Denkmalschützer lassen Kirche in Brackel nicht im Regen stehen

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Bezirksleiterin Karin Lehmann (5.v.l.), Linda Hölting (l.) und Reiner Berghoff vom DSD-Ortskuratorium Bochum/Dortmund sowie Karin Saatröwe (r.) von WestLotto überreichten den symbolischen Fördervertrag über 50 000 Euro für die Dachsanierung der bereits eingerüsteten Kirche Brackel an den Presbyteriumsvorsitzenden Ulrich Moeske (3.v.l.) und das Pfarrkollegium mit Sandra Sternke-Menne (2.v.r.), Eckhard Wedegärtner (2.v.l.) und G. Tong Rosiepen. (Foto: Schmitz)
 
So – noch ohne Gerüst – kennen die meisten die Brackeler Kirche am Hellweg. Die Gemeinde hat eine aufwändige wie teure Dachsanierung an ihrem 815 Jahre alten Gotteshaus zu stemmen. Da kommt die Förderung der DSD gerade zur rechten Zeit. (Foto: DSD / Gehrmann)
Dortmund: Kirche Brackel |

Brackels denkmalgeschützte 815 Jahre alte Kirche am Hellweg ist nun ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Per Fördervertrag unterstützen DSD und WestLotto mit 50 000 Euro die aufwändigen wie teuren, auf rund 600 000 Euro geschätzten Arbeiten zur Sanierung des undichten Daches, mit denen die Dachdecker bereits über Sakristei und Altarraum begonnen haben.

Hier engagieren sich viele: Dank zweckgebundener Spenden und Mitteln der GlücksSpirale kann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in diesem Jahr erstmals die Evangelische Kirche am Hellweg fördern. Karin Lehmann vom DSD-Ortskuratorium Bochum/Dortmund überreichte am Donnerstag (3.9.) unter anderem zusammen mit Bezirksleiterin Karin Saatröwe von WestLotto den symbolischen Fördervertrag über 50.000 Euro für die Dacharbeiten an Ulrich Moeske, Presbyteriumsvorsitzender der Evangelischen Kirchengemeinde Brackel.

Dachbalken und Gewölbe bereits geschädigt


Schon eine Weile steht das Gerüst am Gotteshaus, die Dacharbeiten haben bereits begonnen. Drängt doch die Zeit, denn die Jahrhunderte alten Dachbalken und das wunderschöne Kirchen-Gewölbe im Inneren sind durch das sickernde Regenwasser bereits in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wie Pfarrer Eckhard Wedegärtner im neuen September-Gemeindebrief berichtet, sollen einzelne Schieferschindeln, die bei der Abdeckung nicht vollständig zerbrechen, sorgfältig gestapelt und demnächst gegen eine Spende von 5 Euro abgegeben werden. Wedegärtner ergänzt: „Der bisherige Spendeneingang ist erfreulich, allerdings mag sich noch niemand festlegen, ober der seinerzeit errechnete Kostenrahmen eingehalten werden kann.“

Verein zum Erhalt der Kirche rührt die Werbetrommel für die Spendensammlung


Der Verein zum Erhalt der Evangelischen Kirche Brackel e.V. rührt so weiter die Werbetrommel für die Spendensammlung, ist die Gemeinde doch an ihre Grenzen gestoßen, finanzielle Spielräume gibt‘s kaum mehr. Die Nummer des Spendenkontos lautet: IBAN: DE 51440501990111 006 105, Sparkasse Dortmund (BIC: DORTDE33xxx).(OA/bra)

Das Kirchengebäude in Brackel, das eine besondere städtebauliche und architektonische Bedeutung besitzt, gehört nunmehr zu den über 370 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in NRW fördern konnte. Eine Bronzeplakette an der evangelischen Kirche am Hellweg wird nach Ende des ersten Bauabschnitts daran erinnern.

Ein Gotteshaus mit 815 Jahren Vergangenheit


Eine Kirche mit Vergangenheit: Die Kirche in Brackel liegt am Hellweg, der historischen Handelsstraße. Sie gehört zu dem Kranz romanischer Dorfkirchen, die im 12. und 13. Jahrhundert rund um die Freie Reichsstadt Dortmund entstanden.

Mit dem 1554 vollzogenen Übertritt der Gemeinde zum protestantischen Glauben war das ursprünglich Johannes dem Täufer geweihte Gotteshaus die erste evangelische Kirche im heutigem Stadtgebiet von Dortmund.

Die aus Bruchstein gebaute, heute steinsichtige Hallenkirche wurde Ende des 12. Jahrhunderts dreischiffig als Basilika errichtet. Den neuen Chor mit hohen Maßwerkfenstern und Strebepfeilern ergänzte man Ende des 13. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entstand wohl auch der mächtige, quadratische Westturm. 1495 bis 1497 erfolgte der Umbau zur Hallenkirche, wobei die Außenmauern erhöht und die Schiffe und die Vierung neu gewölbt wurden. Hohe Rundbogenfenster prägen die Halle. 1892 erneuerte man die nördliche Langhauswand und errichtete den südlichen Querhausgiebel.

Da das Langhaus durch die querrechteckigen Gewölbe breiter ist als lang, wirkt der Raum im Inneren kurz. Bemerkenswert ist die qualitätvolle Bauplastik am Tympanonportal mit einer Kreuzigungsszene, einem Pfeiler mit Halb- oder Doppelsäulen in zwei Geschossen und einer Ecksäule mit Wirteln und Blattkapitellen. Die romanischen Querarme der Kirche überspannen Tonnen-, den sonstigen Innenraum Kreuzrippengewölbe.

Ausstattungsstücke haben sich aus dem 12. Jahrhundert, dem 16. und dem späten 17. Jahrhundert erhalten. Die 1960 von der Orgelbaufirma Steinmann aus Vlotho gefertigte neobarocke Werkorgel wurde 2011 durch die Orgelbaufirma Seifert aus Kevelaer umgebaut, erweitert und neu intoniert.
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