Passt Derne in Schubladen?: Kinder erkunden ihren Stadtteil

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Als Außerirdische kostümiert stellen die Teilnehmer ihr Projekt "Derne in Schubladen" vor. (Foto: Schmitz)
 
(Foto: Schmitz)
Dortmund: AWO Jugendfreizeitstätte Derne | Außerirdische in Derne, die alles über die Menschheit wissen möchten: „Derne in Schubladen“ war eine Aktion, bei der Kinder ihren Stadtteil erforscht haben - mit Unterstützung durch fremde Besucher.

Zur Musik aus „Star Wars“ sind seltsame Wesen mit weißen Masken und Kitteln zu sehen: Es sind Außerirdische, die die Menschheit erforscht haben. An der Wand erscheinen Fotos ihrer Expeditionen, auf denen kleine Spielfiguren an den unterschiedlichsten Derner Schauplätzen zu sehen sind – auf einer Lore, in einer Moschee, in der Nähe der Zeche Gneisenau. Die Erklärung: Da die Außerirdischen nicht einfach so durch Derne laufen konnten, verwandelten sie sich in Plastikfiguren.

Natürlich hat das Ganze einen realen Hintergrund: Im AWO-Jugendfreizeitzentrum Derne an der Hardenbergstraße haben 14 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren ihren Stadtteil erforscht. Das Ganze passierte im Rahmen einer Geschichte: Anfang November landete auf der Halde der Zeche Gneisenau ein UFO. Außerirdische erforschten mit Hilfe der Derner Kinder den Stadtteil. „Willkommen waren wir überall“, sagt Diplom-Kulturpädagogin Manuela Wenz, die das Projekt betreut hat. „Unsicher war ich mir im Vorfeld bei der Moschee, ob wir auch nicht stören.“ Ihre Sorgen waren aber unbegründet, freut sie sich. Auch die Kinder kamen gut miteinander klar. „Ältere und jüngere haben gut zusammengearbeitet.“

Im Gegensatz zum Schubladen-Denken als begrenztes Denken spielen die Zugehörigkeit zu einer Schublade als Identität, aber auch die Öffnung und Beweglichkeit in der Begegnung verschiedener Kulturen eine große Rolle.

Saskia (9 Jahre) war am häufigsten dabei. „Sie hat uns Seiten von Derne gezeigt, die wir selber nicht kannten“, staunt Manuela Wenz. „Ich fand es sehr interessant, die Szenen mit Knete, Figuren und Fotos in den Schubladen zu gestalten“, sagt Saskia. „Wenn man hier wohnt, sollte man sich auch in Derne auskennen“, sagt sie, die selbst seit fünf Jahren in Derne lebt. „Es war cool und hat viele Spaß gemacht.“

Ziel war es, die Sicht der Kinder zu zeigen. Die Ergebnisse der Forschungen haben die Kinder daher mit Spielfiguren und Knete in echten Schubladen thematisch gestaltet. In diesen sind unter anderem Schwimmbad- oder Fußballszenen zu sehen. Inspiriert war das Vorgehen vom britischen Streetart-Künstler Slinkachu. Geholfen haben den Kindern neben Manuela Wenz weitere Mitarbeiter des kultur pflanzen e.V. So hat Tanzpädagogin Elene Leniger mit den Kindern Spiele und Tanzübungen veranstaltet. „Sie haben sich viel selber ausgedacht“, sagt sie. Und bei den Fotoaufnahmen wurden die Kinder von Carsten Leniger unterstützt.

Bei der Präsentation im JFZ zeigen die „Außerirdischen“, die ebenfalls von Derner Kindern dargestellt werden, auch einen Tanz von ihrem Heimatplaneten. Zu Techno-Rhythmen bewegen sie sich auf einer Tanzfläche und machen mit ihren Fingern geheimnisvolle Bewegungen. Einer der Außerirdischen wurde von Sneehana (10) dargestellt, die ursprünglich aus Bulgarien kommt und seit zwei Jahren in Derne lebt. „Den Tanz für die Präsentation habe ich viel geübt, auch zu Hause“, erzählt sie. „Ich habe in den Wochen auch neue Ecken in Derne entrdeckt.“ Abgerundet wurde der Termin von einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Waffeln, die von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Michelle gebacken wurden.

Veranstalterin des Projektes ist die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit Kultur Bildung e.V. Gefördert wurde das Projekt vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.
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