Paralympische Woche begeistert Ilkay Gündogan: "Etwas ganz Besonderes!"

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Autogrammwünsche wurden bereitwillig erfüllt. Foto: Nolte
 
Die Abschlussveranstaltung der Paralympischen Woche am Lernort Stadion fand in Dortmund statt. Foto: Schmitz

Egal, ob Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene – am Ende hatten sich alle um Ilkay Gündogan gescharrt, wollten ein gemeinsames Foto oder ein Autogramm. Bereitwillig erfüllte der Profi von Borussia Dortmund jeden Wunsch. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, der Abschlussveranstaltung der Paralympischen Woche am „Lernort Stadion“ im Signal Iduna Park einen Besuch abzustatten und sich selbst davon zu überzeugen, wie gelebte Inklusion aussehen kann.

Gleich drei Lernorte gemeinsam in Dortmund, Bochum und Bielefeld hatten das Ferienprojekt initiiert und sich dem Thema Inklusion über Para-Taekwondo, Para-Badminton und Blindenfußball genährt. Die Abschlusspräsentation im BVB-Lernzentrum brachte dann auch Gündogan zum Staunen: „Was hier in drei Tagen auf die Beine gestellt wurde, ist etwas ganz Besonderes!“

Die Verbindung zum BVB-Profi hatte Hasim Celik geknüpft. Der Welt- und Europameister im Para-Taekwondo ist ein alter Schulfreund von Gündogan und Mitinitiator des Projektes: „Es ist wichtig, nicht nur über Inklusion zu sprechen, sondern den Gedanken auch zu leben. Und die beste Idee bringt nichts, wenn sie nicht gelebt und umgesetzt wird.“

Auf den Spuren von Thomas Tuchel


Genau das hatten die Teilnehmer der Workshops drei Tage lang getan. An allen drei beteiligten Standorten von „Lernort Stadion“ stand natürlich eine Stadionführung auf dem Plan. Einmal auf der Pressetribüne Platz nehmen, einmal selbst auf der Trainerbank sitzen und sich wie Thomas Tuchel fühlen – da war die Begeisterung groß.

Was die Teilnehmer der Paralympischen Woche in Dortmund dank Hasim Celik, aber auch dank des Taekwondo Team Kocer sportlich alles gelernt haben, erlebte Ilkay Gündogan dann hautnah in der ersten Reihe. „Die ganze paralympische Woche wäre nichts ohne die Kooperationspartner aus dem Sport“, stellte Johannes Böing, Leiter des BVB-Lernzentrums, in diesem Zusammenhang heraus. Tritte und Schläge aus dem Taekwondo demonstrierten die Schüler des Paul-Ehrlich-Berufskollegs und minderjährige Flüchtlinge, die zuvor kaum Vorerfahrungen mit dieser Sportart hatten. Eindrucksvoll, wie ein blinder Sportler dies macht – er hört erst und trifft dann, sieht beim Para-Taekwondo quasi mit den Ohren.

Dass alle Teilnehmer der Abschlussveranstaltung den Vorführungen und Vorträgen der jeweils anderen Gruppen interessiert folgten, spricht für sich. Die drei Tage haben bei allen Eindruck hinterlassen, neue Perspektiven geöffnet, die soziale Kompetenz gestärkt – und Hasim Celik ein stückweit glücklich gemacht: „Es war mein Herzenswunsch, dass alles so toll funktioniert.“ Seinem alten Schulfreund Ilkay Gündogan, mit dem er einst in Nürnberg zusammen das Abitur gemacht hat, war darum nicht bange, wie er verriet: „Wenn Hasim etwas anpackt, dann entsteht auch etwas Tolles.“


Gündogan plaudert aus dem Nähkästchen


Der Fußballprofi selbst rundete das Event ab, indem er allen Beteiligten nach der Präsentation noch Rede und Antwort stand und ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderte: In zwei Kulturen aufgewachsen zu sein, empfindet der 25-Jährige als Privileg, Fußball spielt er seit seinem dritten Lebensjahr, er ist kein Vegetarier und spielt sich beim Videospiel FIFA nicht gerne selbst. Und auch wenn ihn sein Freund Hasim bislang nicht dazu bewegen konnte, selbst mal Taekwondo auszuprobieren, ließ es sich die Deutsche Taekwondo Union nicht nehmen, Gündogan zum Dank für seinen Besuch den schwarzen Gürtel (1. Dan) ehrenhalber zu verleihen.

Zum Abschluss gab der erfolgreiche Profi Kindern und Jugendlichen noch einen Rat mit auf den Weg: „Wichtig ist, dass jeder, der Sport macht, das liebt, was er tut und mit Leidenschaft macht.“ Dann spielt es eben auch keine Rolle, welcher Nationalität man ist, welches Geschlecht man hat oder ob ein Handicap vorhanden ist. Im Gegenteil: Sport verbindet, wie es die paralympische Woche am Lernort Stadion eindrucksvoll bewiesen hat. Eine Tatsache, die auch Christina Marx von der Aktion Mensch glücklich stimmt: „Hier wurde zusammen Spaß gehabt und zusammen Sport getrieben, ohne Unterschiede und Barrieren. So wird anders sein ganz normal.“

INFO:
- „Lernort Stadion“ – initiiert von der Robert-Bosch-Stiftung und gefördert von der Bundesliga-Stiftung – bietet an bundesweit zwölf Standorten politische Bildung im Fußballstadion an.
- Gemeinsam mit der Aktion Mensch widmet man sich seit 2014 auch vermehrt dem Thema Inklusion und setzte jetzt mit dem Sonderprojekt der Paralympischen Woche ein Zeichen.
- Die Idee dazu war bei einem Treffen zwischen Hasim Celik, Johannes Böing (Leiter des BVB-Lernzentrums) und Franziska Kegler (Projektmanagerin der Bundesliga-Stiftung) geboren worden.
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