40 Jahre Hallenbad Scharnhorst // Viele gratulierten in der "Welle"

Anzeige
Es gratulierten Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny, Sportdezernentin Birgit Zoerner, Ursula Happe, Schwimm-Olympiasiegerin 1956, Jürgen Küper, Chef des Schwimmverbands Südwestfalen, Ratsherr Rüdiger Schmidt und Bezirksvertreterin Monika Hahn. Ehrengast war Bruno Bredow, der vor 40 Jahren am Hallenbad mitgebaut hatte. Heute ist er regelmäßiger Schwimmer - wie Felix Kubacki (fast 90). Mit dabei: das ehemalige SVD-Vorstandsmitglied Bernd Winkler, Geschäftsführer Hans-Jürgen Kalamaijka und Klaus Henter. (Foto: Günther Schmitz)
 
40 Jahre gibt's das Scharnhorster Hallenbad, seit Ende September als "Die Welle" bekannt. (Foto: SV Derne 49)
Dortmund: Hallenbad Die Welle |

Am Wochenende hatten der Deutsche Schwimmverband und seine Vereine dazu aufgerufen, schwimmen zu gehen und mindestens zwei Bahnen zu schwimmen. Ganz vorn dabei der SV Derne 49 mit seinem Hallenbad "Die Welle", feiert das Scharnhorster Bad doch 2016 sein 40-jähriges Bestehen. Dazu kamen jetzt eine ganze Reihe von Gratulanten und Ehrengästen an die Gleiwitzstraße.

Den Spaten des ersten Spatenstichs für das siebte Dortmunder Bezirkshallenbad hat sich der Schwimmverein Derne 49 am 15. November 1972 gesichert. Der damalige Oberbürgermeister Heinrich Sondermann, Sportdezernent Erich Rüttel sowie der Sportausschuss-Vorsitzende Willi Spaenhoff überließen diese Trophäe gern dem SVD, der sich um ein Hallenbad im Dortmunder Nordosten bemühte. Von Derne bis Kurl sollten alle Bürger die Möglichkeit haben, immer zu schwimmen.

Es war das siebte Hallenbad, das die Stadt im Rahmen ihrer Bäderbauten nach Scharnhorst gab. Die Baukosten betrugen damals 5,5 Millionen Mark. Zwar musste sich der Sport damit begnügen, kein Drei-Meter-Brett zu bekommen, dafür erhielt dieses Bad aber moderne Überflutungsrinnen. Und das ganz besonders Wichtige war, dass für das Hallenbad ein Aufzug eingeplant worden war, der auch den behinderten Menschen einen leichten Zugang zum Schwimmbad ermöglichte. Um diesen Aufzug war hart diskutiert worden, jedoch der Oberbürgermeister sagte ihn zu.

Es dauerte zwar noch zwei Jahre, bis November 1974, bis dann der neue Oberbürgermeister Günter Samtlebe mit den Schwimmern das Richtfest feiern konnte. Doch er sagte zu, dass spätestens 1976 das Bad eingeweiht werden würde.
Am 25. September 1976 war es dann soweit: Das neue Hallenbad wurde mit einem großen Programm eingeweiht. Aus Scharnhorst gab es auch ein Grußwort durch den heutigen Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny. Schwimmer, Rettungsschwimmer, Taucher und Wasserballer absolvierten vor über 200 Zuschauern ein Programm.

Besonders hervorstechen sollte die Kunstwand im Hallenbad. Künstlerin Hilde Hoffmann-Schulte erhielt den Auftrag, die Wand zu gestalten. Es wurde eine fröhliche Sonnenwand. Jede Kachel wurde von ihr einzeln mit einer Töpferin gebrannt (Anmerkung: Zurzeit sind Werke der Malerin im Rahmen einer Ausstellung des Dortmunder Künstlerbundes im U zu sehen).

Aber auch der städtische Schwimmmeister Erwin Grienke fand in diesem Hallenbad sein Zuhause. Er begleitete den Bau des Bades von Anfang bis Ende. Und als Bürgermeister Alfred Meininghaus dann den Startschuss im wahrsten Sinne des Wortes gab, gratulierte er zum schönsten Bezirkshallenbad.

Der Schwimmverein Derne jubilierte natürlich über diese neue Möglichkeit. War er doch zuvor in verschiedenen Bädern, darunter insbesondere im Hallenbad Eving, unterwegs. Nun konnten seine Leistungsschwimmer auf ein effektives Training hoffen.

Und die Ergebnisse zeigten sich dann auch in mehreren Deutschen Meisterschaften, an Weltrekordlern wie Gerald Mörken, an Olympia-Teilnehmern wie Frank Henter und einem ungeheuren Mitgliederzuwachs: Der SVD wuchs weit über 1500 Mitglieder. Der Verein machte mit seinem Bad schnell von sich reden, da er auch im Stande war, Meisterschaften in dem sportgerechten Bad auszurichten.

Doch dann schien Unheil über dieses Bad zu kommen, da die Stadt im Zuge von Sparmaßnahmen über die Schließung von Bädern nachdachte, darunter auch das Hallenbad Scharnhorst. Aber die Mitglieder des SV Derne 49 „spuckten in die Hände“ und zeigten sich solidarisch. Auf einer besonderen Mitgliederversammlung beschlossen sie einstimmig - bei einer Enthaltung - das Bad in eigener Regie zu übernehmen.

Das hat sich als Glücksfall erwiesen. Seit 2003 betreibt nun der SV Derne das Hallenbad. Und seit dem 30. September 2003 ist es unter dem Namen „Die Welle“ bekannt.

Etwas ganz Besondere ist die völlig neue technische Anlage, die nicht mehr mit Flüssigchlor betrieben werden musste. Seit 2003 gibt es im Hallenbad ein Desinfektionsverfahren mit Sole. Die Schwimmer schmecken dieses leicht solehaltige Wasser - ähnlich dem der Ostsee. Viele Bäder in Deutschland haben inzwischen das Verfahren übernommen. Und wenn man heute in das Scharnhorster Hallenbad kommt, gibt es nicht den "typischen" Badgeruch.

Großes Glück hatten der SV Derne und „Die Welle“ 2010, als das Hallenbad mit Konjunkturmitteln völlig überholt und renoviert wurde. 2 Millionen Euro kostete die Sanierung, die das Bad auf den neusten Stand der Technik und des Bauwesens brachte. Im Juli 2010 konnte OB Ulrich Sierau dann die Wiedereröffnung mit einem eigenen Sprung ins Wasser besiegeln.

Über 100.000 Bürger besuchen jährlich das Hallenbad in Scharnhorst. Geboten werden in der "Welle“ neben dem normalen Schwimmen auch Aquapower, Schulschwimmen, Wasserball, Tauchen, Gesundheitsschwimmen und Reha-Schwimmen.

Der SV Derne verband das Rubin-Jubiläum des Bades zudem mit der Aktion des Deutschen Schwimmverbandes „Deutschland schwimmt“, um möglichst viel Sponsorengelder für die Aktion „Kinder in Not“ zusammen zu bekommen. Im Sportbecken wurden auf vielen Bahnen Meter gemacht, um möglichst viele Euros zusammen zu bekommen. „Fast 20 ehrenamtliche Mitarbeiter haben sich bereit erklärt freiwillig mitzuarbeiten. Das ist ein Pfund, auf das man stolz sein kann“, freut sich SVD-Ehrenvorsitzender Klaus Henter.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.