Päpstliche Erziehungstipps: Kinderschutzbund widerspricht dem Oberhaupt der Kirche

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Schläge gegen Kinder sind Körperverletzung. (Foto: MEV)

Da kommen nicht nur bei Eltern Zweifel an der Unfehlbarkeit des Papstes auf. Für Empörung sorgte das Oberhaupt der Katholischen Kirche mit einer Aussage zur Kindererziehung, die auch die Dortmunder Kinderschützer vehement ablehnen.

In einer Audienz hatte Papst Franziskus von einem Vater berichtet, der seine Kinder manchmal ein bisschen haue, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen. Daraufhin fügte der Pontifex hinzu: Wie schön. Er kennt den Sinn der Würde, er muss bestrafen, er macht es aber gerecht.
„So eine Aussage kann man so nicht stehen lassen“, meint Martina Furlan, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Dortmund, „Kinder zu schlagen ist ein absolutes No go.“
Gewalt gegen Kinder gehe nicht, da sind die Gesetzesvorgaben absolut eindeutig. „Doch viele Eltern heften das anders ab“, weiß die Diplom-Pädagogin. „Sie sagen, das Kind werde ja nicht geschlagen, es habe nur mal einen drauf bekommen oder nur mal eine Ohrfeige.“

Schon die Kleinsten leiden

Dass Schlagen Gewalt ist, habe sich leider in den Köpfen nicht durchgesetzt. Und darunter leiden schon die Kleinsten und Wehrlosesten.
„Mit dem ersten Geburtstag kommen oft die ersten Schläge“ sagt Martina Furlan. Klapse, wie sie verharmlosend von schlagenden Eltern genannt werden.
„Das ist dann die Antwort auf die erste Selbstständigkeit, weil das Kind nicht so ist oder nicht das tut, was wir uns vorstellen“, so die Expertin.

Hilfe für Eltern

Sie rät Eltern, die merken, dass sie schon durch Kleinigkeiten an ihre Belastungsgrenze kommen, sich Unterstützung zu holen, egal wo.
Und Martina Furlan benutzt gerne ein Beispiel: „Wenn ich meinen Partner jedes Mal hauen würde...., doch auf die Idee würde keiner kommen.“
Bei Kindern schon, denn sie können sich nicht wehren.

Eltern stärken

Der Kinderschutzbund stärkt Familien von Anfang an mit: Babysprechstunde, Bärenstark-Gruppe, Familienpaten sowie Beratung für Familien
Außerdem bietet er an der Lambachstraße 4 in der Nordstadt einen Kinderkleiderladen, Elternkurse und eine Babysprechstunde an.
Zu erreichen sind die Kinderschützer unter Tel: 0231- 847978-0.
Hilfsangebote für Eltern und Kinder hält auch die Ärztliche Beratungsstelle gegen Vernachlässigung u. Mißhandlung v. Kindern, kurz Kinderschutz-Zentrum an der Gutenbergstraße 24 (Tel: 0231-2064580) vor.
Zu den Angeboten zählen mobile Sprechstunden, Säuglings- und Kleinkindsprechstunde sowie Schreibaby-Ambulanz, Therapie, Beratung und Hilfe.
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 10.02.2015 | 16:40  
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