BVB hat ein Herz für „Sternenland“

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Danke BVB, das war ein schöner Tag im Stadion. (Foto: Günter Schmitz)

Kevin Großkreutz ist etwas verunsichert. Jede Menge Kinderhände strecken sich ihm entgegen - mit Postkarten, die sein Konterfei tragen. Welchen Autogrammwunsch soll er zuerst erfüllen? Das bringt ihn aber nicht aus der Ruhe, er fängt einfach an, eine Karte nach der anderen zu unterschreiben. „Wie geht’s Dir denn?“, will ein Steppke wissen.

„Na ja“, murmelt der Profifußballer von Borussia Dortmund, der mit seiner Mannschaft wenige Minuten zuvor der TSG Hoffenheim mit 1:2 unterlegen war.
Die Kinder im Alter von 5 bis 15 waren auf Einladung von WestLotto zum letzten Bundesligaspiel in den Dortmunder „Signal Iduna Park“ gekommen. Und nicht nur das: Dieser Tag begann für sie mit einer Stadionführung, die bis zum Spielfeld des größten Fußballstadions in Deutschland führte. Sogar auf der Trainerbank durften sie Platz nehmen. Direkt vor einem Spiel ist das eigentlich nicht üblich.

Heute machen wir eine Ausnahme

„Aber heute machen wir eine Ausnahme“, so BVB-Mitarbeiterin Sylvia Rabe. Denn die Mädchen und Jungen, die an diesem Samstag mit Vater oder Mutter und Begleitung eigens nach Dortmund gereist sind, haben etwas gemeinsam: sie trauern! Alle haben einen schweren Schicksalsschlag erlitten - einen Elternteil oder ein Geschwisterkind verloren oder sind selbst schwer erkrankt. Sechs Hospize und Zentren für trauernde Kinder aus ganz Nordrhein-Westfalen waren der Einladung gefolgt.

"Im Stadion war es echt super!"

Der zwölfjährige Marius Schniers ist eigentlich ein Werder-Fan. „Aber hier im Stadion war es echt super.“ Seiner Mutter Brigitte Schniers erging es genauso. „Vor allem aber ist es wichtig, dass Kinder, die ein ähnliches Schicksal teilen, gemeinsam etwas erleben und sich darüber austauschen können“, weiß sie. Betreut werden sie von Sternenland e.V. - Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche in Sendenhorst.

Solche Tage sind Sternstunden

„Solche Tage sind wirklich echte Sternstunden für die Mädchen und Jungen“, stimmt Anna Pein von Sternenland e.V. zu. „Die meisten Menschen möchten von der Trauer anderer am liebsten nichts wissen“, ergänzt Sabine Kraft vom Bundesverband Kinderhospiz e.V. Daher sei es umso schöner, dass WestLotto sich für Kinder engagiere, die davon betroffen seien.
Kevin Großkreutz hat derweil die letzten Autogrammkarten signiert und verabschiedet sich. „Lass den Kopf nicht hängen“, spricht der Knirps von vorhin ihm noch schnell Mut zu. Niederlagen müssen schnell aus dem Kopf!
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