„Kneipe mit Familienanschluss“: Gasthaus Gobbrecht in Körne feiert 65 Jahre Bestehen

Über das Jubiläum freuen sich (v.l.) Heinz Gobbrecht, Eva Janik, Martina Schulz und Thorsten Gobbrecht. (Foto: Schmitz)
 
Gerda Gobbrecht (l.) und Heinz Gobbrecht (2.v.r.) in der Gaststube. (Foto: Gobbrecht)
Dortmund: Haus Gobbrecht |

Gut gefüllt ist der Biergarten des Gasthauses am Körner Hellweg 42 und auch in der Gaststube tummeln sich viele Besucher: „Eisernes Jubiläum“ feiert das Haus Gobbrecht. Seit 65 Jahren gibt es das bekannte Gasthaus in Körne nun schon.

Im Garten wird gegrillt und Musik der Liveband „Just 4 Oldies“ ertönt. Zeitweise sind bis zu 150 Besucher gleichzeitig da. Wirtin Eva Janik ist mal hier, mal dort, und findet genau wie ihr Bruder Thorsten Gobbrecht, technischer Angestellter der Stadt Dortmund (Tiefbauamt – Verkehrstechnik), immer wieder Zeit für einen Schwatz mit den Stammgästen. „Wir sind eine Kneipe mit Familienanschluss“, sagt sie. Beim Fest kann sie sich auf zahlreiche Helfer verlassen. „Wenn die Schützen nicht wären, könnte das Fest nicht stattfinden. Und am Bierwagen unterstützt uns die Deutsche Bühne. Ich helfe den Vereinen, wenn die etwas brauchen, und sie helfen mir, wenn ich Hilfe benötige“, freut sie sich.
Das Haus Gobbrecht hat eine lange Tradition. „Meine Eltern Wilhelm und Gertrud ‚Gerda‘ Gobbrecht hatten ursprünglich ein Milch- und Lebensmittelgeschäft am Körner Hellweg 51 ½ sowie ein Transportunternehmen. Meine Eltern waren fleißige Leute und im Stadtteil sehr bekannt“, erinnert sich Heinz Gobbrecht (79), der die Gaststätte lange Jahre leitete. „Klammheimlich hat meine Mutter das Haus 1951 gekauft. Mein Vater wollte das eigentlich nicht.“ Ursprünglich hieß das Gasthaus Hellweg-Braustübl. Erst 1953 kam der heutige Name. Das Haus war noch durch den Zweiten Weltkrieg beschädigt und wurde von den Gobbrechts wiederaufgebaut. Von Anfang an war das Haus Treffpunkt zahlreicher Vereine wie dem Körner Schützenverein. Später kamen unter anderem der SPD-Ortsverein Körne, der Karnevalsverein Deutsche Bühne und The Royal British Legion Dortmund Branch dazu. 1967 verstarb Wilhelm Gobbrecht, 1979 seine Frau Gerda. „1971 habe ich übernommen.“ Zusätzlich führte Heinz Gobbrecht mit seinem Bruder Willi ein Fuhrunternehmen. 1981 hat die Familie das 30-jährige Bestehen groß gefeiert. Seit 1999 ist Heinz‘ Tochter Eva Janik die Wirtin des Hauses.
Im Laufe der 65 Jahre waren zahlreiche Besucher im Gasthaus. Dazu gehören Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, und Karnevalsprinzen, aber auch Wrestler, die in der Westfalenhalle Schaukämpfe veranstalteten. „Der Tenor Rudolf Schock war ebenfalls oft hier. Sein Bruder wohnte in der Nähe“, erzählt Thorsten Gobbrecht. Eine dänische Gruppe kam jahrelang, um gegen die Altherrenmannschaft der ÖSG Viktoria Fußball zu spielen. „Es gab immer eine Verbrüderung am Tresen“, erzählt Eva Janik. „Auch ein Handelsreisender aus Australien schaut immer wieder vorbei. Und Besucher des Dortmunder Herbstes kommen extra wegen meiner Bratkartoffeln!“
In den Gästebüchern verewigen sich beispielsweise Gäste aus Dortmund und Umgebung, Frankfurt/Oder, aber auch aus Südafrika. Prinzenpaare geben sich die Klinke in die Hand, wie Heinz Gobbrecht berichtet. „Die Menschen haben sich hier kennengelernt und Jahre später hier geheiratet.“ Das Kinderkönigspaar ist jedes Jahr hier.
Praktische Tipps bekommt Eva Janik von ihren Gästen auch. „Die schottische Nationalmannschaft der Sportschützen hat mir mal erklärt, dass sie vor Zahnarztbesuchen immer mit einem bestimmten Schnaps namens Drambuie langsam gurgeln. Ich habe es selbst ausprobiert und es funktioniert; Lippen und Zunge werden taub. Zudem spricht man danach perfekt gälisch“, erzählt sie lachend.

Infos zur Gaststätte gibt es auch unter www.haus-gobbrecht.de.
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