Kampf gegen Keime

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Eine ganze Reihe Dortmunder Kliniken hat jetzt ein MRSA-Qualitätssiegel bekommen. Es soll Infektionen durch multiresistente Keime im Krankenhaus verhindern (Foto: Schmitz)

Multiresistente Keime im Krankenhäusern sind zunehmend ein Problem, denn oft helfen Medikamente gegen diese Erreger nicht mehr. Ein Qualitätssiegel soll jetzt Abhilfe schaffen.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Annette Düsterhaus, übergab die Auszeichnung an die Vertreter der Krankenhäuser, die an dem Verfahren teilgenommen haben: ausgezeichnet wurden das Hüttenhospital, Knappschaftskrankenhaus (Klinikum Westfalen)das Klinikum Dortmund, St. Johannes-Gesellschaft (St. Johannes-Hospital, Marienhospital, St. Elisabeth-Krankenhaus), St. Lukas-Gesellschaft (St. Josephs-Hospital, Katholisches Krankenhaus West).

Die MRSA-Qualitätssiegel-Anerkennung nach den Qualitätskriterien des überregionalen MRE-Netzwerkes Nordwest unterstreicht deutlich die Bemühungen der Krankenhäuser, nachhaltig zum Schutz ihrer Patienten beizutragen. „Unsere besondere Anerkennung gebührt hier den Hygienefachkräften, die sich mit sehr großem persönlichem Engagement für die Durchführung und Etablierung dieser nachhaltigen Verfahren eingesetzt haben“, betonte Dr. Düsterhaus.

Dortmund besitzt schon seit 2008 den Netzwerkverbund „Dortmunder MRSA-Netzwerk“. Die Geschäftsführung hat das Gesundheitsamt inne. Dieser Verbund hat das Anliegen, den gefährlichen Krankenhauskeim MRSA (Methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus) systematisch zu bekämpfen und damit die Zahl der dadurch bedingten Krankenhausinfektionen zu senken.

Mitglieder des Arbeitskreises sind die Hygienefachkräfte aller Dortmunder Krankenhäuser, Fachleute des Gesundheitsamtes aus der Abteilung Umwelt- und Infektionshygiene sowie weitere Teilnehmer aus angrenzenden Arbeitsgebieten wie beispielsweise Vertreter des Medizinischen Versorgungszentrums Labor Eberhard und Partner.

Zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung des Krankenhauskeimes MRSA wurden von dem Netzwerkverbund bereits auf den Weg gebracht. Viele dieser Anregungen wurden vom Gesundheitsamt initiiert und in der Netzwerkarbeit intensiver bearbeitet.

In den letzten Jahren hat die Bekämpfung dieses Krankenhauskeimes und weiterer gefährlicher Keime nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch bundesweit ein großes Interesse gefunden. So gründeten sich überregionale Netzwerke oder zeitlich begrenzte Netzwerkprojekte.

Dortmund wurde auch Mitglied des überregionalen Netzwerkprojektes „MRE-Netzwerk Nordwest“ (MRE steht für den Überbegriff „Multiresistente Erreger“) mit Sitz in Münster.

Die überregionalen Netzwerkprojekte haben alle das Anliegen, flächendeckende Verfahren zur Bekämpfung der Krankenhauskeime einzuführen. Dabei sind sich neben den Krankenhäusern auch andere medizinische Einrichtungen sowie Pflege- und Versorgungsbereiche im Blick.
Das Netzwerk Nordwest hat spezielle Qualitätskriterien erarbeitet, die die Grundlage für das neue Qualitätssiegel für Krankenhäuser bilden. Schwerpunkte sind der Nachweis systematischer und nachhaltiger Verfahren zur Bekämpfung des Erregers.

Krankenhäuser können auf freiwilliger Basis an der Überprüfung der Qualitätskriterien teilnehmen und erhalten nach bestimmten Verfahrensabläufen das Qualitätssiegel, wenn alle zehn Qualitätskriterien erfüllt sind.

Voraussetzung für den Erhalt eines Qualitätssiegels ist eine Vorbewertung durch das Gesundheitsamt. Ein Qualitätskriterium ist beispielsweise die systematische Durchführung einer Aufnahmeuntersuchung von bestimmten Risikopatienten auf MRSA oder der Nachweis von strukturierten und regelmäßigen Fortbildungen des Personals zum Umgang mit den Keimen.
Die abschließende Bewertung und die formelle Vergabe des Qualitätssiegels erfolgt durch die zentrale Stelle des MRE-Netzwerkes in Münster.

Die konkrete Vorbewertung der Dortmunder Krankenhäuser durch das Gesundheitsamt fand im zweiten Halbjahr 2012 statt. Die Fachleute bewerteten anhand der infektionshygienischen Überwachungen, durch ausführliche Interviews vor Ort - sowohl auf den Stationen als auch in den Funktionseinheiten - und durch Sichtung der erforderlichen Unterlagen, inwieweit die geforderten Qualitätskriterien in dem jeweiligen Krankenhaus erfüllt wurden.
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