"Inga" hilft Arbeitslosen

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Im Inga-Team helfen Sarah Hinz (o.) und Cornelia Labin.(r.) Arbeitssuchenden mit speziellen Problemen. (Foto: Schmitz)

Nach einem knappen halben Jahr zieht die Agentur für Arbeit in Dortmund eine positive Bilanz: Die ganzheitliche interne Integrationsberatung, kurz Inga, hilft arbeitslosen Menschen, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

David B. ist Mitte 20, Maurer und alleinerziehender Vater einer fünfjährigen Tochter. Eine weiter entfernte Stelle oder eine Montagetätigkeit kamen für ihn nicht in Frage. Mit Unterstützung seiner Integrationsberaterin fand David B. eine Stelle bei einer Bausanierungsfirma, die zu seiner Lebenssituation passt und die ihm erlaubt, sein Kind morgens vor der Arbeit in die Betreuung zu bringen.

Sabrina L., Hauswirtschafterin ohne Berufserfahrung. In mehreren Gesprächen mit ihrer Integrationsberaterin stellte sich heraus, dass sie sich für die Betreuung von Senioren interessiert und dies ihren Stärken entspricht. Ein Praktikum bestätigte diese Einschätzung. Nach einer dreimonatigen Fortbildung im pflegerischen Bereich wird sie in einer Senioren-WG auch ihre hauswirtschaftlichen Kenntnisse einbringen können.

Schon diese Beispiele zeigen, dass der Weg aus der Arbeitslosigkeit nicht immer reibungslos verläuft. Private, familiäre oder gesundheitliche Probleme, Schulden- oder Suchtprobleme erschweren die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. „Mit der neuen Integrationsberatung kümmern wir uns in dem Ausmaß um diese Menschen, wie sie es benötigen. So können wir Stolpersteine, die die schnelle Rückkehr auf den Arbeitsmarkt erschweren, aus dem Weg räumen. Die ersten Erfahrungen zeigen: Die intensive Betreuung zahlt sich aus. Seit dem Projektstart im Mai konnten wir gut 530 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt integrieren. Das ist ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Fachkräftesicherung in Dortmund“, hebt Arbeitsagenturchefin Astrid Neese die Vorteile des Ansatzes hervor.

Herzstück von "Inga" sind 17 eigens geschulte Integrationsberater, die sich jeweils um maximal 65 Kunden kümmern. Zum Vergleich: Arbeitsvermittler haben normalerweise etwa 350 Arbeitslose und Arbeitsuchende zu betreuen.
„Inga ermöglicht durch die vergleichsweise geringe Kundenzahl eine intensivere und individuellere Betreuung. Gerade wenn es zusätzliche Probleme neben der Arbeitslosigkeit gibt, können wir so eine Vertrauensbasis aufbauen und im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung einen Weg zurück zum Arbeitsmarkt finden. Dabei gleicht keine Ausgangssituation der anderen. Viele Menschen sind nach langer Berufstätigkeit oder einer längeren Auszeit unsicher, wie sie die Stellensuche angehen sollen. Sie können ihre Qualifikation nicht einschätzen und haben keine Erfahrung mit dem aktuellen Bewerbungsverfahren. Hier setzen wir an und unterstützen“, erläutert Inga-Teamleiterin Sarah Hinz.

Die Integrationsberater sprechen mehrmals monatlich mit ihren Kunden. Die Inga-Kunden können zudem ohne Termin verbeikommen und besprechen, was ihnen am Herzen liegt. Eine eigene Hotline sorgt für den kurzen Draht. Neben der persönlichen Beratung gibt es Gruppenangebote mit wenigen Teilnehmenden, bei denen unter anderem Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche trainiert werden. Hinzu kommen maßgeschneiderte Weiterbildungen, um die berufliche Qualifikation zu verbessern oder Kenntnisse zu aktualisieren. Bei Bedarf begleiten die Integrationsberater ihre Kunden auch in der ersten Zeit der neuen Erwerbstätigkeit.

Das Projekt ist zunächst auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt.
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