„Frauen in Schwarz“ informieren über Lage vor und während des Bürgerkrieges in Syrien

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Die „Frauen in Schwarz“ informieren am Brackeler Hellweg über die schlechte Lage der Frauen in Syrien. (Foto: Frauen in Schwarz)
Dortmund: Kirche Brackel |

Roula Issa ist in Syrien geboren. Seit 2005 lebt sie in Deutschland, studiert Medizin und engagiert sich gemeinsam mit Waseem Garabet und vielen anderen im Deutsch-Syrischen Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte. Im Rahmen der Mahnwache „Frauen in Schwarz“, die einmal jährlich in Brackel stattfindet, berichtete sie am 13. März über die Rolle der Frau in Syrien vor dem Krieg und die Lage der Frauen während des Bürgerkrieges.

„Unter der Baath-Partei haben sich die Lebensbedingungen für Frauen nicht verbessert“ so Issa. Es würden nach wie vor andere Gesetze für Frauen und Männer gelten. „Frauen können beispielsweise nach einem Ehebruch ermordet werden und die Täter haben nur geringe Strafen von wenigen Monaten zu erwarten“, so Issa. Dabei seien Frauen während des Aufstandes die moralische Instanz, das Rückgrat des friedlichen Syrien. „Sie versorgen mit geringsten Mitteln Verletzte, sorgen für das Überleben der Kinder.“ Viele Frauen hätten sich aktiv in der Widerstandsbewegung engagiert. Das würde in den Medien oft nicht wahrgenommen. Mehr als 6000 Frauen seien inhaftiert, würden systematisch gefoltert, darunter viele Studentinnen, berichtete die junge Frau.
„Gemeinsam mit der Rhein-Ruhr Initiative für ein freies Syrien hat der Verein 66 Tonnen warme Kleidung und Decken zu den Flüchtlingen in Syrien bringen können“, beschreibt Waseem Garabet die Winteraktion 2012. Die Kleidung wurde in Säcke gepresst, sodass sich das Volumen halbierte und mit einem Transport die doppelte Menge Kleidung verschickt werden konnte. Dennoch - ein solcher Transport sei teuer - der Verein ist dringend auf Spenden angewiesen.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, wie schwer es ist, an Lösungen zu denken. Hinzu käme, dass die internationale Gemeinschaft bislang noch keine einheitliche und gemeinsame Reaktion auf den Konflikt gefunden habe. Die Ideen reichten von gezielten Aktionen der internationalen Gemeinschaft, die die Führung Syriens treffen bis zu einem politischen Bündnis mit der Opposition.
Einig waren sich die Anwesenden darin, dass es dringend politische Lösungen geben müsse, um die liberalen Werte in Syrien zu stützen und den Menschen in Syrien beizustehen.
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