Abschlussbericht der Quartiersanalyse Lindenhorst-Süd vorgelegt

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Der Untersuchungsraum Lindenhorst-Süd (hier auf der Karte blau eingefärbt) wird durch die Bahnlinie durchschnitten und in die Quartiere 1 und 2 geteilt. (Foto: Grafik Stadt Dortmund)
 
Die Bergstraße begrenzt das Untersuchungsgebiet Lindenhorst-Süd nach Norden. Beklagt werden dort der Angebotsverlust und leerstehende Ladenlokale. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: Lindenhorst-Süd |

Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund hat sich heute (24.1.) mit dem Abschlussbericht der Quartiersanalyse Lindenhorst-Süd des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung befasst.

In Zusammenarbeit mit der dortmunderstatistik der Stadt hat die Stadterneuerung im Sommer 2016 mit der Analyse des Untersuchungsgebiets im Stadtbezirk Eving begonnen. Das Gebiet erstreckt sich südlich der Bergstraße zwischen der Lindenhorster Straße und Fürst-Hardenberg-Allee im Westen und der Evinger Straße im Osten. Die Bahnlinie unterteilt das Gebiet in das vorwiegend durch Wohnbebauung geprägte nördlich gelegene Quartier 1 und das primär gewerblich genutzte Quartier 2 im Süden.

In Quartier 1 leben 2.504 Menschen in 1.161 Wohnungen. Der größte Teil der Wohnungen befindet sich in Privatbesitz und im Eigentum der Vivawest Wohnen GmbH.

In Quartier 2 leben 1.166 Menschen in 542 Wohnungen. Dieser Wohnungsbestand ist überwiegend in Privatbesitz.

Für die Analyse wurden statistische Daten ausgewertet, Gespräche mit Akteuren im Quartier geführt und rund 2.200 Bewohner sowie knapp 300 private Eigentümer schriftlich befragt. Die Rücklaufquoten lagen zwischen 20 und 27 Prozent.

Günstige Mieten, gute soziale Infrastruktur

Neben zum Teil offensichtlicher Unterschiede weisen die beiden Bereiche auch Gemeinsamkeiten auf. So fühlen sich die Bewohner im Norden wie im Süden gleichermaßen wohl in ihren Wohnungen. Es bestehen kaum Absichten wegzuziehen. Die Bewohner schätzen großzügig angelegte Gärten und gute Naherholungsmöglichkeiten im Fredenbaumpark, im Grävingholz und entlang des Dortmund-Ems-Kanals. Dort wohnen viele Familien mit Kindern, die von günstigen Mieten und einer guten sozialen Infrastruktur profitieren.

Zu den Stärken zählen auch ein vielfältiges Wohnungsangebot mit zahlreichen Neubaumaßnahmen und eine positive Bevölkerungsentwicklung. Unterschiedlich fallen die Ergebnisse hinsichtlich der Nahversorgung aus. Grundsätzlich bedauern alle Lindenhorster den Angebotsverlust und leer stehende Ladenlokale entlang der Bergstraße.

Gleichwohl bewertet die große Mehrheit in Quartier 1 die Einkaufsmöglichkeiten als gut, während Bewohner aus Quartier 2 nach der Schließung des Aldi-Marktes über eine fehlende fußläufige Nahversorgung klagen.

Als Schwächen stellten sich insbesondere noch punktuell stark vernachlässigte bzw. komplett leer stehende Objekte dar. Diese Bereiche tragen dazu bei, dass kein gesamtheitlich positives Erscheinungsbild entstehen kann. So kommt beispielsweise die weitgehend in ihrer ursprünglichen Form erhaltene, städtebaulich wertvolle Bergarbeitersiedlung Fürst Hardenberg nicht in vollem Umfang zur Geltung.

Das Spektrum der erarbeiteten Handlungsoptionen erstreckt sich wegen auch in Lindenhorst fehlender Wohnungen für Senioren auf geeignete Umbaumaßnahmen im Bestand, über die Vermarktung der Freifläche „Am Eckey“ bis zum Neubau von vorrangig öffentlich geförderten Wohnungen.

Große Bereitschaft für bürgerschaftliches Engagement

Mit Blick auf vernachlässigte Immobilien sollten ordnungsrechtliche Maßnahmen konsequent fortgeführt werden. Andererseits sind weiterhin Verhandlungen über die Entwicklungsmöglichkeiten dieser Objekte mit Eigentümern unverzichtbar.

In jedem Fall wäre es sinnvoll, vor Ort Beratungsstrukturen einzurichten, um das Potenzial an bürgerschaftlichem Engagement und nachbarschaftlichem Miteinander zu aktivieren. Denn der Anteil der Befragten, die bereit sind, sich im Quartier zu engagieren, ist mit 38 Prozent in Quartier 1 und 34 Prozent in Quartier 2 ausgesprochen hoch. Insgesamt haben 154 Bewohner ihre Bereitschaft signalisiert, sich im Quartier einzubringen.


INFO:
Der Abschlussbericht Lindenhorst-Süd soll ab Mitte Februar 2017 online unter www.dortmund.de auf der Internetseite des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung zum Download veröffentlicht werden.
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