„S`Pott an!“ - FlicFlac-Weihnachtscircus

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    Dortmund: Westfalenhallen |

Röhrende Motoren? Düstere Klänge? Atemberaubende Akrobatik? In diesem Jahr ist der FlicFlac-Weihnachtscircus zum vierten Mal zu Gast in Dortmund. Gleich neben der Westfalenhalle steht das schwarzgelbe Zelt. Comedian Markus Krebs begrüßt in diesem das Publikum mit einem echten Kontrastprogramm zur Weihnachtszeit. Artisten aus aller Welt zeigen ihr Können und begeistern das Publikum. Moderator Markus Krebs lockert den Abend mit seinen Witzen auf und verstärkt den Kontrast zu Besinnlichkeit und Harmonie. Bis zu 1.500 Gäste können bei FlicFlac eine Auszeit vom Weihnachtstrubel nehmen und eine eindrucksvolle Show genießen.

Der Abend beginnt mit einer leeren Manage in der Dunkelheit. Doch die füllt sich schnell, denn zu den Klängen der Stimmen von Sänger teloy und Sängerin Stephanie Crutchfield kommen alle Artisten gemeinsam auf die Bühne. Dort stellen sie sich in ihren Bühnenoutfits auf und geben so einen Vorgeschmack auf das, was die Circus-Besucher erwartet. Doch dann steht erst einmal Comedian Markus Krebs im Mittelpunkt. Er schwingt den Besen, behauptet vom Arbeitsamt geschickt worden zu sein, und grübelt über Schildervorschläge wie „Nicht am Löwen packen!“ Mit spitzer Zunge berichtet der beim Comedy Grand Prix 2011 ausgezeichnete Duisburger vom Schaukelpferde-Einreiten und anderen Jobs. Dann macht der König der Kalauer Platz für die Diabolo Jongleure „Blue Dragons“. Die vier Taiwanesen arbeiten seit ihrem zehnten Lebensjahr mit den Diabolos und verbinden Tradition, Können und moderne Präsentation. So spielen sie sich die Diabolos gegenseitig zu, übergeben den drehenden Diabolo von einer zur anderen Person und lassen sogar zwei Diabolos auf einem langen Seil übereinander springen. Dann geht es hoch hinaus. Luftakrobatik ist das Metier von Katya Shustova. Während die Musik „Höher und höher“ fordert, wird sie an zwei blauen Tuchsträngen nach oben ins 18 Meter hohe Zelt gezogen. Kopfüber hängt sie dort in ihrem bunten Kostüm und zeigt eine gewagte und gelungene Choreografie. Zu der gehört der Spagat direkt am Abgrund. Bei ihrem abwechslungsreichen Auftritt wechselt Katya immer wieder die Position im Tuch und findet mit Händen und Füßen dennoch Halt. Der Auftritt endet spektakulär. Mit mehreren großen Überschlägen stürzt Katya zurück in die Manege – und fängt sich wieder einmal im letzten Moment, um dem Publikum ein strahlendes Lächeln zu schenken.

Wer Geschwindigkeit mag, kann den Auftritt von Eugenio, Roby und Alina Nistorov besonders genießen. Das italienische Trio dreht auf Rollschuhen schwindelerregende Runden. Ihr Können zeigen die drei auf einem kleinen Podest. Dabei drehen sich die drei nicht nur blitzschnell im Kreis, sondern zeigen auch viele Varianten. Mal wird eine Person von den beiden anderen in die Luft gewirbelt, mal genügt ein Fuß im Nacken des anderen, um sich in schneller Drehung zu halten. Die Nistorovs lieben das Risiko und wirbeln sich kopfüber und nur wenige Zentimeter über dem Boden durch die Luft. Wie schnell es auf der Bühne zur Sache geht, erlebt auch ein Freiwilliger aus dem Publikum. Er wird von den Nostorovs in die Luft gehoben und in schnelle Drehungen gebracht. Als Finale zeigen die Rollschuhartisten eine Sequenz auf der von unten beleuchteten Plattform im sonst in pinkes Dämmerlicht getauchten Zelt. Dabei verbindet nur ein dünner Lederriemen zwei Personen, von denen sich eine während sie durch die Luft fliegt um die eigene Achse dreht. Auf Rädern ist auch JustinCase unterwegs. Der Australier kommt mit einem Fahrrad in die Manege. Doch statt auf dem Sattel zu sitzen findet er viele andere Möglichkeiten, sein immer wieder in alle Einzelteile zerfallendes Gefährt zu fahren. Später dreht er auf einem Fahrrad in Miniaturgröße eine Runde durch die Manege und zeigt sein Können auf dem Einrad. Danach wählt er einen Freiwilligen aus dem Publikum, der sich auf den Boden legen muss. Dann zeigt Justin, dass in ihm nicht nur ein Fahrradartist, sondern auch ein Comedian steckt und ängstigt den Freiwilligen mir gewagten Bewegungen in seiner Nähe.


Aus Schweden und Belgien stammen die Mitglieder des Quartetts Balegans. Sie haben eine hölzerne Wippe mitgebracht. Die vier Männer zeigen eine abwechslungsreiche Show, bei der sie sich gegenseitig mit der Wippe mehrere Meter in die Luft schleudern und dabei Salti und Schrauben machen. Das schwindelfreie Quartett überzeugt besonders durch den vielseitigen Auftritt. Dann ist wieder Markus Krebs an der Reihe. Er erzählt Witze von Verstorbenen an der Himmelstür und über eine schwerhörige Fee, die den Wunsch nach einer Million in kleinen Scheinen auf ungewöhnliche Weise erfüllt. Dann wird es poetischer. Handstandkünstler Anatoly Zalewsky zeigt seine Equilibristik. Seine fließenden Bewegungen verbinden sich zu einer Art Tanz. Bei dem steht er aus dem Spagat ohne Hilfe der Hände auf und setzt sich wieder hin. Er zeigt einen Handstand auf einem Arm und dreht sich mit scheinbarer Leichtigkeit.

Nach der Pause hat sich die Manege verwandelt. Aufgebaut wurde eine Mischung aus Todesrad und Hochseil. Die Startrampe ist der Ausgangspunkt für „The Astronauts“, die im stilechten Outfit ihre Balancekünste zeigen. Die drehbare Metallkonstruktion bietet viele Möglichkeiten. So balancieren zwei Mitglieder des Trios während die dritte Person als Gegengewicht an der anderen Seite hängt. Später sitzt ein Astronaut auf einem Stuhl am höchsten Punkt der wackeligen Konstruktion. Ein zweiter klettert auf seine Schultern, bevor er aufsteht und zu balancieren beginnt. Auch die Fahrt mit einer Art Fahrrad über den schmalen Grad verblüfft und lässt die Erdanziehungskraft vergessen. Auf die scheint auch ein junger Artist zu verzichten, der an Strapaten durch die Luft wirbelt. Er zeigt Spagat und viele andere Drehungen des Körpers, wickelt sich in die Seile ein und wieder heraus und lächelt dabei. Dann kehrt JustinCase zurück auf die Bühne. Bei seinem Fahrrad sind an Stelle des Sattels Pedale montiert. Doch auch das kann ihn nicht schrecken. Später macht er Kopfstand auf dem Sattel und fährt auf dem wohl kleinsten Fahrrad der Welt durch einen brennenden Reifen.

Vor dem folgenden Auftritt füllt sich die Manege mit dichtem Bühnennebel. Der ist wichtig für den Auftritt der Laser Fighters. Die beiden Sportler liefern sich einen virtuellen Kampf und nutzen dabei Laserlicht. Das wird von der Decke projiziert und scheint den beiden Kämpfern zu gehorchen. So liefern die beiden sich ein rasantes Duell, ohne einander auch nur zu berühren. Schnell ist auch der Auftritt von Julia Rasshivkina. Die Russin zeigt ihren Hula-Hoop-Auftritt zu den Klängen von „Roxanne“. Zunächst nimmt die die Reifen mit den Füßen auf und zeigt ganz normalen Hula-Hoop. Später dreht sich ein brennender Reifen um ihren Körper, während sie in die Luft gezogen wird. Beim großen Finale fliegen 55 verbundene Ringe um den Körper der Artistin.

Eindruck macht auch der Auftritt von Dominic Lacasse. Der Kanadier steht mit seiner Fähigkeit, an abgestreckten Armen wie eine Fahne in der Luft zu hängen, im Guiness Buch der Rekorde. Bei FlicFlac hängt er zwar keine 39 Sekunden parallel zum Boden, doch begeistert er mit langsamen und extrem anstrengenden Bewegungen, die er mit Leichtigkeit meistert. Am drehenden Pole macht er zudem Klimmzüge, die ihm so schnell keiner nachmachen wird. Vor dem großen Finale wird der Globe of Speed in die Manege gezogen. In der gut sechs Meter durchmessenden Stahlkugel sind bis zu zehn Motorradfahrer in halsbrecherischem Tempo unterwegs. Mit bis zu 70 km/h rasen sie durch den Eisenkäfig zu den Klängen von Rammstein. Nach dem waghalsigen Stunt wird es noch einmal besinnlich. Sängerin Stephanie präsentiert eine umgetextete Version von „Ave Maria“ und trägt dazu ein Engelskostüm mit großen, weißen Flügeln. Die anderen Artisten kommen mit Kerzen dazu und sorgen so zum Ende der Show aus meiner Sicht doch noch für besinnliche Weihnachtsstimmung.
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Helmut Friedrichs aus Essen-Steele | 25.12.2014 | 16:31  
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