Baudenkmäler im Dortmunder Nordosten besuchen

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Haus Wenge mit seinem Treppengiebel öffnet seine Tür für wissensdurstige Besucher.
 
Der Chorraum der Asselner Lutherkirche.

Am Sonntag, 10. September, öffnen beim bundesweiten Tag des Offenen Denkmals wieder viele Gebäude ihre Türen für interesserte Besucher.

Die Dortmunder Denkmalbehörde gibt dazu auch in diesem Jahr eine Programmbroschüre heraus, die kostenfrei an vielen Stellen im Stadtgebiet erhältlich ist.

Rund 50 historische Orte und Gebäude in allen Stadtbezirken kann man aus einer besonderen Perspektive kennenlernen: Denkmäler aus mehreren Jahrhunderten, von der Romanik bis zu den oft unterschätzten Bauten der siebziger Jahre.

Mit einem Gottesdienst um 10 Uhr beginnt der Tag des Offenen Denkmals in der Brechtener St.-Johann-Baptist-Kirche am Widumer Platz. Dort findet auch die Abschlussveranstaltung des Tages um 17 Uhr statt. Von 11 bis 14.30 Uhr werden Kurzführungen durch die Kirche angeboten.

Kirchen:



Die Asselner Lutherkirche am Hellweg ist mit ihren Jugendstil-Malereien für eine evangelische Kirche eher ungewöhnlich. Von 1980 bis 1982 wurde der Innenraum der im Jahr 1906 gebauten Kirche unter Beibehaltung seines ursprünglichen Zustands komplett renoviert. Die Kirche ist von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Zwischen 13 und 15 Uhr gibt es Kirchenführungen, und um 14 Uhr folgt ein Lichtbildervortrag zur Geschichte des Kirchenbaus.

Die Johannes-Kirche in Wickede wurde vermutlich um 1220/1230 errichtet. Westturm und Chor können noch älter sein und aus dem 12. Jahrhundert stammen. Archäologische Funde belegen für Wickede zudem eine bereits sehr frühe Christianisierung. Die Innengestaltung der Johannes-Kirche wirkt besonders reizvoll durch den Wechsel von Grünsandstein und gekalkten Wand- und Gewölbefeldern. Die Kirche am Wickeder Hellweg ist von 11.30 bis 16 Uhr geöffnet. Um 11.30, 13 und 15 Uhr gibt es jeweils eine 30-minütige Führung.

Evinger Schloss

Das Wohlfahrtsgebäude am Evinger Nollendorfplatz ist das Herzstück der Alten Kolonie, die Ende des 19. Jh. erbaut wurde. Das prächtige Haus, im Volksmund „Evinger Schloss“ genannt, ist Ausdruck der Selbstdarstellung der Zechengesellschaften und dokumentiert deren Macht bis in die Familien der Beschäftigten hinein. Es entstand 1903 bis 1906 als Zentrum der betrieblichen Fürsorge der Zechen Minister Stein und Fürst Hardenberg. Die Wohnungen der Kolonie hatten damals keine Bäder. Deshalb wurde im Haus ab 1906 eine Badeanstalt eingerichtet. Ab 1990 wurde das Gebäude im Rahmen der IBA Emscher Park aufwändig saniert. Heute sind dort Bildungs- und  Geschichtsorganisationen tätig, die an diesem Tag von 12 bis 16 Uhr das Haus und ihre Arbeit präsentieren werden. Eine Diashow in der Geschichtswerkstatt des Evinger Geschichtsverein e.V. wird um 13, 14 und 15 Uhr angeboten, außerdem gibt es um 13.30 und 15.30 Uhr Führungen durch das  Gebäude und bei gutem Wetter Kurzführungen durch die Alte Kolonie.

Vor 30 Jahren schloss mit „Minister Stein“ die letzte Zeche in Dortmund. Ohne sie gäbe es die Evinger Segenskirche an der Deutschen Str. 71 in Eving nicht, denn aufgrund der durch den Bergbau stark gewachsenen Bevölkerung hatte sich 1895 in Eving eine neue evangelische Gemeinde gegründet. Von 14 bis 17 Uhr ist die Kirche an der Deutschen Str. 71 geöffnet.

Zeche Gneisenau

Die erhaltenen Gebäude der Zeche Gneisenau an der Gneisenauallee und der Altenderner Straße stehen als stolze und mächtige Zeugen einer vergangenen Industriekultur. Von 11 bis 17 Uhr ist dort eine Ausstellung bergbaulicher und heimatgeschichtlicher Exponate zu sehen. Die Vorführung einer simulierten Seilfahrt mit akustischem Signal gibt es zu jeder vollen Stunde. Außerdem werden Führungen von Mitgliedern des Förderkreis Zechenkultur Gneisenau e.V. angeboten.

Die 1902 bis 1908 errichteten „Beamtenwohnungen“ an der Altenderner Straße erinnern an eine barocke Schlossanlage französischer Prägung. Von 11 bis 17 Uhr gibt es stündlich Rundgänge durch das Areal und einzelne Gebäude mit Hans Balzereit und Barbara Leinwand (Derner Geschichtswerkstatt) zum Thema „Kunst oder Kitsch?“

Lanstroper Ei

Das etwa 60 Meter hohe Lanstroper Ei an der Roten Fuhr ist für die Bewohner von Grevel, Scharnhorst und Lanstrop und Bewunderer des Bauwerkes mehr als nur ein Wasserturm – es ist ein Stück Heimat. So wundert es kaum, dass der 1997 gegründete Förderverein Lanstroper Ei e.V. für den Erhalt des Wasserturms kämpft. 1904 baute die Firma August Klönne diesen mächtigen Turm mit 2000 Kubikmetern Fassungsvermögen nach Konstruktionsplänen des Ingenieurs Georg Barkhausen. Bis 1980 versorgte er den Dortmunder Norden und Teile von Lünen und Kamen. Bereits 1989 wurde der Turm unter Denkmalschutz gestellt. Von 11 bis 17 Uhr gibt es Kurzführungen zur Baugeschichte, Funktion und zu den Restaurationsarbeiten durch die Mitglieder des Fördervereins Lanstroper Ei e.V..

Haus Wenge

Haus Wenge, Alekestraße: Die Grundmauern des ehemaligen Adelssitzes Haus Wenge stammen vermutlich aus der Zeit um 1313. Nachdem spanische Truppen das Gebäude  1598 während des spanisch-niederländischen Erbfolgekriegs zerstört hatten, wurde es im gotischen Stil wiederaufgebaut. Eine ausgesprochene Besonderheit bildet der mehr als 14 Meter lange, ohne Stützen freitragende hölzerne Dachstuhl des Hauses: Es handelt sich hier wohl um den Profanbau mit der breitesten freistehenden Dachkonstruktion ohne Mittelstütze nördlich des Mains. Haus Wenge ist von einer Gräfte umgeben, und zählt deshalb zum in Westfalen gängigen Typ einer Wasserburg. Von 11 bis 17 Uhr gibt es  historische Führungen für Erwachsene und Kinder durch Mitglieder des Lenkungskreises Haus Wenge und des Geschichtskreises Scharnhorst. Start: um 11, 13, 15 und 16 Uhr.

Infos:

Seit 1993 ruft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit am zweiten Sonntag im September den Tag des offenen Denkmals aus. 2016 öffneten bundesweit über 8000 Denkmale in mehr als 2600 Städten und Gemeinden ihre Türen. Alleine in Dortmund lockte ein abwechslungsreiches Programm mehr als 11000 Besucher an.

Öffel-Tag: Kostenlos mit Bus und Bahn unterwegs

Fahrgäste von Bus und Bahn können auch die Standorte des Tags des offenen Denkmals „anöffeln“, sie können sich an diesem Sonntag in ganz Dortmund mit Bus und Bahn kostenlos bewegen. Einzige Voraussetzung: Sie haben ein abgestempeltes Öffel- TagesTicket in der Tasche. Bis zu zwei Erwachsene mit beliebig vielen eigenen Kindern unter 15 Jahren fahren mit dem Öffel-TagesTicket am 10. September kostenlos auf allen Stadtbahn- und Buslinien von DSW21. Die Öffel-TagesTickets werden zusammen mit einem Gewinnspiel am 4., 5. und 6. September kostenlos an alle Haushalte verteilt. Wer kein Ticket erhalten hat, kann dies zwischen dem 7. und 9. September an einer der 45 externen DSW21-Vertriebsstellen erhalten, solange der Vorrat reicht. Die Tickets sind dann auch in den KundenCentern Petrikirche und Hörde sowie dem HaltePunkt Kampstraße erhältlich. Ab Mitte August können Touren von Denkmal zu Denkmal mit dem Fahrtenplaner auf www.bus-und-bahn.de (mobil: bub.mobi) ganz einfach mit Bus und Bahn geplant werden.
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