Junger Syrer engagiert sich in der Freiwilligen Feuerwehr Asseln // Stiftung Help and Hope fördert Kommende-Projekt für Menschen aus Kriegsgebieten

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Seit November 2015 lebt der junge Syrer Hasan im Gästehaus der Kommende Dortmund in Brackel. Nun engagiert er sich in der Freiwilligen Feuerwehr Asseln: "In meiner Heimat brennt es. Wenigstens hier kann ich helfen, Feuer zu löschen", beschreibt der 28-Jährige seine Motivation. (Foto: Detlef Herbers)
 
Die Stiftung Help and Hope stiftet Geld für eine neue Stelle und fördert damit das Kommende-Projekt für Menschen aus Kriegsgebieten. Im Bild (v.l.n.r.): der stellvertretende Kommende-Direktor Detlef Herbers, die beiden jungen Syrer Hasan und Mahumet sowie Stiftungsvorstandsmitglied Marianne Lüke. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: Kommende Dortmund |

Seit November 2015 lebt Hasan im Gästehaus der Kommende Dortmund in Brackel. Nun engagiert er sich in der Freiwilligen Feuerwehr Asseln. „In meiner Heimat brennt es. Wenigstens hier kann ich helfen, Feuer zu löschen,“ beschreibt er seine Motivation.

Hasans Geschichte ist ein Beispiel aus dem Projekt des erzbischöflichen Sozialinstituts Kommende. Die Stiftung help and hope unterstützt das Projekt finanziell. Marianne Lüke, Vorstandsmitglied der Stiftung, und Detlef Herbers, stellvertretender Direktor der Kommende, erläuterten jetzt im Pressegespräch die Anliegen ihrer Initiativen für Menschen, die aus Kriegsgebieten nach Deutschland gekommen sind.

Als im Sommer 2015 die ersten Menschen aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern aufgrund fehlender Wohnmöglichkeiten in Zelten untergebracht werden mussten, entschied sich die Kommende-Stiftung, ihr Jugendgästehaus als Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Seit dem November 2015 leben dort 20 junge Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren, die durch ein zeitgleich gestartetes umfassendes Projekt der Kommende begleitet werden.

Hasan ist einer dieser jungen Männer. Er ist 28 Jahre alt und kommt aus Syrien.
In Deutschland engagiert er sich seit einiger Zeit für die Freiwillige Feuerwehr. Er erinnert sich an eine Zeit vor dem Krieg, in der es auch in Syrien sicher gewesen sei und ein offenes Miteinander gab. Als Beispiel nennt er Wirtschaftsunternehmen in der Großstadt Aleppo und eine Vielzahl an europäischen Touristen in der Provinz Latakia. Heute, sagt er, „agieren alle gegen Syrien“. Interessengeleitete Politik befeuere den Krieg. Das Land könne Frieden finden und wieder aufgebaut werden, wenn ernsthaft einen Friedensplan gewollt und durchgesetzt würde. Auch die Syrer selbst, sagt er, sollten sich an einen Tisch setzen und sich einigen.

Als im Jahr 2015 über eine Millionen Menschen wie Hasan aus Kriegsgebieten in die EU kamen, fielen medial häufig Begriffe wie Ströme und Welle, die das persönliche Schicksal und die je eigene Persönlichkeit aus dem Blick geraten ließen. Ein jeder und eine jede aus diesem Strom jedoch hat ein eigenes Gesicht und eine eigene Lebensgeschichte.

Deshalb stehen für die Kommende und die Stiftung help and hope eine vertrauensvolle individuelle Begleitung der Menschen an erster Stelle. Dazu braucht es verlässliche Ansprechpartner, so die gemeinsame Erfahrung in den Projekten. Detlef Herbers ist deshalb sehr froh über die Unterstützung durch die Stiftung help and hope, die es ermöglicht hat, eine Projektkoordinatorin einzustellen. Ohne diese könnte das Projekt so nicht durchgeführt werden.

Neben der Begleitung der 20 jungen Männer, die im Gästehaus des Sozialinstituts am Brackeler Hellweg wohnen, werden durch das Projekt der Kommende Menschen unterstützt, die Hilfe und Beratung brauchen. Oft handelt es sich hierbei um Personen, die bereits in eigenen Wohnungen leben und damit teils noch ohne Sprachkenntnisse weitgehend auf sich alleine gestellt sind.

Im Oktober wird für sie als weiterer Baustein des Projektes ein Beratungsbüro auf dem Gelände der Kommende eröffnet. Auf die Herausforderung der langen Wartezeiten und teils knappen Angebote bei Sprachkursen haben sowohl die Kommende Dortmund als auch die Stiftung help and hope mit eigenen Alphabetisierungs- und Integrationsangeboten reagiert.

Aktuell stehen der Erwerb der deutschen Sprache und das „Ankommen“ an erster Stelle. Im Projekt werden Maßnahmen für eine vertiefte Integration vorbereitet. Wichtige Aufgaben werden die Integration in Ausbildung und Arbeit und die Wohnungsvermittlung sein. Auf dem Weg zur Selbstständigkeit wird die individuelle Begleitung nötig bleiben. In Vorbereitung sind auch politische und soziale Bildungsangebote. Ziele für die Kommende sind dabei die Sicherung des gesellschaftlichen Friedens und die Konfliktprävention angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen.

Hasan und seine Mitbewohner wollen ihren Platz in dem für sie neuen Land so schnell wie möglich finden. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Asseln am Grüningsweg wurde Hasan mit offenen Armen empfangen. Er möchte im Gegenzug mit seinem Engagement Menschen helfen.

Beim SV Brackel 06 können zudem einige „Jungs“ Fußball spielen und am Mannschaftstraining teilnehmen. Der 21-jährige Luqman aus dem Irak ist begeistert dabei und respektiert die sportlichen Leistungen seiner neuen Teamkameraden. Auch wenn am Anfang der erste Kontakt für beide Seiten nicht immer einfach ist: Integration geht am besten über das Kennenlernen und Mitmachen.
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