Deutschlernen mit Musik // "JeKits" in Willkommensklassen für Flüchtlingskinder

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Dieses Mädchen ist eines von derzeit 15 Kindern aus der Willkommensklasse an der Evinger Herder-Grundschule, das vom "JeKits"-Projekt profitiert und - in diesem Fall - Geige lernt. (Foto: Anja Kador / Dortmund-Agentur)
Dortmund: Herder-Grundschule |

Musik kann enorm beim Deutschlernen helfen – diese Erfahrung machen derzeit die Lehrer/innen an fünf Dortmunder Grundschulen in Eving, Wickede, Schüren, Hombruch und Westerfilde, die „JeKits“ in Willkommensklassen für Flüchtlingskinder anbieten.

„JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ ist ein kulturelles Bildungsprogramm des Landes in den nordrhein-westfälischen Grundschulen, an dem auch 79 von 89 Dortmunder Grundschulen teilnehmen – darunter eine wachsende Zahl von Schulen, die den besonderen Musikunterricht auch für Willkommensklassen in Kooperation mit der Musikschule Dortmund anbieten.

In diesen Klassen werden neu zugewanderte Kinder jahrgangsübergreifend gefördert.
Bislang dabei sind die Herder- (Eving), Bach- (Wickede), Friedrich-Ebert- (Schüren), Harkort- (Hombruch) und Westhausen-Grundschule (Westerfilde). Nach den Osterferien kommt die Schubert-Grundschule in Hombruch als sechste Schule dazu.

Bislang 70 neu zugewanderte Kinder profitieren von der musikalischen Grundausbildung. Lieder und rhythmisch gesprochene Sätze, Klänge und gemeinsames Musizieren unterstützen die Sechs- bis Zehnjährigen beim Spracherwerb.

„Musik ist natürlich ein Mittel der Verständigung, eine internationale Sprache – aber sie dient nicht nur der Sprachförderung“, sagt Christine Hartman-Hilter, stellvertretende Leiterin der Musikschule Dortmund. „Für die Kinder ist die JeKits-Stunde auch ein Termin zur Entspannung, zum Durchatmen und Krafttanken.“

15 Kinder sind an der Herder-Grundschule dabei


An der Herder-Grundschule in Eving etwa versuchen sich 15 Kinder am Lied „Bruder Jakob“. Die Mädchen und Jungen kommen aus Syrien, Spanien, Ungarn, Rumänien oder Serbien, einige sind erst seit wenigen Wochen in Deutschland. Abwechselnd übernehmen sie den Part mit Bratsche, Geige, Kontrabass und verschiedenen Schlaginstrumenten und singen mit Unterstützung von JeKits-Lehrerin Petra Thienenkamp lautstark mit.

Die Fluktuation in den Willkommensklassen ist hoch – viele Kinder bleiben nur für wenige Wochen oder Monate an der Schule, weil ihre Familie wieder umziehen muss. Wer jedoch an der Schule bleibt, kann im folgenden Schuljahr auch am JeKits-Instrumentalunterricht teilnehmen und bekommt kostenlos ein Instrument geliehen.

„Die Kinder lernen sowieso unglaublich schnell“, sagt Eva Blumberg, Rektorin der Herder-Grundschule, „und mit Unterstützung durch Musik lernen sie noch schneller und mit großer Freude.“

Info: „JeKits“ ist das landesweite Nachfolgeprogramm von „JeKi – Jedem Kind ein Instrument“, das im Jahr 2007 für das Ruhrgebiet entwickelt wurde.
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