Ohne Fähre nach Norderney

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Mirko Möller, Daniel Schauerte, Melvin Siemon, Jan Weckelmann, Jörg Hempel, Cedric Ernoult, Imke Rode, Matthias Dal-Pos und Michael Köster bezwangen die Nordsee. (Foto: Uwe Weckelmann)

SV Westfalen schwimmt 8 Kilometer im offenen Meer.


Einmal im Jahr durch die Nordsee schwimmen – das ist im SV Westfalen Dortmund mittlerweile Tradition. Und dabei am schnellsten sein erst recht. Auch in diesem Jahr haben die Dortmunder wieder auf den 8,2 Kilometern von Norddeich nach Norderney die Preise aus dem Wasser gefischt.

Schon seit den Anfängen des Inselschwimmens ist Imke Rode mit dabei. Damals schwamm sie von Langeoog nach Bensersiel, seit drei Jahren von Norddeich nach Norderney. Der Schwimmwettkampf ist so beliebt geworden, dass am ersten Märzabend zum Anmeldestart alle Interessenten vor dem Rechner sitzen und nach nur zehn Minuten die 300 Startplätze vergeben sind. Der SV Westfalen hat zwölf davon ergattert, musste aber verletzungsbedingt drei Plätze wieder abgeben.

Zur Mittagszeit, wenn sich das Nordseewasser begann zurückzuziehen, ertönte der Startschuss und ein Knäuel mit roten Badekappen steuerte auf den Leuchtturm zu. Nach den ersten hundert Metern zerfiel das Schwimmerfeld, die einen schwammen weit nach rechts, die anderen zog die Strömung nach links. Imke Rode weiß, wie sie die Nordsee einschätzen muss und erreichte schnell die erste Boje, ab der die Strecke an der Insel entlang Richtung Surferhafen führte. Nun wehte auch Rückenwind! Noch einen Tag zuvor kam der Wind aus anderer Richtung. Nach 1:33:52 Stunde erreichte sie das Ziel mit der Monoflosse an den Füßen. Ihr Vereinskollege Matthias Dal-Pos kam nur vier Sekunden später mit Stereoflossen an. Zwei Minuten danach erreichte Michael Köster als letzter Finswimmer des SV Westfalen die Insel, war mit 1:35:35 aber der drittschnellste Monoflossenschwimmer der Veranstaltung und erster in der Altersklasse 45. „Die Dortmunder sind wieder sehr präsent“, sagte der Moderator bei der Siegerehrung, denn durch Matthias ging die Goldmedaille der Stereoflossenschwimmer an den SV Westfalen. Imke wurde Zweite in der Monoflossen-Gesamtwertung und holte Gold in der weiblichen Altersklasse 50.

Die Dortmunder Unterwasserrugby-Spieler starteten nach ihrem Vereinswechsel in diesem Jahr zum ersten Mal unter der Flagge des SV Westfalen und knüpfen mit ihrer sechsjährigen Erfahrung an die Tradition ihres neuen Vereins an. Und auch wenn sie normalerweise Ballspielen und wenig Schwimmen, konnten sie sogar an die Erfolge der Flossenschwimmer anknüpfen. Melvin Siemon (1:42:42) und Jan Weckelmann (1:51:08) schwammen barfuß und erzielten jeweils den zweiten Platz in ihrer Altersklasse. Die Tücke in diesem Jahr: Je später es wurde, desto mehr trieb man vom Ziel weg und musste im Endspurt gegen die Strömung kämpfen. Daniel Schauerte (2:07:24) erreichte barfuß in der Altersklasse 40 Platz 23 und Mirko Möller (2:22:09) folgte ihm auf Platz 28.

Jörg Hempel (1:47:28) und Cedric Ernoult (2:09:23) wurden in ihren Altersklassen jeweils Vierter.

Warum macht man sowas? – Das fragen sich die Schwimmerinnen und Schwimmer jedes Jahr auf’s neue, aber wenn sie die Insel erreichen und von hunderten Zuschauern bejubelt werden, wissen sie wieder, warum sie im März die Anmeldung abgeschickt haben: Es macht stolz, die Nordsee bezwungen zu haben! Also nächstes Jahr wieder.
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