Projekt mit vielen Wohnungen: Sportfreunde Brackel bieten „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ an

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Hans Walter von Oppenkowski hilft bei den SF Brackel bei der Alphabetisierung der Flüchtlinge. (Foto: Schmitz)
 
Hans Walter von Oppenkowski freut sich über die Umbauten bei den SF Brackel. (Foto: Schmitz)
Dortmund: SF Brackel 61 | Das „Wir-Gefühl“ ist den Sportfreunden Brackel 61 sehr wichtig. Mit dem Projekt „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ will der Verein bedürftigen Menschen den Weg in die Mitte unserer Gesellschaft erleichtern.

Im Gegensatz zu der Aktion bei Westfalia Wickede richtet sich dieses Projekt mit Ergänzungsunterricht, Berufsplanung, Deutschunterricht und vielem mehr ausdrücklich nicht nur an Flüchtlinge. „Die Situation hat sich verändert, es ist nicht mehr der Druck, der bei der großen Flüchtlingswelle vorherrschte“, erklärt Projektplaner und Vorstandsbevollmächtigter Hans Walter von Oppenkowski. „Die meisten Flüchtlinge sind mittlerweile anerkannt oder befinden sich im Wartestatus für eine Abschiebung.“ Mit „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ will der Brackeler Verein generelle Unterstützung gewähren. Die Effektivität des Lernens ist in Verbindung mit Sport höher, wie von Oppenkowski erklärt.

Es gibt viele bei „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ verschiedene Angebote. Von Oppenkowski sieht „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ als ein Projekthaus mit verschiedenen Wohnungen. „Diese sind je nach Bedarf bezogen oder auch mal nicht.“ Mal gebe es mehr Bedarf an Hausaufgabenhilfe, mal weniger. Benötigt werden diese Projekte in Dortmund sehr: Wie von Oppenkowski beschreibt, haben 30 % der Haushalte in Dortmund prekäre Verhältnisse.

Die SF Brackel haben bei dem Projekt einige Partner, unter anderem „lokal willkommen“, „Help and Hope“ und „Train of Hope“. „Manches könnten wir ohne Partner gar nicht leisten“, so von Oppenkowski. Auch einige Flüchtlinge haben schon mit ihm Kontakt aufgenommen und ihre Hilfe angeboten. „Sie wollen sich ehrenamtlich engagieren und dadurch etwas zurückgeben.“

Durch „lokal willkommen“ gibt es Kontakt zu Flüchtlingen, die noch keinen Bezug zur Gesellschaft haben. Einige Eltern haben noch große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Für diese gibt es viermal in der Woche einen Alphabetisierungskurs. „Das macht mir großen Spaß, vor allem, wenn ich die Fortschritte bei den Eltern sehe“, freut sich von Oppenkowski. „Mit Schwungübungen erlernen sie das Schreiben der Buchstaben. Jetzt geht es an die Zusammenführung einzelner Worte.“ Problembuchstaben sind etwa das kleine „P“, da es spiegelverkehrt dem kleinen „Q“ sehr ähnlich sieht. Es gibt gute Fortschritte, sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern.

Zusätzlich zu Sportangeboten gibt es begleiteten Ergänzungs- und Vertiefungsunterricht. „Deutschkurse können so oft besser bestanden werden“, erklärt von Oppenkowski. Auch Deutschmuttersprachler profitieren davon, etwa beim Unterricht in der Schule. Auch bei den Hausaufgaben werden sie unterstützt. „Wir wollen denen helfen, dir durch die Zentrifugalkräfte der Gesellschaft an den Rand derselbigen geraten sind. Sie sollen wieder in die Mitte der Gesellschaft zurückkehren“, sagt von Oppenkowski. Auch für Gehörlose hat der Verein passende Angebote. Schon für die Kleinsten gibt es Angebote: Bei den „Windelbombern“ werden Zwei- bis Vierjährige mittwochs spielerisch an sportliche Bewegung herangeführt.

Die Angebote erfolgen bewusst in der Tageszeit vor dem Fußballtraining. „Wir wollen, dass nicht so viele ungenutzte Zeit entsteht. Einige kommen mit Bus und Bahn, andere müssen von weiter weg von ihren Eltern gebracht werden, wodurch Leerlaufzeiten entstehen können“, erklärt von Oppenkowski. „Daher füllen wir diese Zeit mit sinnvollen Angeboten.“ Auch Berufsfindungsmaßnahmen gibt es. So will der Verein mit unterschiedlichen Betrieben bei Praktika und Lehrstellen kooperieren. Erste Diskussionen werden bereits geführt.

Bisher findet das Projekt im kleinen Rahmen im Vereinsheim statt. „Wir brauchen dafür aber noch weitere Räume. Die Kinder oder Eltern, die lernen und sich konzentrieren wollen, werden oft durch Andere Kinder, die das Vereinsheim auch nutzen spielen, abgelenkt“, beschreibt von Oppenkowski. Vor dem Vereinsheim rollen daher bereits die Bagger: „Wir bauen an.“ Die neuen Räume sollen aber nicht nur für Unterricht, sondern beispielsweise auch für Trainerschulungen oder Schiedsrichterbesprechungen genutzt werden. „Wir haben viele aktive junge Ehrenamtler im Verein“, freut sich von Oppenkowski. Er schätz die Solidarität, die die Mitglieder mit den Flüchtlingen und anderen fühlen. So schenkte die Mutter eines Spielers einem Flüchtlingskind einen voll ausgestatteten Tornister. „Die Mitglieder sind sehr engagiert und unterstützend. Dafür müssen sie sich auch mal in Ruhe besprechen.“

Der Verein benötigt für den Bau und seine Projekte finanzielle Unterstützung. Der Verein mache viel für die Gesellschaft. Die am Bau beteiligten Handwerker hätten schon gute Preise gemacht, indem sie zum Teil auf ihren Gewinn verzichteten. „Mehr Zuwendung von außerhalb wäre schön“, findet von Oppenkowski. Er hofft auf Spenden aus Industrie und Wirtschaft. „Besonders stolz sind wir darauf, der dass Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Schirmherrschaft des Projektes übernommen hat.“

Die SF Brackel werden am 17. Juni zu einem „Spiel- und Sportfest der Vielfalt“ für Dortmunder Grundschüler einladen. Neben einem kleinen Fußballturnier wird es kleinere interessante, integrationsfördernde Spielangebote wie Eierlaufen geben. Im Rahmen der Vielfalt muss jede Mannschaft mindestens ein Mädchen und ein Kind mit Migrationshintergrund als Mitglied haben.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich an Hans Walter von Oppenkowski, hwvo[at]sportfreunde61.de, oder an Projektleiter Pan Hölscher, pan-hoelscher[at]sportfreunde61.de, wenden.
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