„Eine junge Erwachsene wiederbekommen“: Die GSG-Austauschschülerinnen Alina und Lilly trafen sich

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Bei Familie Priegnitz im Garten freuen sich (v.l.) Jasmin, Alina und Rüdiger Priegnitz, Sabine Poschmann, Anke und Lilly Homberg sowie Christine Priegnitz über Alinas Erlebnisse in den USA. (Foto: Schmitz)
 
Alina Priegnitz (l.), Bundestagsabgeordnete und Austausch-Patin Sabine Poschmann und Lilly Homberg (r.) verdeutlichen auf einer Landkarte der USA, wo sie als Austauschschülerinnen lebten bzw. leben werden. (Foto: Büro Poschmann)
Dortmund: Brackeler Hellweg |

Die Eine kam zurück, die Andere bricht bald auf: Geschwister-Scholl-Gesamtschülerin (GSG) Alina Priegnitz (17) konnte von ihrem Austauschjahr in den USA viel berichten. Im August wird die GSG-lerin Lilly Homberg (15) ihre zehn Monaten in den Vereinigten Staaten verbringen. Beide haben ein Stipendium des Bundestags.

In ihrer Zeit in McMinnville, bei Portland im US-Bundesstaat Oregon gelegen, hat Alina viel erlebt. In der 39.000 Einwohner zählenden Stadt hat die Brackelerin Alina die Abschlussklasse (12.) der dortigen High School besucht. Nach den Ferien wird sie an ihrer „alten“ Schule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel, ihre Mitschüler in der 12. Klasse wiedertreffen.

Beim Besuch der dortigen Schule ist Alina besonders der Zusammenhalt aufgefallen. „Jeder ist offen und herzlich.“ Einmal im Monat gibt es Versammlungen. „An Mottotagen verkleiden sich alle und die Schule hat auch ein eigenes Rugbyteam“, erzählt sie. Spezielle Klassen konnte sie frei wählen, etwa zu Medizin, was sie später studieren möchte. Alina hat sich für Rettungswesen entschieden, da sie sich zu Hause bei den Johannitern engagiert.

Ein einschneidendes Erlebnis war die Wahl des neuen US-Präsidenten. Als Donald Trump an die Macht kam, war das ein Schock. „Oregon ist sehr liberal und demokratisch. Da wollte ihn keiner“, sagt sie.

Ihr Hobby Fotografie konnte Alina perfekt ausleben. Unter anderem konnte sie an einem Kratersee zelten, der durch einen Vulkanausbruch entstanden ist. „Die Fotos, die ich gemacht habe, sehen aus wie mit Photoshop bearbeitet, dabei ist das Wasser dort wirklich total blau“, beschreibt sie lachend.

Den öffentlichen Nahverkehr in McMinnville lobt sie eher nicht. „Es fuhr nur ein Bus am Tag, und keiner wusste genau, wann eigentlich“, erinnert sie sich lachend. In Portland gab es wenigstens eine Straßenbahn. „Ich bin viel mit dem Fahrrad gefahren.“

Bei ihrer Gastfamilie in Oregon fühlte sich Alina sehr wohl. „Die Tochter meiner Gasteltern, Alyssa, ist mit zwölf Jahren sogar genau so alt wie meine eigene Schwester Jasmin“, erzählt sie.

Trotz der vielen spannenden Erlebnisse hat Alina auch regelmäßig den Kontakt nach Hause gesucht. „Über Whatsapp und per Skype ging das gut“, berichten Mutter Christine und Vater Rüdiger Priegnitz. Ihr Englisch hat sich teilweise verändert. „Wenn Alina mit Alyssa skypt, klingt das ganz anders als das Schulenglisch, das eher britisch gefärbt ist“, erzählt ihre Schwester Jasmin. „Es ist ein Unterschied, als wenn man mit einem Bayern spricht“, ergänzt Mutter Christine, die als Fremdsprachen-Korrespondentin gearbeitet hat.

Die Trennung von ihrer Gastfamilie und ihren neuen Freunden fiel Alina schwer. „Meine beste Freundin dort kam sogar nachts um drei Uhr mit mir zum Flughafen.“ Trotzdem freut sie sich natürlich, wieder daheim zu sein – und ihre Familie auch. „Von Februar an haben wir die Stunden gezählt. Ich habe eine große Jugendliche abgegeben und eine junge Erwachsene wiederbekommen. Sie fragt jetzt auch, wo sie mir im Haushalt helfen kann“, freut sich ihre Mutter.

Alinas Erzählungen waren vor allem für die Aplerbeckerin Lilly Homberg interessant. Am 10. August geht es für die Geschwister-Scholl-Gesamtschülerin „über den großen Teich“. Im Gegensatz zu Alina kommt sie mit Houston, Texas, in eine Großstadt, die viertgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. An der Shadow Creek High School wird sie in die 11. Klasse gehen.

Der Dresscode ist kompliziert: „Es gibt zehn Seiten dazu im Internet“, weiß Lilly schon. Bestimmte Farben sind nicht erlaubt, da sie auf Gangs hinweisen könnten. Zu weit und zu eng darf die Kleidung auch nicht sein.

Ihre Gasteltern wohnen mit drei Hunden und vier Katzen im Vorort Mainville. „Es sind 40 Minuten zum Strand und 20 Minuten zur Innenstadt“, sagt sie. Die Eltern, ein Lehrerehepaar, sind sozial engagiert und freuen sich schon sehr auf Lilly. „Ich darf mir sogar mein Zimmer nach meinen eigenen Wünschen einrichten“, erzählt sie begeistert.

Die Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann, die für beide als Patin fungiert, ist sehr zufrieden. „Ich habe viel über Facebook miterlebt und bekam sogar eine Postkarte von ihr“, freut sie sich. „Man sieht, wie sich jemand entwickelt und stärker wird. Zudem trägt sie auch zur Völkerverständigung bei.“


Hintergrund:
Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages erlaubt es den Abgeordneten, jedes Jahr eine Patenschaft für einen Schüler aus dem Wahlkreis zu übernehmen und einen USA-Aufenthalt zu ermöglichen. Alle Kosten des Aufenthaltes werden durch das Programm gedeckt.
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