Sammelfieber erfasst Europaschüler - Über 100.000 Plastikdeckel gegen Kinderlähmung

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Gruppenfoto bei der Übergabe der Deckel. (Foto: Europaschule Wambel)
Dortmund: Europaschule Dortmund |

Was es mit dem großen Behälter voller Plastikdeckel vor dem Lehrerzimmer auf sich hat, wissen die Schülerinnen und Schüler der Europaschule ganz genau. Überall in der Schule hängen Plakate auf denen auf die Aktion ”Plastikdeckel gegen Kinderlähmung” aufmerksam gemacht wird.

Die Kartons sind bis zum Rand gefüllt, die Schüler der Europaschule sind stolz auf ihren Erfolg: Gemeinsam haben sie über 100.000 Flaschenverschlüsse gesammelt, um anderen Kindern zu helfen. Polio, oder im Volksmund auch Kinderlähmung genannt, ist eine hochansteckende Krankheit, die vor allem Kleinkinder befällt. Die Folgen dieser Erkrankung sind dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen, bis hin zum Tod. Polio ist nicht heilbar. Durch eine Impfung ist ein lebenslanger Schutz gegen diese Erkrankung möglich.

„Deckel gegen Polio"

In vielen Ländern ist diese Krankheit dank der Polio-Impfung ausgerottet, nicht so in Afghanistan, Pakistan und einigen Ländern Afrikas. So entstand das Projekt „Deckel gegen Polio" durch den Verein “Deckel drauf e.V.”. Unterstützt wird die Aktion von Rotary Deutschland.

Die Idee ist einfach: Pfandflaschen können auch ohne Deckel abgegeben werden. Durch das Sammeln, Einschmelzen und den anschließenden Verkauf des hochwertigen recyclingfähigen Materials Polyethylen oder Polypropylen werden Schluckimpfungen gegen Polio finanziert – 500 Deckel wiegen circa einen Kilogramm und finanzieren eine Impfung. Ziel der Aktion ist es, die Kinderlähmung weltweit auszurotten.

Ergänzungsfach “Agenda21 – Leben in der Einen Welt”

Alina Berg, Schülerin der Europaschule, stellte das Projekt „Deckel gegen Polio“ in ihrem Ergänzungsfach “Agenda21 – Leben in der Einen Welt” vor. Sofort begannen die Schüler im Internet zu recherchieren, was Polio überhaupt ist und alle waren sich einig, dass man bei der Aktion mitmachen wollte, berichtet die Kurslehrerin Heidrun Riedel. Es wurden Plakate gestaltet und die Schüler gingen durch alle Klassen und stellten das Projekt vor.

Schnell hatte das Sammelfieber vor allem die jüngeren Schülerinnen und Schüler erfasst. Einige Mädchen der 6c fragten in einem Getränkemarkt, ob sie von den leeren Plastikflaschen die Plastikverschlüsse haben dürften - sie durften. Doch nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer wurden mit einbezogen, so berichteten Alina Berg und Lilly Sack in der Lehrerkonferenz über das Projekt. Selbst Eltern
und Freunde sammelten mit. Der Techniklehrer Niklas Danco baute eigens für die gesammelten Deckel eine große Holzkiste. Nun konnte jeder seine Deckel in die Kiste werfen. So kamen in wenigen Monaten über 100.000 Deckel zusammen, das reicht für 200 Impfungen.

Deckel der Johanniter Unfallhilfe übergeben

Nun wurden die Plastikdeckel Herrn Wirth von der Johanniter Unfallhilfe übergeben
und in ein Zwischenlager nach Mengede gebracht. Die Übergabe erfolgte durch den Schulleiter Jörg Girrulat, Alina Berg sowie ihren Mitschülern aus dem Agenda21-Kurs, den Fachlehrerinnen Heidrun Riedel und Monika Stute. Bei der Übergabe haben alle tatkräftig geholfen und die zahlreichen Kisten verladen. Alle waren sich nach getaner Arbeit einig: "Was für eine tolle Agenda21-Aktion!"
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