Dortmund verlassener Ort (Paint House), der Niedergang

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Casanova Paul
 
Kehrseite der Medaille
 
Kehrseite der Medaille 2
Den Werdegang des "Paint House" kann man leicht im Interneit unter Haus Lünenbürger nachlesen.
Hierzu möchte ich etwas aus eigener Einsicht und Erfahrung zur Kenntnis bringen.

Es waren einmal zwei Freunde, so heissen sie auch heute noch: Johannes Böcker und Peter Voss (nicht der aus dem Film bekannte Millionendieb).
Zusammen erwarben sie das damals verrufene "Paint House", welches ein bekannter Treff für Drogengeschäfte und Konsum war. Die Beiden gründeten die Böcker und Voss GbR und das Haus bekam den Namen "Lone Star Cafe". Diese Name leitet sich von der texanischen Flagge ab , weil sie den "einsamen Stern" zum Symbol hat. Diese Grafik wurde dann aussen über dem Eingang aufgemalt.
Den Gastro-Betrieb in der "Teestube" führte Peter, während Johannes (mit seinem markanten Schnauzbart) die Renovierungs- und Ausbauarbeiten im Haus übernahm.
Es war insbesondere Johannes, der darauf bedacht war, dass dort weder mit Drogen gehandelt, noch diese konsumiert wurden. Erwischte er jemanden dabei, hatte dieser ein Hausverbot "an der Hacke".
Und so konnte nach und nach der schlechte Ruf als Szenetreff in einen positiven Ruf umgewandelt werden.
Es kam die Küche hinzu,die mit besonderen Leckerbissen aufwarten konnte und es waren dann auch verschiedene Köche für das Haus tätig.
Der Autor dieses Beitrages hat dort mit seiner Ehefrau selber gerne gegessen und sich mit anderen Gästen immer gut über alle aktuellen Themen austauschen können. Auch darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Ehefrau des Autors dort die Reinigungs- und Hygiene Geschäfte zugestanden bekam. Hygiene-Geschäfte bedeutet nicht einfach "nur putzen", sie hat die Anlieferung der hierzu benötigten Waren in Empfang genommen, kontrolliert und quittiert. Nicht nur das, sie hat während ihrer Arbeitszeit ebenfalls andere Lieferungen (Coca Cola, Bierfässer, Tabak Michel) und Automatenbetreiber abgefertigt.
Es kam soweit, dass Johannes sie als Vertrauensperson und als der Firma zugehörig offiziellen Besuchern vorstellte, denn sie war mehr als "die Putzfrau".
Dieses Vertrauen wurde im beiderseitigen Innenverhältnis gepflegt !
Auch muss man den ersten Jahren zugute halten, dass alles erst noch im Anfangsstadium war, aber trotz allem dort ein hervorragendes Bedienpersonal beschäftigt war und mancher der ersten Gäste, falls er diese Zeilen liest, wird sich an die Namen Sylvette, Marie oder Grit erinnern.
Doch die Zeit blieb auch hier nicht stehen und es standen Veränderungen an.
Der Saal wurde aufwändig auf Vordermann gebracht, die alte, geruchsintensive Toilettenanlage (mit der P...-Rinne) wurde geschlossen und eine zeitgemässe Toilettenanlage neben dem Saal eingerichtet.
Es war schon eine Weile her, da das "Paint House" in "Sacre Coeur" umbe- nannt worden war und der Saal ein entsprechendes Ambiente zugeordnet bekam.
Hier traten dann die verschiedensten Bands auf und wenn die Kilkenny Band (Irish folk) auftrat, war der Saal "rappelvoll". Nicht anders wenn die Komm´Mit Mann!s auftraten, es gab viele Beispiele.
Schliesslich bekam die Teestube die "griechische Ecke" dazu und es dauerte nicht lange, dass mit grossem finanziellen Aufwand der "Biergarten" einge-richtet wurde. Weiterhin wurde der Saal von Johannes mit Holzpaneelen versehen, Parkett und Bodenfliesen kamen dazu - diese Arbeiten zogen sich häufig genug bis kurz vor der Öffnung (19:00 Uhr) hin.
Dann kam "PAUL".
Mit richtigem Namen: Jürgen Kimm.
Von da an ging´s bergab !
Das vormals souveräne Personal wollte sich von Paul nicht begrabschen lassen, also wurde es "gefeuert" und grabschwilliges Personal eingestellt.
Auch wurden Frauen, die ohne Begleitung dort essen wollten, von dem "unwiderstehlichen Casanova Paul" in eindeutiger Weise angemacht !
Diese und andere Vorkommnisse mochte Johannes nicht dulden und er stellte seinen Partner Peter vor die Wahl: Entweder geht Paul oder ich ! Es kam, wie es kommen musste: Aus welchen Gründen auch immer, Paul blieb und so ging Johannes und liess sich auszahlen.
Nun war, weiss der Teufel wie auch, Paul inzwischen zum "Geschäftsführer" avanciert und hatte absolut freie Hand und Peter unterstützte ihn noch dabei.
Das gipfelte darin, dass in der Küche Speisereste, Öl und Mehl verstreut und festgetrampelt wurde, Öl von der Küche aus durch die Teestube bis an den Saal ausgegossen wurde, um die Arbeit der Reinigungskraft derart zu erschweren, dass sie doch endlich von selber ihren Job hinschmeissen solle, um genehmeres Personal einzustellen.
Diese Schikanen wurden so weit getrieben, dass ihr die vorhandenen Reinigungshilfsmittel (Besen, Wischer, Bohnermaschine usw.) weggeschlossen wurden mit dem Bemerken: und wenn´s ein Handfeger ist ! Für einen mehr als 200 m² grossen Saal.
Zwischenzeitlich war der Komplex an einen neuen Eigentümer, einen Herrn Hermann verkauft worden, der dann diesen Paul als seinen "Geschäftsführer ernannte. Der agierte dann so selbstherrlich, dass es schliesslich zu einem Prozess vor dem Arbeitsgericht Dortmund kam. Hier wurde durch die vorsitzende Richterin als Recht erkannt: Der Paul ist kein Geschäftsführer (wegen keiner Qualifikation dafür), ausstehender Arbeitslohn wird der Klägerin zuerkannt und die Kündigung des "Geschäftsführers" ist nichtig !
Von da an begann der absolute Niedergang des "Paint House".
Zudem wurde aus eigenem Beobachten festgestellt, dass dieser "Geschäftsführer Paul" die vorherigen Eigentümer und den Nachfolger Hermann betrogen und bestohlen hatte: In den frühen Morgenstunden (Zeit und Datum nicht mehr bekannt) fuhr Paul mit seinem PKW mit hoher Geschwindigkeit von der Husener- in die Wickeder Strasse, als in der Kurve eine Autotür aufging, Porzellangeschirr herausflog und auf dem Asphalt zerschellte. Die Tür wurde zugezogen und der Wagen wurde eiligst weiter gefahren.
Auch Lebensmittel, insbesondere Fleischwaren wurden als "abgelaufen" deklariert und entwendet !
Dies hatte Johannes bereits erkannt, doch der neue Eigentümer hat sich von diesem Paul doch wohl blenden lassen !
So nimmt es denn kein Wunder, dass das "Paint House" der Abrissbirne sehr nahe steht.
Dies ist absolut bedauerlich, denn damit ginge eine Husener Institution "den Bach herunter" !
H. W. 28.07.2016
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