Ohne Festplatz und Zeltwirt lässt die Kolpingsfamilie Husen das Dorffest ausfallen

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Vom Kindernachmittag und Neunmeterschießen zum Auftakt übers Vogelschießen, die Party im Festzelt am Samstag und die Inthronisierung des Kolping-Königs bis hin zum bunten Festumzug (hier im Bild) brachte das Dorffest seit 1979 regelmäßig alle zwei Jahre das gesamte Doppel-Dorf Husen und Kurl auf die Beine. (Foto: Schmitz)
 
Thomas Nierth ist seit 2009 1. Vorsitzender der Husener Kolpingsfamilie St. Petrus Canisius. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: Husen |

Ein traditionsreiches Fest weniger in diesem Spätsommer: Ohne Festplatz und ohne Zeltwirt muss die Husener Kolpingsfamilie St. Petrus Canisius das Husener Dorffest in diesem Jahr ausfallen lassen.

Eigentlich stünde das Großereignis im Doppel-Dorf Husen-Kurl jetzt zum ersten September-Wochenende wieder auf dem Veranstaltungskalender. Turnusgemäß. Hatten doch die Kurler Kolpingbrüder und -schwestern im vergangenen Jahr ihr Kurler Volksfest mit Gänseköppen gefeiert.

Doch in diesem Sommer blieben alle bekannten Vorzeichen fürs Fest aus: keine Plakatierung, keine Vogeltaufe. Jetzt bestätigte Husens Kolpingsfamilien-Vorsitzender Thomas Nierth auf Anfrage des Ost-Anzeigers die Dorffunk-Durchsagen: „Ja, es gibt definitiv kein Dorffest 2015.“

Schade. Kein Vogelschießen also, um die Nachfolge von Kolping-König Marcus I. (Eßer) zu ermitteln, kein feucht-fröhliches Fußball-Neunmeterschießen, kein Partyabend und kein Kindernachmittag im Festzelt, kein bunter Festumzug durchs Dorf mit Schabernack der Kurler Gäste und auch keine Kirmes.

Kolping-Vorstandsbeschluss fiel schon im Januar


Schon im Januar habe der Vorstand der Husener Kolpingsfamilie den Beschluss gefasst, aber eben nicht öffentlich gemacht, teilte Vorsitzender Nierth jetzt mit und führt dafür vor allem zwei Gründe an.

Thomas Nierth: "Eine uneingeschränkte Nutzung des Geländes konnte nicht vereinbart werden"


Die schon seit Jahren problematische Situation um den traditionellen Festplatz an der Ecke Husener Straße/Bauerholz an der Bahnlinie, der seit langem schon als Baufläche vorgesehen ist, habe sich nach einem Bauträgerwechsel verschärft. Nach der stillschweigenden Duldung durch die Verwertungsgesellschaft in den letzten Jahren, dank derer die Kolpingsfamilie das ehemalige Bahngrundstück weiter als Fest- und Kirmesplatz nutzen konnte, kam das Aus. „Eine uneingeschränkte Nutzung des Geländes konnte nicht vereinbart werden“, drückt es Nierth bewusst förmlich aus.

Suche nach Ausweichplatz ebenfalls erfolglos


Und auch Gespräche über Ausweichplätze seien erfolglos geblieben. „Sogar den Umzug über die Dorfgrenze nach Kurl auf den Deilmann-Parkplatz hatten wir überlegt“, sagte Nierth. Trotz der zu erwartenden Häme der Kurler Kolpingfreunde.

Zeltwirt hat abgesagt


„Zudem hat uns unser Zeltwirt schon im Vorjahr abgesagt. Aber wir haben auch keinen neuen für diese Zeit gefunden“, ergänzte Nierth. Der Kolping-Vorsitzende, seit 2009 im Amt, bedauert, dass es auch keinen anderen Kirmes-geeigneten Platz im Dorf gibt. „Doch eine Kirmes muss einfach sein beim Husener Dorffest!“

Nicht entscheidend, aber wohl mit ein Grund für die Festabsage ist auch die veränderte personelle Situation der Husener Kolpingsfamilie und im Vorstand. „Wir sind kleiner geworden...“, gesteht Nierth, der gerne ein viertes Dorffest unter seiner Ägide in diesem Jahr gefeiert hätte. „Wir versuchen‘s wieder in zwei Jahren.“


Hintergrund:
Von 1949 bis 1963 hat die Kolpingsfamilie Husen das Dorffest jährlich gefeiert. Von 1965 bis 1979 wurde die Festtradition unterbrochen. Seitdem wird es alle zwei Jahre – im Wechsel mit dem Kurler Volksfest der Kurler Kolpingsfamilie – begangen. Zentraler Bestandteil ist das Schießen um die Kolpings-Königswürde.
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