Die Zeitreisenden von Haus Wenge

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Zwei adelige Fräulein auf Zeitreise.
Dortmund: Haus Wenge |

Ein Herrenhaus in Lanstrop, so ungefähr vor 100 Jahren. Der Baron von Wenge möchte mit seiner Familie und seinen Freunden herrschaftlich speisen - ein Wildschwein soll auf die Tafel des Hauses.

Doch der Jäger irrt durch die Wälder, kein Wildschwein kommt ihm vor die Flinte. Was tun? Schon bereitet man sich darauf vor, mit dem Gesinde ein kümmerliches Mahl aus trockenem Brot und Äpfeln zu teilen - gäbe es nicht im Schlösschen den geheimnisvollen Stern auf dem Fußboden, der offenbar magische Fähigkeiten hat ...

Das ist die Ausgangslage des Projekts, das das Dortmunder Jugendamt gemeinsam mit der Kulturpädagogin Manuela Wenz auf Haus Wenge veranstaltet. An mehreren Samstagen trafen sich die Kinder und Jugendlichen dort und reisten zunächst in professionellen Kostümen in die Vergangenheit.

Von dort aus ging es via Zeitmaschine und Zauberspruch in die Zukunft. Die entsetzte den Jäger: "Wo sind denn all die Wälder hin?" Gut dass Fräulein Mottenmeyer über gewisse Kenntnisse in der neuen Zeit verfügte: "Es gibt da so einen Wald Supermarkt, dort soll man Fleisch kaufen können."

Gemeinsam machte man sich auf den Weg zum nahe gelegenen Supermarkt - und staunte nicht schlecht: "Schaut doch mal, moderne Kutschen - ganz ohne Pferde davor!" Auch im Supermarkt war vieles ungewohnt.

Den gewünschten Wildschweinbraten fand die Truppe dort nicht, dafür aber Kekse, Obst und Kuchen, die man von der "Magd" im Supermarkt im Tausch gegen ein Lammfell, das der Schäfer mitgebracht hatte, erwerben konnte. Die einkaufenden Passanten nahmen die Aktion mit Humor: "Ja, haben wir denn schon Karneval?"

Für das Projekt, an dem auch die Brukterer-Grundschule und deren Förderverein beteiligt ist, wurden die Rollen detailliert ausgearbeitet und in der Geschichte von Haus Wenge und dem Dorf Lanstrop recherchiert. Vorbild für den Baron war Wilhelm Freiherr von Wenge, der von 1804 bis 1880 lebte. Seit 1851 ist er für fast 30 Jahre lang der Besitzer des Hauses Wenge und seiner Ländereien. Da er unverheiratet ist, bemüht sich darum, dass sein Neffe Ludolf der Erbe von Haus Wenge wird.

Förster Heinrich Dahlmann liebt seinen Hund, der immer bei ihm ist, liebt es zu jagen und zu schießen, am liebsten ißt er Wildschweinbraten, wie ihn die Köchin Magda zubereitet. Dahlmann weiß, dass das Haus Wenge und Lanstrop sein Holz dringend brauchen (allein 200 Bäume werden nur für den Verbrauch des Hauses Wenge gefällt). Der Förster wohnt im Ottersunderner Forsthaus, das ihm 1883 abbrennt
ist Wilhelm sehr dankbar, weil er seine Stelle entfristet und sein Haus wieder aufbaut.

Das Projekt, das vom Stadtbezirksmarketing Scharnhorst gefördert wird, läuft noch bis zum März.
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