Solidarische Landwirtschaft wächst auch in Dortmund

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"Solidarische Landwirtschaft hat einen großen Mehrwert für die Natur, für den Ressourcenschutz, für den Verbraucher und natürlich auch für den Landwirt.", so Diplom-Geograph Elmar Schulte-Tigges.
Dortmund: Kümper Heide |

Am Donnerstagabend trafen sich im extra als Versammlungsraum aufgestellten Zirkuszelt rund 50 Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft (SOLAWI) in Dortmund Derne auf dem Lernbauernhof des Diplom-Geograph Elmar Schulte-Tigges, um das zweite Wirtschaftsjahr der Solawi auf den Feldern der Kümper Heide zu planen.

Es werden im Jahr 2015 über 50 Kulturen auf 0,6 Hektar angebaut. Auf dem Acker befinden sich zwei kleine Folientunnel für die Tomatenzucht, die bereits im ersten Jahr eine sehr gute Ernte erbrachte.

"Vor gut einem Jahr begann unsere Gruppe sich mit der Problematik zu beschäftigen, angesichts eines globalen Super-Marktes eine vielfältige, bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten, die gesunde Nahrungsmittel erzeugt und die Natur- und Kulturlandschaft pflegt", so Gaby Walz, Gründungsmitglied des Vereins Solawi Dortmund. "Bei Solidarischer Landwirtschaft werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von uns organisiert und finanziert wird.", erklärt Walz das solidarische Prinzip.

Solawi: Lokal gegensteuern

Nach einer Kurzvorstellung des letzten Wirtschaftsjahres einigte man sich angesichts des Erfolges, auf eine Erhöhung von 50 auf 60 Ernteanteile zu je 55 Euro pro Monat. "Ein sportlicher Betrag, der allerdings der Qualität des Produktes gerecht wird und mittelfristig auch gesenkt werden soll", befindet Vereinsmitglied Carsten Klink. Bei Interesse sollte man sich schnellstens für die zehn noch freien Anteile unter solawi-kuemperheide@riseup.net bewerben.

"In der Landwirtschaft arbeitende Menschen haben meist nur die Wahl, die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz hängt von Subventionen und Weltmarktpreisen ab. Beides sind Faktoren, auf die sie keinen Einfluss haben und die sie häufig zwingen, über ihre persönliche Belastungsgrenze sowie die von Boden und Tieren zu gehen, oder ganz aus der Landwirtschaft auszusteigen.", erläutert Solawist Carsten Klink. Auch der ökologische Landbau sei von diesem Mechanismus nicht ausgenommen und da wolle man lokal gegensteuern, so Klink weiter.

Natürlich sieht auch Bauer Schulte-Tigges dem zweiten Wirtschaftsjahr optimistisch entgegen: "Solidarische Landwirtschaft hat einen großen Mehrwert für die Natur, für den Ressourcenschutz, für den Verbraucher und natürlich auch für den Landwirt." Daher ist er sicher, dass die Solidarische Landwirtschaft auch über Dortmund hinaus eine Zukunft hat.

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