drittel der mehr als 500 Klienten, die die aufsuchende medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, sind nicht krankenversichert.

Die Dortmunder sind gefordert, Acht zu geben: „ Wenn Sie wohnungslose Menschen sehen, die hilflos oder in Not sind, rufen Sie die Polizei oder den Rettungsdienst!“, so Regina Adams.


Fakten und Zahlen:


 2014 wurden 1504 Personen von der ZBS betreut
 15-20 Prozent von ihnen waren komplett ohne Unterkunft
 2015 wurden bisher rund 1400 Menschen betreut
 In den letzten 22 Jahren sind mindestens 278 Wohnungslose erfroren
 Rund 24000 Menschen sind bundesweit von der Kälte besonders bedroht, weil sie im Freien schlafen
 In Dortmund hat es in den letzten Jahrzehnten einen Kältetoten gegeben
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