Taekwondo: Die Kämpfenden 50 plus

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Arno Gellhaus (Mitte) und seine Ü-40-Gruppe
 

Der Multisport Club 1992 bietet jetzt ein Taekwondo-Training an, das speziell auf Menschen ab 40 Jahren abgestimmt ist.

"Ich habe vor Jahren meine Tochter zum Training gebracht, und der Trainer hat ich damals gefragt, ob ich nicht mitmachen möchte", erzählt Erdal, Kranfahrer bei Thyssen. "Da war ich 47, und jetzt bin ich 65 Jahre alt." Im Mai wird er in Rente gehen, vor drei Monaten hat er seine Prüfung zum 3. Dan bestanden.

Der Mulitsport Club 1992 bietet ab sofort ein eigens für Menschen ab 40 Jahren entwickeltes Training an. "Auch merke, dass ich älter werde", so Arno Gellhaus, Cheftrainer und erster Vorsitzender des Vereins. "Man kommt in der Regel mit den Beinen nicht mehr so hoch wie früher."

Arno Gellhaus ist 60 Jahre alt und Träger des 6. Dans. "Ich habe im Jahr 1976 mit dem Taekwondo angefangen", und fährt fort: "Wir machen in dieser Gruppe kein Power-Konditionstraining so wie früher, als wir nach dem Training auf dem Zahnfleisch aus der Halle gekrochen sind."

Training für Ältere


"Taekwondo kann jeder erlernen, egal ob jung oder alt, Mann oder Frau. Die akrobatisch hoch fliegenden Füße sind nicht das eigentliche Ziel, das sind eher die Wettkampftechniken. Wichtig ist die Beherrschung der korrekten Bewegungsabläufe, denn daraus entwickelt sich die Kraft", erklärt Gellhaus.

Dorothee, von Beruf Ergotherapeutin, hat nach fast 30 Jahren wieder mit dem Taekwondo angefangen, seit sechs Wochen ist sie nun wieder dabei, und sie ist in die Übungen schnell wieder hereingekommen. Sie lernt nun die Hwarang Hyong, das ist die alte Form des Taekwondo. "Jetzt nach der neuen Art die Formen zu laufen, mit der leichten Sinuswelle, ist schon eine Umstellung", meint sie.

Dorothee ist Jahrgang 1959. Lange hat sie Tai-Chi praktiziert. "Ich habe auch verschiedene andere Sachen ausprobiert, bin aber immer wieder beim Taekwondo gelandet", erklärt sie. "Am liebsten mache ich die 'Grundschule' und das Formen-Laufen."

Schrittfolgen


Formen sind festgelegte Schritt- und Technikfolgen. Sie gleichen einem Kampf gegen imaginäre Gegner und dienen vor allem der Automatisierung von Bewegungsfolgen und dem Training von passenden Atemtechniken.

Die Erwachsenen laufen die Hyong-Formen, Meister Arno Gellhaus beherrscht aber auch die älteren Tae Gok oder Taeguk-Formen. Der Multisport Club legt viel Wert auf realistische Übungen zur Selbstverteidigung, während in anderen Vereinen der Schwerpunkt mehr aus dem wettkampforientierten Sport Taekwondo liegt.

So wird auch schon mal eine Situation trainiert, in der man eine Messerattacke abwehrt: "Wir können nicht mehr so schnell weglaufen", erklärt der 56-jährige Mike. "Wir können einfach nicht mehr so schnell lossprinten wie in jungen Jahren, das geht einfach nicht mehr. Ich bin 56, möchte mich aber trotzdem wehren können, wenn ich angegriffen werde. Vor drei Jahren habe ich mit dem Taekwondo wieder angefangen zu trainieren."

Für den Multisport Club hat Mike sich ganz bewußt entschieden, weil das Training auch auf Situationen, wie sie auf der Straße vorkommen können, abgestimmt ist.

Tony Petrovic, der Co-Trainer (3. Dan) von Arno Gellhaus, ist besonders kompetent für den das realistische Training von Selbstverteidigung und damit ein großer Gewinn für das Training. Seine Kenntnisse im Hapkido (1. Dan) kommen ihm dabei noch zusätzlich zu Gute.

Techniken zur Selbstverteidigung


Von den vielen Selbstverteidigungskursen, die im Moment angeboten werden, halten alle nicht viel. "Selbstverteidigung kann man nicht an zwei Nachmittagen erlernen", erklärt Arno Gellhaus. "Das muss immer wieder geübt werden, tausendmal, bis das reflexartig sitzt."

"Man muss nicht super gelenkig sein, um Taekwondo zu machen", erklärt Mike. "Die Tritte werden erst tief eingeübt, das muss langsam wachsen. Interessierte sollten einfach mal vorbeikommen bei den 'Kämpfenden 50 plus', scherzt Mike. "Wenn ich das durchhalte, können sie das schon lange."

Als besonderes Bonbon gibt es ab September wieder einmal im Monat Lehrgänge bei Meister Wuo Kang Kim. Ältere Taekwondo-Sportler kennen ihn möglicherweise noch aus seiner Schule in Recklinghausen.

Info:


Die 50 plus-Gruppe trainiert mittwochs um 18.30 Uhr in der alten Turnhalle des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums

Weitere Trainingsangebote, unter anderem auch für Kinder, gibt es freitags ab 18 Uhr in der Turnhalle der Agnes-Winfried-Grundschule an der Rurallee.

Infos unter Tel. 0176 36094439 (Mike Hadfield)
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Jutta Geißler-Hehlke aus Dortmund-City | 17.03.2016 | 11:07  
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